Die Wahl ist verschoben, doch eine Lösung des Problems ist vorerst nicht in Sicht. Noch immer suchen Mitglieder des Überlinger Jugendgemeinderats (JGR) nach neuen Kandidaten. Ursprünglich sollte das Gremium bereits Ende November neu gewählt werden.

Nachdem sich nur drei Kandidaten zur Wahl gemeldet hatten, soll sie im kommenden Jahr nachgeholt werden. Mitglied Sven Erik Feger sprach von einen „kleinen Schlag in die Magengrube“, als er bei der Vorstellung des Jahresberichts im Gemeinderat zu dem Thema sprach.

Verwehrte Präsenz auf Social Media?

Die geringe Anzahl von Bewerbern hatte bei den jungen Räten für Enttäuschung gesorgt. Vor der Gemeinderatssitzung hatte Jugendgemeinderätin Julia Sonntag gegenüber dem SÜDKURIER kritisiert, dass das Gremium ihre Arbeit in den sozialen Medien kaum zeigen konnte – und somit möglicherweise weniger Jugendliche erreichte. Die Stadtverwaltung hatte dies mit rechtlichen Hindernissen begründet. Bereits die Räte aus der vorigen Legislaturperiode hatten dies beklagt.

JGR-Mitglied wirbt für Jugendprojekt

Weniger kritische Töne als Sonntag schlug Feger im Gemeinderat an. „Wir hatten ein bewegtes Jahr“, blickte Feger insgesamt zurück. Neben der Diskussion rund um die Wahlverschiebung präsentierte er dort den aktuellen Stand der Projekte des Gremiums.

JGR-Mitglied Sven Erik Feger während der Vorstellung des Jahresberichts in der Gemeinderatssitzung.
JGR-Mitglied Sven Erik Feger während der Vorstellung des Jahresberichts in der Gemeinderatssitzung. | Bild: Cian Hartung

So stehe bei der geplanten Einführung von WLAN am Überlinger Bahnhof zunächst eine Kostenermittlung bevor. Im Gegensatz dazu sei die Entwicklung der Jugend-App abgeschlossen, aber diese müsse noch juristisch geprüft werden, so das Gremiumsmitglied. Außerdem warb er für das Jugendprojekt ‚Überlingen – deine Hood‘. Bei dem Projekt von Streetworker Carlos Goeschel und der Freien Kunstakademie können Jugendliche Ideen einbringen, um Plätze in der Stadt zu gestalten.

Lösungen für Nachwuchsproblem gesucht

Die verschobene Wahl stand bei Fegers Präsentation dennoch im Mittelpunkt. Der Kontakt in den Schulen sei der Schlüssel, um Jugendliche für das Gremium zu begeistern. Wichtig seien Präsenzveranstaltungen oder Vorträge, bei denen die Mitglieder in den Klassen über die Relevanz des Gremiums auf kommunaler Ebene werben könnten.

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„Bereits Anfang des Jahres sind wir mit Schulen in Kontakt getreten“, sagte er. „Nicht von allen Schulen hat es aber Rückmeldungen gegeben.“ Künftig wolle man bei Schulleitungen und Schülervertretungen noch mehr sensibilisieren, so Feger. Neben mehr „digitaler Öffentlichkeitsarbeit“ solle dies auch bei Werbeveranstaltungen erfolgen. Die Forderung nach einem Social-Media-Account für das Gremium kam dabei aber nicht zur Sprache.

Räte betonen Relevanz des JGR

Walter Sorms (LBU/Grüne) betonte im Anschluss an Fegers Vortrag die Relevanz des Jugendgemeinderats auf kommunaler Ebene. Ralf Mittelmeier (Freie Wähler/ÜfA) stimmte ein: „Die mobile Jugendarbeit sollte mehr in die Öffentlichkeit gebracht werden.“ Sein Fraktionskollege Lothar Thum richtete zudem ein Appell an die Jugendlichen: „Wenn sie was umsetzen wollen in Überlingen, sollten Jugendliche kandidieren.“

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Oberbürgermeister Jan Zeitler hob hervor, dass vor jeder Wahl des JGR Schulen zu einem Informationstermin eingeladen würden. „Im Jugendgemeinderat wird wichtige Arbeit geleistet“, betonte er. „Wir müssen uns aber gehörig ins Zeug legen, um mehr darauf aufmerksam zu machen.“