Reinhard Ebersbach sagt: „Ich finde die Entscheidung richtig.“ Der ehemalige Überlinger Bürgermeister und Vorsitzende des Vereins Freunde der Landesgartenschau weist darauf hin, dass in absehbarer Zeit keine Veranstaltung mit dem Ministerpräsidenten oder die Anreise von Reisebussen möglich sei. Wenn es nach ihm ginge, würden die Villengärten und eventuell auch die Rosenobel-Gärten teilweise in diesem Sommer für alle öffnen.

Die Drehtore hat man gebraucht aus Lahr übernommen. Sie sollten eigentlich nächstes Jahr weitergereicht werden, müssen jetzt aber länger in Überlingen bleiben.
Die Drehtore hat man gebraucht aus Lahr übernommen. Sie sollten eigentlich nächstes Jahr weitergereicht werden, müssen jetzt aber länger in Überlingen bleiben. | Bild: Sabine Busse

Reinhard Ebersbach ist überzeugt: Nächstes Jahr wird es eine besonders schöne Landesgartenschau geben

„Aber das muss die Stadt entscheiden und die steuerlichen Aspekte müssen geprüft werden.“ Ebersbach freut sich jetzt schon auf das kommende Jahr. „Das wird eine schöne Landesgartenschau“, ist er sicher. „Dann ist alles schön angewachsen, inklusive der Lindenallee nach Andelshofen und dem Sipplinger Kirschbaum.“

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Pfarrer Bernd Walter versteht den Wunsch einiger Bürger nach einer Teilöffnung des Geländes

Auch Bernd Walter, Pfarrer und Leiter der Seelsorgeeinheit Überlingen, sieht die Verschiebung als beste Lösung. Er kann verstehen, dass sich einige Überlinger ein zum Teil geöffnetes Gelände wünschen, gerade in Zeiten, in denen Urlaubsreisen ausfallen. Da er erst seit 16 Monaten vor Ort ist, kenne er die Ausstellungsflächen nicht anders als abgesperrt. „Ich vermisse daher nichts.“

Mit Bedauern berichtet er, dass das Kirchenschiff, das eigentlich am Wochenende auf Hochglanz gebracht und dann ökumenisch bespielt werden sollte, in diesem Jahr nicht anlegen wird. „Es muss noch geklärt werden, welche Gebühren nun trotzdem fällig werden und ob man sich das im nächsten Jahr wieder leisten kann.“

Bettina Dreiseitl-Wanschura plädiert dafür, über neue Schwerpunkte des Programms nachzudenken

Bettina Dreiseitl-Wanschura hat für die Fraktion LBU/Grüne im Rat selber mit für die Verschiebung gestimmt. Die Landschaftsökologin ist Mitinitiatorin der Schwimmenden Gärten. „Wir müssen in den nächsten Tagen gemeinsam mit der LGS GmbH klären, wie es weitergeht“, erläutert sie. Zurzeit lägen noch fünf Inseln im Osthafen, die aber Platz machen müssten, sobald der wieder für den Sportbetrieb geöffnet wird. Dazu bleibe abzuwägen, wie die bereits vor den Villengärten schwimmenden Inseln den Winter auf dem Bodensee überstehen können.

Grundsätzlich sieht Bettina Dreiseitl-Wanschura die Verschiebung auch als Chance. „Wir sollten das Beste daraus machen und überlegen, welche Themen jetzt relevant sind und was sich durch die aktuelle Situation verändert hat.“ Sie plädiert dafür, über neue Schwerpunkte des Programms nachzudenken und Themen wie beispielsweise dem Klima mehr Raum zu geben.

Sparkasse Bodensee als Sponsor der schwimmenden Seebühne findet Verschiebung ebenfalls sinnvoll

Die schwimmende Seebühne, wo in diesem Jahr viele Höhepunkte des Veranstaltungsprogramms der LGS stattfinden sollten, hat die Sparkasse Bodensee gesponsert. Pressesprecher Wolfgang Aich schreibt auf SÜDKURIER-Anfrage: „Die Landesgartenschau ist eine herausragende Veranstaltung in Überlingen, die eine Strahlkraft weit über den Bodenseeraum hinaus hat. Es wäre schade, wenn das wunderschöne Gelände in einzigartiger Umgebung und die vielfältigen Veranstaltungen von den Besuchern nur mit großen Einschränkungen genossen werden könnten.“ Daher könne eine Verschiebung sinnvoll sein, zumal eine „solche Entscheidung von niemandem vorschnell und auf jeden Fall gut überlegt getroffen wird“.

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Jugendgemeinderat will gewonnene Zeit für weitere Vorbereitungen nutzen

Espen Rechtsteiner, Vorsitzender des Jugendgemeinderats, ist froh, dass so entschieden wurde. „Das ist die einzig mögliche und beste Entscheidung, alles andere wäre zu schade gewesen“, sagt er. Er geht davon aus, dass sich das Programm verschieben oder ähnlich neu erstellen lässt. „Dazu werden wir weiter Gespräche mit den Organisatoren der LGS führen und die gewonnene Zeit für die Vorbereitung nutzen.“

Allerdings werden dann nicht mehr alle aktuellen Jugendgemeinderäte im Amt sein. Im November wird neu gewählt. Aus Altersgründen oder weil sie kurz vorm Abitur stehen, kandidieren einige dann nicht mehr, erklärt Rechtsteiner. Trotzdem freut er sich auf nächstes Jahr. „Wir werden mit unseren Veranstaltungen den Nerv der Leute treffen, die dieses Jahr kaum etwas unternehmen konnten“, zeigt er sich überzeugt.