Margot und Erich Hess konnten am 27. Mai ihr diamantene Hochzeit feiern. In Vertretung des Oberbürgermeisters überbrachte Stadtrat Michael Wilkendorf die Grüße der Stadt Überlingen mit Blumen und Weingeschenken, dazu auch die von Ministerpräsident Kretschmann unterzeichnete Ehrenurkunde.

Geboren bei Bochum und Danzig

Die Eheleute kamen weit voneinander entfernt auf die Welt: Margot Hess 1935 in Witten bei Bochum, Erich Hess 1934 in Zoppot nahe Danzig. Der Krieg brachte sie zusammen. Die Familie von Erich Hess zählte zu der großen Zahl der aus dem Osten vertriebenen Deutschen, die im Ruhrgebiet eine neue Heimat fanden.

Musikhochschule bleib ihr verwehrt

Nach Abschluss der Volksschule wollte Margot Hess Schneiderin werden, fand aber zunächst keine Lehrstelle. Beeindruckt von ihrer Sopran-Gesangstimme bemühte sich ihr Lehrer erfolgreich um ein Stipendium für sie an der Musikhochschule in Dortmund. Doch ihr Vater war dagegen, was sie bis heute noch als verpasste Chance empfindet. Die Ausbildung als Schneiderin hat sie dann doch noch mit der Gesellenprüfung bestanden. Zwischendurch arbeitete sie auch als Schaffnerin in der Bochumer Straßenbahn. Beim Tanzen in den damals typischen Tanzlokalen im Revier hatten sie sich kennengelernt. Am 27. Mai heirateten sie in Witten.

Die Jubilare vor 60 Jahren bei der kirchlichen Trauung.
Die Jubilare vor 60 Jahren bei der kirchlichen Trauung. | Bild: Lothar Fritz/Privat

1964 nach Überlingen gekommen

Über mehrere Zwischenstationen sind sie dann nach Süddeutschland gekommen, 1964 nach Überlingen. Von den beiden Töchtern ist Andrea in Schwenningen, Sabine in Überlingen geboren. Auch vier Enkelkinder, drei Jungen und ein Mädchen, gratulieren den Großeltern zu ihrem Fest.

23 Jahre Mitglied im Gemeinderat

Erich Hess hatte in Überlingen eine Anstellung bei der Firma Bommer bekommen und arbeitete bis zu seiner vorgezogenen Rente 33 Jahre im Heizungsbau. Beiden gefällt es in Überlingen sehr gut. Spontan sagt sie, „Ich liebe Überlingen mit Leib und Seele“. Kein Wunder, sie war 23 Jahre Mitglied im Gemeinderat, aktives Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverband und Beisitzerin im Kreisvorstand. Sie war auch die „Geburtstagsfrau“, die den Mitgliedern persönlich zu den Geburtstagen gratulierte.

Früher im Fraunenchor und der Chorgemeinschaft aktiv

Ihr Hobby seit dem zwölften Lebensjahr war die klassische Musik. Im Frauenchor und in der Chorgemeinschaft war ihre Sopranstimme geschätzt. Außerdem liest sie sehr viel und bezeichnet sich selbst als „Völkerkundlerin“. Trotz Wirbelfrakturen wandert sie gerne in der Region um Oberstdorf. Auch in sozialen Belangen engagiert sie sich, wie bei der Aktion „Weihachten im Schuhkarton“ zugunsten von Caritas und der Diakonie, wo das Paar seinen Alterswohnsitz im Betreuten Wohnen hat.

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