Das Café im Rathaus an der Hofstatt hat neue Pächter. Thomas und Levinia Lailach haben das Lokal am 1. März von Sabine Bornberg übernommen. Sie hat das Café zwölf Jahre lang aufgebaut. Die Lailachs sind in Überlingen keine Unbekannten: Thomas Lailach führt seit mehr als 20 Jahren die Überlinger Kinobetriebe Kammer/Tivoli in der Franziskaner Straße und das Cinegreth am Landungsplatz. Das soll auch so bleiben, versicherte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Die neuen Betreiber, Levinia und Thomas Lailach, werben unter anderem mit verlängerten Öffnungszeiten für das Lokal an der Hofstatt.
Die neuen Betreiber, Levinia und Thomas Lailach, werben unter anderem mit verlängerten Öffnungszeiten für das Lokal an der Hofstatt. | Bild: Schnurr, Michael

Thomas Lailach und seine Frau hatten schon seit geraumer Zeit nach einer Möglichkeit gesucht, neben den Kinos ein zweites Standbein in Überlingen zu entwickeln. Das sei nicht als Rückzug aus dem Kinogeschäft zu verstehen, betont Thomas Lailach. „Das erste Quartal des vergangenen Jahres hatte sich gut angelassen, doch dann kam Corona“, räumt er ein. Dennoch ist er Optimist: Wenn der Kinobetrieb wieder anliefe, hoffe er, dass viele „die Nase voll davon haben, auf dem Sofa zu sitzen und Filme zu streamen“. Er glaube an die „große Sehnsucht vieler, endlich einmal wieder unter Menschen gehen zu können und den Wert eines gemeinsamen Kinoabends zu genießen“.

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Anderseits wurde Thomas Lailach klar, dass es für seine Frau eine Perspektive geben müsse, wenn er sich in zehn oder 15 Jahren aus dem Geschäft zurückziehen wolle. Da sei das Angebot von Sabine Bornberg gerade richtig gekommen: „Ich bin gelernter Hotelfachmann, meine Frau ist Konditorin. Wir sind also nicht fachfremd“, sagt er, „und wenn dann ein Nachfolger für das schönste Café weit und breit gesucht wird, in dem Sabine Bornberg in zwölf Jahren ein tolles Fundament gelegt hat, dann gibt es nicht viel zu überlegen.“ Die Übergabe wäre schon früher erfolgt, doch der zweite Lockdown machte den Lailachs einen Strich durch die Rechnung.

Eröffnung am 6. März mit Speisen zum Mitnehmen

Am Samstag, 6. März, öffnet das Café und Wein im Rathaus zum ersten Mal seine Pforten – coronabedingt zunächst nur im „To go“-Betrieb. Das soll sich aber so rasch wie möglich ändern. Dann sollen die Gäste nicht mehr anstehen müssen, um ihren Kaffee zu bestellen, sondern Lailachs bieten den Service am Tisch an.

Apropos Tisch: Das Café soll seinen Einzugsbereich erweitern, letzte Abstimmungen laufen mit dem Ordnungsamt, damit Café und Wein am Rathaus auch Tische und Stühle am Fischerbrunnen auf der Hofstadt aufstellen darf. Und noch eine Besonderheit planen die Lailachs: Wer mag, kann das Café zukünftig auch für private Feiern buchen.

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Im Café wurde eine neue Theke eingerichtet, auf der Eierspeisen zubereitet werden können. „Wir wollen den Gästen ein reichhaltiges Frühstück bieten“, sagt Levinia Lailach. Die Speisen werden die Namen der Überlinger Stadtteile, von Wahrzeichen der großen Kreisstadt oder von deren Partnerstädten tragen. „Uns ist ein Bezug zu Überlingen sehr wichtig“, erklärt die Konditorin, die selbst gemachtee Tartes beisteuern wird.

Thomas und Levinia Lailach hatten nicht viel Zeit, sich auf die Übernahme vorzubereiten. Ursprünglich war geplant, dass Levinia Lailach sich einen Monat im Café einarbeiten kann, doch wegen der Pandemie wurde daraus nichts. „Sabine Bornberg hat deshalb extra zehn Tage lang einen To-go-Verkauf eingerichtet, damit ich die Abläufe im Café kennenlernen und zu den Mitarbeitern Kontakt aufnehmen kann“, sagt Levinia Lailach. Die neuen Pächter werden übrigens alle sechs Beschäftigten übernehmen und dazu weitere acht Teilzeitkräfte beschäftigen. Ein Umstand, der von den Gemeinderäten ausdrücklich begrüßt worden sein soll.