Seit sieben Monaten sind die Stühle an den Tischen im Gasthaus Löwen in Frickingen-Altheim leer. Seit sieben Monaten tönt kein Lachen von Gästen durch die Räume des Restaurants. Seit sieben Monaten ist das Restaurant coronabedingt geschlossen.

Sieben Monate war des Gasthaus Löwen in Frickingen-Altheim coronabedingt geschlossen. Weil die 7-Tages-Inzidenz im Bodenseekreis fünf Werktage in Folge unter dem Wert von 100 lag, darf das Restaurant nun wieder öffnen.
Sieben Monate war des Gasthaus Löwen in Frickingen-Altheim coronabedingt geschlossen. Weil die 7-Tages-Inzidenz im Bodenseekreis fünf Werktage in Folge unter dem Wert von 100 lag, darf das Restaurant nun wieder öffnen. | Bild: Mona Lippisch

Doch das ändert sich kommende Woche: Roman Pfaff und sein Team öffnen das Gasthaus an der Hauptstraße am Mittwoch wieder für ihre Gäste. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Bodenseekreis fünf Werktage in Folge unter der Grenzmarke von 100 lag, gab das Landratsamt vergangene Woche bekannt, dass die Gastronomie wieder öffnen darf.

„Wir sind voller Vorfreude und Aufregung. Das ganze Team freut sich auf den Tag, an dem wir nach mehr als einem halben Jahr endlich wieder Gäste empfangen dürfen“, sagt Pfaff.

Noch herrscht Unordnung im Gasthaus Löwen in Frickingen-Altheim. In den vergangenen sieben Monaten wurden die Räumlichkeiten anderweitig genutzt.
Noch herrscht Unordnung im Gasthaus Löwen in Frickingen-Altheim. In den vergangenen sieben Monaten wurden die Räumlichkeiten anderweitig genutzt. | Bild: Mona Lippisch

Der Gastronom spricht von Glück, dass alle seine Mitarbeiter nach der coronabedingten Pause wieder mit an Bord sind. Denn Roman Pfaff weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. „Viele meiner Angestellten sind Minijobber, die wir in den vergangenen Monaten abgemeldet haben. Es freut mich sehr, dass sie sich in der Zeit keine andere Arbeit gesucht haben – das hätte ich durchaus verstanden“, sagt er.

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Großputz, Speisekarten, Mitarbeiterschulungen: Bis Mittwoch ist im „Löwen“ noch einiges zu tun

Bis zur Öffnung gibt es im „Löwen“ noch einiges zu tun: Ein Großputz ist angesagt, die letzten Lieferungen stehen an, die Speise- und Getränkekarten werden überarbeitet, die Mitarbeiter geschult. Auch ein Hygienekonzept und Corona-Hinweisschilder müssen her. „Außerdem sind wir gerade dabei, die Terrasse im Außenbereich neu zu gestalten. Wir hoffen, dass sie bis Mittwoch fertig wird und wir die Gäste auch draußen bedienen können“, erzählt Roman Pfaff.

Roman Pfaff ist Betreiber des Gasthauses Löwen in Frickingen-Altheim. Er freut sich, dass er kommenden Mittwoch wieder für seine Gäste öffnet – und hofft, dass die neue Terrasse rechtzeitig zum Öffnungstermin fertig wird.
Roman Pfaff ist Betreiber des Gasthauses Löwen in Frickingen-Altheim. Er freut sich, dass er kommenden Mittwoch wieder für seine Gäste öffnet – und hofft, dass die neue Terrasse rechtzeitig zum Öffnungstermin fertig wird. | Bild: Mona Lippisch

Um Luft für die Vorbereitungen zu haben, hat der Gastwirt sein Abholangebot, das er in der coronabedingten Pause auf die Beine gestellt hatte, vergangene Woche eingestellt. Neben dem laufenden Betrieb wäre das Angebot zum Mitnehmen ohnehin „zu viel“, betont Pfaff. „Nach dem ersten Lockdown 2020 hatten wir das Restaurant offen und haben gleichzeitig noch Essen zum Abholen angeboten. Wir haben schnell gemerkt, dass das zu stressig ist.“

Noch weiß Roman Pfaff nicht, wie das Geschäft in seinem Lokal anlaufen wird. Er rechnet mit einem „vorsichtigen“ Zulauf in den ersten zwei Wochen. Ein paar Reservierungen für die ersten Tage habe er schon entgegengenommen.

„Wenn die Menschen wissen, wie ein Besuch im Restaurant abläuft, wo sie sich davor testen lassen können, dann wird es gut laufen. Davon bin ich überzeugt.“
Roman Pfaff, Gasthaus Löwen

Der Gastwirt sagt aber auch: „Ein großes Geschäft wird es in der ersten Zeit nicht geben.“ Grund dafür sei die Beschränkung der Gästeanzahl. Im Innenbereich des Restaurants dürfen sich maximal 34 Gäste zeitgleich aufhalten. „Das ist weniger als sonst. Aber für den Anfang ist es in Ordnung. Auch wir müssen uns nach der Pause erst einmal wieder an die Arbeit gewöhnen.“

Restaurant Johanniter-Kreuz in Überlingen öffnet kommenden Freitag für Gäste

Voller Vorfreude auf die Öffnung ist auch der Betreiber des Hotels und Restaurants Johanniter-Kreuz in Überlingen-Andelshofen. Andreas Liebich könne es kaum fassen, dass er nach sieben Monaten wieder Gäste in seinem Lokal bedienen darf. „Wir öffnen kommenden Freitag. Bis dahin müssen wir noch einiges vorbereiten“, kündigt Liebich an.

Das Hotel Johanniter-Kreuz in Überlingen-Andelshofen öffnet schon am heutigen Samstag wieder für Urlauber. Im dazugehörigen Restaurant empfängt Betreiber Andreas Liebich ab Freitag wieder Gäste.
Das Hotel Johanniter-Kreuz in Überlingen-Andelshofen öffnet schon am heutigen Samstag wieder für Urlauber. Im dazugehörigen Restaurant empfängt Betreiber Andreas Liebich ab Freitag wieder Gäste. | Bild: Mona Lippisch

Dazu gehören beispielsweise der Einkauf von Essen und Weinen, die Gestaltung der Preisliste und eine Grundreinigung des Hauses. Lieferengpässe habe es in den vergangenen Tagen keine gegeben. „Wir wollen qualitative Gerichte und Getränke anbieten und nehmen deswegen auch mehr Zeit in Kauf, um auf Lieferungen zu warten“, sagt Andreas Liebich.

Besonders froh ist der Gastronom und Hotelier, dass alle seine etwa 30 Mitarbeiter pünktlich zur Öffnung wieder bereitstehen. Denn er wisse von Kollegen in der Branche, dass sich viele Arbeitskräfte in den vergangenen Monaten beruflich anderweitig orientiert haben. „Dass alle wieder dabei sind, macht mich glücklich“, betont er.

Andreas Liebich, Gastronom und Hotelier, freut sich auf die anstehende Öffnung: „Es ist ein sehr positives Gefühl der Vorfreude, verbunden mit Hoffnung auf eine gute Saison.“
Andreas Liebich, Gastronom und Hotelier, freut sich auf die anstehende Öffnung: „Es ist ein sehr positives Gefühl der Vorfreude, verbunden mit Hoffnung auf eine gute Saison.“ | Bild: Archivbild: Stefan Hilser

Während das Restaurant von Andreas Liebich erst am Freitag öffnet, empfängt er in seinem Hotel schon seit diesem Wochenende wieder Urlauber. Zuvor waren coronabedingt ausschließlich Übernachtungen für geschäftlich Reisende erlaubt. „Es ist ein sehr positives Gefühl der Vorfreude, verbunden mit Hoffnung auf eine gute Saison“, beschreibt Liebich seine Stimmung vor der Öffnung.

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Ab heute gibt es wieder Pizza, Pasta und mehr im Nero in Überlingen

Anders als Roman Pfaff und Andreas Liebich öffnet Rayk Krügel seine Pizzeria Nero in Überlingen schon am heutigen Samstag. „Wir dürfen öffnen und wollen auch öffnen“, sagt Krügel. Er betreibt das kleine Restaurant in der Turmgasse gemeinsam mit seiner Frau.

Die Pizzeria Nero in der Turmgasse in Überlingen öffnet schon am heutigen Samstag wieder für Gäste.
Die Pizzeria Nero in der Turmgasse in Überlingen öffnet schon am heutigen Samstag wieder für Gäste. | Bild: Mona Lippisch

Normalerweise hat er als Unterstützung einige Aushilfen eingestellt. Doch nach der langen Pause sei es gar nicht so einfach, an „verfügbares Personal“ zu kommen, berichtet Krügel. Bis auf zwei Mitarbeiter, die vor der Pause bei ihm angestellt waren, hätten sich alle anderen zwischenzeitlich neue Jobs gesucht.

„Weil wir ohnehin recht klein sind, können meine Frau und ich den Großteil am Anfang auch alleine stemmen. Wir sind flexibel und können die Anzahl der Gäste anpassen.“
Rayk Krügel, Pizzeria Nero

Gerade in den ersten Tagen nach der Öffnung rechnet Rayk Krügel in seiner Pizzeria mit einem großen Ansturm. Er macht deutlich: „Auch die Gäste werden flexibel sein müssen. Viele werden keinen Tisch beziehungsweise keine Reservierung bekommen können.“

Trotz Öffnung: Noch immer gelten die Regeln der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Ein Schild an der Tür der Pizzeria Nero weist auf die Vorschriften hin.
Trotz Öffnung: Noch immer gelten die Regeln der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Ein Schild an der Tür der Pizzeria Nero weist auf die Vorschriften hin. | Bild: Mona Lippisch

In der Pizzeria Nero gibt es nur einen Innenbereich. Dort dürfe Krügel wegen der aktuell geltenden Corona-Verordnung etwa 50 Prozent der Tische belegen. Krügel hofft, dass sich die Öffnung des Lokals dennoch aus wirtschaftlicher Sicht für ihn lohnt. „Ich denke, wir werden die Zeitfenster bei den Reservierungen anpassen. Wir müssen ja auch um 21 Uhr wieder schließen“, sagt er. „Aber damit kommen wir vorerst zurecht. Hauptsache, wir können endlich wieder öffnen.“

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