Leonie Josefa Ritter geborene Hienerwadel hat am Sonntag ihren 100. Geburtstag in ihrem Zuhause in Überlingen im Kreis ihrer Familie gefeiert. Dazu gratulierte ihr Oberbürgermeister Jan Zeitler mit Blumen und einem Weingeschenk und übergab ihr die Urkunde mit den Glückwünschen des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Jubilarin wurde als ältestes von vier Geschwistern in Konstanz geboren

Die in Konstanz geborene Jubilarin wuchs in gutem Elternhaus auf, wie sie sagt, und war die älteste von vier Geschwistern. Ihre Schwester Hildegard Gerritzen wurde Apothekerin, ihr Bruder Adalbert Theologe und ihre Schwester Gisela Möller Hauswirtschaftslehrerin. Die Geschwister sind alle bereits verstorben. Vater Johannes Hienerwadel war Verwaltungsdirektor der Spitalverwaltung in Konstanz, die Mutter Anna Käfer, eine Müllerstochter aus Anselfingen bei Engen, leitete den Haushalt der Familie.

Sie machte eine Ausbildung zur pharmazeutischen Vorexaminierten

Leonie Hienerwadel besuchte die Grundschule in Konstanz und legte ihr Abitur an der Zeppelin-Realschule 1938 ab. Danach wurde sie 1939 zum Arbeitsdienst verpflichtet. Ihre Ausbildung zur pharmazeutischen Vorexaminierten erhielt sie in der Malhaus-Apotheke in Konstanz. Das Vorexamen absolvierte sie 1942 in Freiburg mit der Note sehr gut. Bis Herbst 1947 war sie dienstverpflichtet durch die Apothekerkammer Baden in der Malhaus-Apotheke.

Beim Jahresabschlussball des Technikums lernt sie ihren späteren Mann kennen

Beim Jahresabschlussball des Technikums Konstanz 1940 war ihr Ballpartner Kurt Ritter, ein angehender Ingenieur, der aus Landau in der Pfalz kam. Sie verliebten sich sofort, wie die Hundertjährige erzählt. Das Paar konnte jedoch erst während eines Fronturlaubs von Kurt Ritter am 23. Mai 1944 in Konstanz standesamtlich und kirchlich heiraten.

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Nach Kriegsende wurde Kurt Ritter einer der ersten Mitarbeiter beim Bodenseewerk Perkin-Elmer in Überlingen. Die Familie wuchs, drei Töchter kamen auf die Welt, Tochter Regine 1948 in Konstanz, Claudia 1953 und Beate 1955, beide im Krankenhaus St. Ulrich in Überlingen. Heute zählen acht Enkel und zwölf Urenkel zur Großfamilie.

1948 zog die Familie von Konstanz über den See nach Überlingen

1948 war die Familie über den See nach Überlingen gezogen, zehn Jahre später, 1958, zog sie in das selbst erbaute Haus in der Säntisstraße 90. Hier lebt die Jubilarin noch heute und wird hier auch umsorgt. Fast 70 gemeinsame Jahre durfte das Ehepaar erleben, bis Kurt Ritter im Jahr 2012 starb.

„Die lachende Leo“ nennen ihre Nachbarn die liebenswürdige und hellwache Dame.
„Die lachende Leo“ nennen ihre Nachbarn die liebenswürdige und hellwache Dame. | Bild: Lothar Fritz

In ein Seniorenwohnheim möchte sie nicht ziehen

Nach eigenem Bekunden freut sich Leonie Ritter, „dass ich noch Lebensjahre für mich habe, liebevoll umsorgt von der Familie“. In ein Wohnheim möchte sie nicht ziehen.

Bei drei Kindern blieb für Hobbys wenig Zeit

Auf ihre Hobbys angesprochen, meint sie: „Mit drei Kindern hat man nicht so viele Hobbys.“ Doch sie habe mit 40 Jahren noch Skifahren gelernt. Schwimmen, Wandern und Reisen in die Welt waren ihre Leidenschaft.

In den 70er Jahren hatte Leonie Josefa Ritter Kontakt gefunden zum Psychoanalytischen Institut von Dr. Norman Elrod in Kreuzlingen. „Die Seminare dort haben mein Leben, meine Seele und meinen Geist erfüllt und erfreut.“

Der SÜDKURIER und ihre freundliche Umgebung machen ihr täglich Freude

Besonders gefällt ihr, dass der SÜDKURIER jeden Morgen vor der Tür liegt und die Leute freundlich sind. „Was mir nicht gefällt, ist, dass die Straße zum Härlen in einem schlechten Zustand für meinen Rollstuhl ist.“ Doch sonst lebe sie gern in Überlingen: „Das ist mir eine liebe Heimat geworden und hier wünsche ich mir einen guten Tod.“