Wilfried Czasch ist niemand, der sich duckt, wenn er eine barsche Antwort bekommt. So sagt der Rollstuhlfahrer über sich selbst. Auch nicht, als er am Donnerstag, 9. April, zum Einkaufen ging und ihm der Zutritt zum Kaufland in Überlingen verwehrt wurde. Laut Czasch sagte der Mitarbeiter am Eingang des Supermarkts wörtlich: „Ohne Einkaufswagen kommen Sie hier nicht rein.“ Da es aber für ihn als Rollstuhlfahrer sehr schwierig ist, auch noch einen Einkaufswagen zu schieben, protestierte er, ging dann aber nach dem Vorfall in einen anderen Überlinger Supermarkt einkaufen.

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„Danach habe ich den Geschäftsführer von Kaufland in Überlingen angerufen“, sagt Wilfried Czasch. „Dieser hat sich dann sofort entschuldigt und gesagt, dass er seine Mitarbeiter instruieren wird.“ Auch der Kaufland-Zentrale habe er daraufhin eine Mail geschrieben. Auch dort habe man sich schnell und korrekt entschuldigt. Man setze zwar alles daran, die behördlich auferlegten Zugangsberechtigungen und -reglementierungen zeitnah und pragmatisch umzusetzen, jedoch gelte dies in so einem Fall selbstverständlich nicht für Kunden, die seh- oder bewegungseingeschränkt seien und in Begleitung einkaufen würden, antwortete die Kaufland-Zentrale.

Eine unangenehme Situation

„Nichts desto trotz war das unangenehm“, sagt Rollstuhlfahrer Wilfried Czasch. „Das Kaufland hatte dort einfach die falschen Mitarbeiter hingestellt. Der Mann und die Frau dort waren sehr unfreundlich.“ Wenn man im Rollstuhl säße, sei man sowieso nur 1,20 Meter groß, sagt Czasch. Das sei ohnehin schon ein merkwürdiges Gefühl. „Wenn man dann noch so angeschnauzt wird, ist das einfach nicht gut“, sagt er.

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Ein Mitarbeiter von Kaufland in Überlingen sagt, dass es sich wohl um ein Missverständnis gehandelt habe. So hätte nicht Czasch selbst, sondern seine Frau einen Einkaufswagen nehmen müssen, da diese abgezählt seien, was eine eben jener Maßnahmen sei, um die Anzahl der Kunden im Markt besser im Auge behalten zu können. Er sagt: „Viele der anderen Kunden verstehen hier manchmal den Grund nicht und es ist ihnen oft einfach zu blöd.“ Er entschuldigte sich bei Wilfried Czasch und habe mit den Mitarbeitern über den Vorfall gesprochen. Darüber hinaus habe die Kaufland-Zentrale Wilfried Czasch wegen der Unannehmlichkeiten einen zehn Euro Gutschein angeboten, gibt Czasch selbst Auskunft. Der Gutschein wurde dann, aufgrund der Corona-Pandemie, nicht mit der Post versendet, sondern direkt auf sein Konto überwiesen.

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