Auf den Straßen fahren so wenige Autos wie schon lange nicht mehr. Denn viele Menschen steigen derzeit auf das Fahrrad um. Vor diesem Hintergrund hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von 134 Städten gefordert, kurzfristig temporäre Fahrradstraßen zu schaffen.

Die Stadt Überlingen lehnte den Antrag ab. Die DUH will sich damit nicht zufrieden geben. Sie wagt einen neuen Vorstoß, nun mit konkreten Forderungen. Außerdem will sie, dass darüber in einem offiziellen Gremium entschieden wird.

Der ursprüngliche Antrag

In einem Antrag vom 7. April hatte die DUH gefordert, kurzfristig temporäre Fahrradstraßen und Tempo-30-Zonen zu schaffen. Die Stadt Überlingen lehnte den Antrag ab. Gegenüber dem SÜDKURIER hieß es, dass die Stadt bereits unabhängig vom Antrag der DUH aktiv an der Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer arbeite und deshalb davon absehe, kurzfristig Fahrradstraßen zu schaffen.

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Was die DUH nun fordert

Das will die DUH so nicht hinnehmen und fordert in einem Antwortschreiben nun konkrete Maßnahmen: Zum einen fordert sie, die Parkplätze entlang der Bahnhofstraße zumindest zeitweise in einen Fahrradweg von 2,5 Metern Breite umzuwandeln. Denn nur so sei das Einhalten des Sicherheitsabstandes gegeben. Zum anderen beantragt sie, dass die Jakob-Kessenring-Straße während der Corona-Pandemie zu einer Fahrrad- und Fußgängerstraße umgewandelt wird.

„Wichtig ist nur der Wille, ein wenig Platz vom Kfz-Verkehr herzugeben“, heißt es in dem Schreiben von Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Auch für die temporäre Errichtung von 30-km/h-Zonen in der Innenstadt sieht die DUH eine Chance. Erst diese Woche sei eine Änderung der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten. Diese ermögliche es der Stadt, Modellversuche durchzuführen, ohne dafür eine erkennbare Gefahrenlage vorweisen zu müssen.

Was die Stadt Überlingen dazu sagt

Eine konkrete Antwort der Stadt, ob über diese Forderungen im Gemeinderat entschieden wird, gibt es nicht. Es heißt lediglich: „Gemäß der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg ist die Stadt Überlingen nicht dazu verpflichtet, diesen Antrag im Gemeinderat zu beraten. Dennoch wird er einer sorgfältigen Prüfung unterzogen, für die wir uns die nötige Zeit nehmen.“ Was genau das heißt, bleibt offen.

Dennoch ist die Stadt dem Thema Radsicherheit gegenüber nicht vollständig gesperrt. Der Arbeitskreis „Fuß- und Radverkehr“ solle wieder ins Leben gerufen werden, heißt es von Seiten der Stadt. Diese bestehe aus Vertretern der Stadt sowie aus Experten wie Polizei und Vertretern des ADFC. Das erste Treffen sei aufgrund der derzeitigen Kontaktbeschränkungen noch nicht terminiert worden.

Mindestens 1,5 Meter Abstand

Auch auf die Änderung der Straßenverkehrsordnung geht die Stadt ein. Der Mindestüberholabstand liege nun bei mindestens 1,5 Metern. Deshalb sei in engeren Straßen, wie beispielsweise der Jakob-Kessenring-Straße, überholen gar nicht mehr möglich, was zur Sicherheit der Radfahrer beitrage.

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