Ein bislang unbekannter Täter hat am Mittwoch, 8. Juni zwischen 8 und 16 Uhr auf einem Gestüt in Überlingen-Ernatsreute ein Pony verletzt, schreibt die Polizei in ihrem Pressebericht. Ersten Erkenntnissen zufolge fügte der Unbekannte dem Tier, das sich in einer Koppel frei bewegte, eine Schnittverletzung mit einem scharfen Gegenstand zu.

Wer hat Verdächtiges gesehen?

Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls oder Personen, die im Tatzeitraum Verdächtiges im Bereich der Koppel wahrgenommen haben, sich unter Telefon 0751/8035500 bei den Ermittlern zu melden.

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Schon in der Vergangenheit hatte es rund um Überlingen und in der westlichen Bodenseeregion Attacken auf Pferde gegeben. Zuletzt verletzte Ende Juli 2020 ein Unbekannter eine Stute auf einer Koppel nordöstlich des Salemer Teilorts Buggensegel.

Die Polizei schloss damals nicht aus, dass derselbe Täter auch Hand an das Bermatinger Pony Rigo gelegt hat, das wenige Tage zuvor auf einer Koppel zwischen Bermatingen und Ahausen so schwer verletzt wurde, dass es einseitig erblindete. Mitte August 2018 verletzte ein Tierschänder eine Stute auf einer Koppel in Überlingen-Lippertsreute.

Häufung der Vorkommnisse 2015 und 2016

In schrecklicher Erinnerung sind August und September 2016, damals gab es mehrere schwere Fälle von Pferdemisshandlung in Überlingen. Ein Tierquäler brachte Anfang September zwei Pferden, die auf einer Weide beim Bacherhof zwischen Lippertsreute und Bambergen grasten, tiefe Schnittverletzungen an den Hinterbeinen bei.

Bereits zwei Wochen zuvor, Ende August 2016, war ein junger Hengst auf dem Hofgut Rengoldshausen verletzt worden. Dem dreijährigen Junghengst Rubin wurde ein 40 Zentimeter lange Schnittwunde zugefügt. Besonders tragisch an diesem Fall: Im selben Stall war fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor ein Pferd desselben Eigentümers schrecklich gequält worden: Mitte August 2015 wurde dem damals zehnjährigen Hengst Zandro eine 25 Zentimeter lange und tiefe Wunde an der Flanke beigebracht.

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Die Attacke auf Zandro war eine von drei, die im Zeitraum vom 17. bis zum 31. August 2015 verübt wurden. Damals wurde Pferde auf dem Hofgut Rengoldshausen, auf dem Länglehof in Hödingen und auf einer Koppel unterhalb von Aufkirch verletzt.

Misshandlungen von Pferden auch im weiteren Umkreis

Auch im größeren Umkreis verzeichnete die Polizei in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere Fälle dieser Art. Allein 2016 gab es neben den Fällen in Überlingen noch weitere fünf Vorfälle im Hinterland des Bodensees bis in den Stockacher Raum. Ein Jahr zuvor, im September 2015, verging sich ein Pferderipper in Volkertshausen, nördlich von Singen, an einem Tier auf einer Koppel, dem er eine 15 Zentimeter lange Schnittwunde zugefügt.

Wenige Tage vor diesem Fall schlug ein Pferderipper in der Gemeinde Eigeltingen bei Stockach zu. Dort wurden zwei Stuten und einem Wallach, die sich auf der Koppel eines Anwesens in der Eigeltinger Mühlebergstraße befanden, ebenfalls tiefe Schnittwunden zugefügt.