Möglicherweise ist die Volksbank inzwischen dankbar, dass ihr Campus-Projekt an der Lippertsreuter Straße sich etwas hingezogen hat. An Wert verlieren Immobilien und Grundstücke in dieser Lage nicht, das wissen die Banker wohl selbst am besten. Auch wenn die Baukosten ebenfalls gestiegen sind, konnte das Geldinstitut die Zielrichtung der eigenen Investition noch einmal reflektieren und die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten erweitern.

Danach sollen auf dem nach der neuen Baunutzungsverordnung als „Urbanes Gebiet“ deklarierten Areal nicht nur Dienstleister und Gewerbe angesiedelt werden können, sondern auch Wohnungen entstehen. Auch Beherbergungsbetriebe und Gastronomie sollen möglich sein, wie Landschaftsarchitekt Tobias Rexer vom Planungsbüro Agsta Umwelt (Völklingen) im Ausschuss für Bauen, Technik und Verkehr erläuterte.

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Der wichtigste Fortschritt für die Stadt beim neuen Bebauungsplanentwurf und den Bemühungen um ein ansprechendes Entrée sind die vorgeschriebenen drei Meter Abstand der Bebauung von der Grundstücksgrenze an der Lippertsreuter Straße und die vorgesehene Begrünung mit einer Baumreihe. Damit findet eine der wichtigsten Anregungen des mobilen Gestaltungsbeirats der Architektenkammer aus dem Jahr 2019 ihren Niederschlag, dem an einer attraktiven Gestaltung des Stadteingangs gelegen war. Mit 4:1 Stimmen befürwortete das Gremium jetzt die Empfehlung für den neuen Entwurf. Ein Rest von Skepsis blieb bei den Vertretern der Volksbank dennoch, die im Foyer des Rathauses die Beratung verfolgt hatten. Schließlich hatte der Gemeinderat im Dezember 2019 die mehrheitliche positive Empfehlung des Ausschusses gekippt. Doch diese Gefahr besteht in der morgigen Sitzung kaum.

Erster Anlauf der Volksbank bereits 2019

Auch wenn Stadtrat Herbert Dreiseitl (LBU/Grüne) vergeblich die Streichung eines Ausnahmetatbestandes gefordert hatte, der eine Überschreitung der Baugrenzen durch Gebäudeteile „in geringfügigem Ausmaß“ zulässt. Auch Fassadenvorsprünge und sonstige technische Einrichtungen dürfen die Baugrenze überschreiten. Zum Beispiel sind Stützmauern für eine Tiefgaragenzufahrt und an Grundstücksgrenzen auch außerhalb der Baugrenze zulässig.

Beim ersten Anlauf hatte die Volksbank 2019 einen städtebaulichen Entwurf und Gebäudeskizzen vorgelegt, die auf Skepsis gestoßen und mehrfach überarbeitet worden waren. Um am Ende doch abgelehnt zu werden.