Dass er gegen Kleingärtner Schlak „harte Kante“ gezeigt habe, verteidigte Oberbürgermeister Jan Zeitler im Sommer-Interview. Dabei schilderte er den Vorgang von Ostern, wonach sich Viktor Schlak weigerte, das Gartengrundstück zu verlassen, der Kleingärtner habe die Polizei „angeschrien“, an Corona infiziert zu sein, man müsse ihn im Schutzanzug wegtragen.

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Dieser Darstellung widerspricht Schlak und beruft sich auf die Klage-Unterlagen. Er habe nicht geschrien, so Schlak in einer Erwiderung zum Interview. Schlak in einer E-Mail an die SÜDKURIER-Redaktion: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt die Polizei angeschrien und auch nie gesagt, ich wäre Corona-Infiziert.“

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Und wenn Zeitler im Interview sagte, dass die jetzt gefundene Lösung (Pachtvertrag mit der LBU) ja auch von Schlak vorgeschlagen werden hätte können, so kommentiert der Kleingärtner dies folgendermaßen: „Tatsache ist, dass ich in einem Schreiben an den OB vom 9. März 2017 verschiedene Lösungsmöglichkeiten im Sinne des Allgemeinwohls vorgeschlagen und meine Gesprächsbereitschaft bekundet habe. Aber auch hierauf hat der OB in seiner Antwort nur die altbekannten Rechtspositionen (noch von OB Becker) wiederholt, wonach man nicht mehr weiterverpachten wolle, da dies nicht „kostendeckend“ zu machen sei und im Übrigen der Verwaltungsaufwand zu hoch sei.“

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Ihm sei im ganzen Prozess, so Schlak, „nur Unverständnis, Ablehnung und Beharren auf formalen Rechtspositionen“ vonseiten der Stadt begegnet.

Gegen eine Verkrautung

Des Weiteren legte Schlak noch einmal seine Gründe dar, warum er so vehement dagegen sei, die Flächen brach liegen zu lassen: „Wir wissen aus Erfahrung, dass eine Vergrasung und Verkrautung mit einfachen gärtnerischen Mitteln kaum mehr rückgängig gemacht werden kann und somit die Gefahr bestand, dass die Flächen für eine kleingärtnerische Nutzung verloren gehen würden.“

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