Frickingen-Altheim – Das Jahr 2022 wird in der Gemeinde Frickingen als ein Investitionsjahr gesehen. „Wir investieren 2022 in Bildung und Betreuung, sprich in die Zukunft unserer Kinder“, sagte Bürgermeister Jürgen Stukle noch im Dezember des vergangenen Jahres. Und nun ist ein Großprojekt, nämlich die Erweiterung des Kinderhauses Altheim mit zehn neuen Plätzen für Kinder unter drei Jahren, bereits bezogen. Die Außenanlagen und die Terrasse sind zwar noch nicht ganz fertig, aber das neue Gebäude ist bereits in Benutzung.

Bedarfsplanung

In der Bedarfsplanung für die Kindergartenbetreuung 2018 bis 2021, die Mitte 2018 präsentiert wurde, wurden für Frickingen noch genügend Betreuungsplätze attestiert. Die insgesamt 20 Krippenplätze im Kinderhaus Altheim und dem Katholischen Kindergarten Frickingen reichten noch aus. Dies änderte sich aber recht schnell, denn im November 2020 zeichnete es sich bereits ab, dass der Bedarf an Plätzen für Kleinkinder nicht mehr reicht. Noch vor dem Jahreswechsel gab es bereits 27 Anmeldungen bei 20 Plätzen. Es musste reagiert werden.

Standortsuche

Und die Gemeinde Frickingen reagierte prompt. Die Suche nach einem geeigneten Platz war schnell beendet, denn lediglich am Kinderhaus Altheim ließ es das Gelände zu, einen Neubau zu realisieren. Dieser war notwendig, weil im Altbau bereits alle Räume belegt waren.Die einzige Entscheidung, die es zu fällen gab, war, ob das neue Gebäude direkt am Parkplatz oder im hinteren Bereich des Außengeländes des Kinderhauses entstehen soll. Man hat sich für die erste Variante entschieden.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 2. Februar 2021 dem Bauantrag für eine neue Kleinkindgruppe am Standort Altheim zugestimmt. Nur einen Monat später gab es „grünes Licht“, dass die Arbeiten nach Einzelgewerken ausgeschrieben werden sollen, die im Juli dann bereits den Zuschlag bekommen haben. Im Oktober 2021 fand der Spatenstich statt. In der Zwischenzeit haben die Verantwortlichen im Kinderhaus Altheim ein logistisches Konzept entwickelt, wie die zusätzlichen Kleinkinder im alten Gebäude aufgenommen werden können.

Meisterleistung

„Es war wirklich eine planerische Meisterleistung, die vielen Kinder bei uns unterzubekommen“, erinnert sich die Leiterin des Kinderhauses Altheim, Birgit Hagg. „Wir waren allen Mitarbeiterinnen und Eltern dankbar, dass wir diese Zeit mit sehr wenig Platz so gut gemeinsam gemeistert haben.“ Ab Oktober 2021 konnten die Kinder mehr oder weniger zusehen, wie das neue Gebäude entstand. Zu diesem Zeitpunkt fand der Spatenstich statt und es wurde gebaggert, gearbeitet und gebaut.

„Seit dem Baustart liefen die Zahnrädchen insgesamt reibungslos ineinander“, sagt Jürgen Stukle. „Dass wir das Gebäude als Holzbau ausführen werden, war von vornherein selbstverständlich und Vorgabe an das Planungsbüro.“ Hier spielte vor allem das kommunalpolitische Leitbild in Frickingen eine wesentliche Rolle, dem nachwachsenden und kohlendioxidspeicherndem Rohstoff Holz nicht nur als Energieträger, sondern auch als sehr geeigneten Bauwerkstoff vorrangig einzusetzen.

Klimaschutz

„Wir bleiben auch bei diesem neuen Gebäude unserem Frickinger Holzweg treu und haben den dringend notwendigen Klimaschutz im Blick“, betont der Bürgermeister. „Außerdem konnten wir einen bemerkenswerten Energiestandard, ein sogenanntes Effizienzgebäude 40 EE-Standard umsetzen.“

Jetzt 30 Plätze zur Betreuung von U3-Kindern

Frickingen-Altheim (mag) Das neue Gebäude kostete insgesamt rund 860¦000¦Euro. Dabei wurden 53 Prozent der Kosten durch Fördermittel getragen. Dabei kommen 132¦000¦Euro aus dem Bundesförderprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2020-2021“, aus dem Ausgleichsstock kamen 250¦000¦Euro und 77¦000¦Euro als Förderung von außerordentlichem Energiestandard. Somit musste die Gemeinde Frickingen nur noch die Restsumme von 401¦000¦Euro selbst stemmen.

„Mit der abgeschlossenen Erweiterung haben wir in Frickingen im Gesamten um die 30 Plätze zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren im Ganztagesbetrieb“, sagt Bürgermeister Jürgen Stukle. „Außerdem wurden noch 58 Plätze für Kindergartenkinder in unterschiedlichen Betreuungszeiten geschaffen.“ Der Bürgermeister dankt vor allem den beiden Leiterinnen Birgit Hagg und Simon Fruh sowie dem ganzen Team für den unermüdlichen Einsatz. „Insbesondere in den vergangenen beiden aufgrund der Pandemie sehr belastenden Jahre wurde hier sehr vorbildlich gearbeitet“, betont er. „Das Kinderhaus ist bei den Eltern und Kindern sehr beliebt.“

Und es hat ein wahres Schmuckkästchen dazu bekommen, das auch logistisch einige Vorteile bietet. „Wir nutzen vor allem die sanitären Anlagen für alle Kinder, wenn wir im Garten sind“, erklärt Birgit Hagg. „Jetzt müssen wir nicht jedes Mal den Garten verlassen und in das alte Gebäude zurück, wenn ein Kind auf die Toilette muss. Das vereinfacht vieles.“ Außerdem entsteht an dem Gebäude auf der Seite zum Garten noch eine große Terrasse, die ebenfalls von allen genutzt werden kann. Durch die großen, hohen Fenster ist der Hauptraum sehr lichtdurchflutet.