Der Weiße Sonntag, fast unbemerkt verstrichen, Kommunion und Konfirmation – sonst besondere Ereignisse für die ganzen Kirchengemeinden – finden allenfalls im kleinsten Familienkreis statt, ohne großes Fest mit den Verwandten. Nichts ist mehr, wie es vorher war.

Katholische und evangelische Kirchengemeinde reagieren flexibel und gehen auf die verschiedenen Wünsche ein, um es möglichst allen Beteiligten recht zu machen und gleichzeitig den Verordnungen Genüge zu tun.

Die Franziskanerkirche in Überlingen, jeder Platz ist besetzt. Mit Corona-Abstand passen deutlich weniger Menschen in die Gotteshäuser.
Die Franziskanerkirche in Überlingen, jeder Platz ist besetzt. Mit Corona-Abstand passen deutlich weniger Menschen in die Gotteshäuser. | Bild: Hanspeter Walter

„Nur bei uns in Deutschland hat es sich eingebürgert, dass die Erstkommunion häufig am Weißen Sonntag begangen wird“, sagt Pfarrer Bernd Walter von der katholischen Münstergemeinde: „In anderen Ländern wird dies oft erst im Sommer gefeiert.“ So wird es in diesem Jahr auch bei der Seelsorgeeinheit sein – abgesehen von den vier Erstkommunikanten in Lippertsreute, die schon dran waren.

Erstkommunion im Sommer und in kleinen Gruppen

In Überlingen werden die 32 Jungen und Mädchen des aktuellen Jahrgangs am Samstag, 10. Juli, dem Tag vor der zweiten Schwedenprozession, ins Münster einziehen – allerdings in zwei Gruppen zu je 16. „Wir rechnen damit, dass jede Familie im Durchschnitt mit zehn Personen vertreten ist“, rechnet Walter vor. Mit dem Corona-Abstand bringe man im großen Münster 180 Personen unter.

Mitte September traten im Überlinger Nikolausmünster zehn Kinder gemeinsam mit Pfarrer Bernd Walter an den Tisch des Herrn. Unter dem Motto „Das ist mein Leib für euch...“ empfingen sie ihre Erstkommunion. Aufgrund der Pandemie war einerseits der Termin verschoben worden, andererseits wurden die insgesamt 45 Kinder auch in Gruppen aufgeteilt.
Mitte September traten im Überlinger Nikolausmünster zehn Kinder gemeinsam mit Pfarrer Bernd Walter an den Tisch des Herrn. Unter dem Motto „Das ist mein Leib für euch...“ empfingen sie ihre Erstkommunion. Aufgrund der Pandemie war einerseits der Termin verschoben worden, andererseits wurden die insgesamt 45 Kinder auch in Gruppen aufgeteilt. | Bild: Lorna Komm

Konfirmanden aus dem Vorjahr jetzt an der Reihe

Das wäre in der evangelischen Auferstehungskirche undenkbar. Dort feiern an diesem Sonntag, 25. April, schon die ersten sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden, die schon im Vorjahr an der Reihe gewesen wären und nun das Frühjahr nicht vorbei gehen lassen wollten. Der Gottesdienst wird trotz der geringen Zahl auch schon in zwei kleinen Gruppen begangen.

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Lediglich zum gemeinsamen Abendmahl am Vortag kommen alle zusammen – doch nur mit Eltern und Paten. „Wir werden das Abendmahl jedoch auch nicht in einer großen Runde feiern, sondern in Familiengruppen“, sagt Pfarrer Andreas Bücklein, der die jungen Christen gemeinsam mit dem Owinger Kollegen Michael Schauber auf das Ereignis vorbereitet hat. Schauber wird seine Schützlinge am 9. Mai im Rahmen von drei Gottesdiensten konfirmieren.

Veranstaltungen im Freien haben „gut geklappt“

„Mit dem neuen Jahrgang haben wir gemeinsam versucht, alle zwei Wochen etwas unter Corona-Bedingungen anzubieten“, erklärt Andreas Bücklein. Wie eine Stadt-Rallye habe man auch alles andere ins Freie verlegt. Sonst habe der Austausch auch mit den Eltern online stattgefunden. „Das hat eigentlich gut geklappt.“ Terminiert sind die Konfirmationen in Überlingen und Owingen im Moment auf den 10. Oktober (Überlingen) und den 17. Oktober (Owingen).

Fürs Foto eng zusammenrücken. Das ist auch im zweiten Jahr der Pandemie zu vermeiden. Stattdessen gibt es Veranstaltungen mit viel Abstand.
Fürs Foto eng zusammenrücken. Das ist auch im zweiten Jahr der Pandemie zu vermeiden. Stattdessen gibt es Veranstaltungen mit viel Abstand. | Bild: Hanspeter Walter

Die Erstkommunikanten mussten auf die kleinen Gruppen mit Tischmutter verzichten. Stattdessen seien sie alle zwei Wochen mit viel Abstand unter Regie von Stöckler in der Susokirche zusammen gekommen, sagt Pfarrer Walter. Nicht bis zum Juli warten müssen die Jungen und Mädchen aus Owingen. Dis sind am 19. Juni in Owingen und am 26. Juni in Billafingen an der Reihe.

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