Die positive Nachricht lautet, dass die Kinderstiftung in den vergangenen zehn Jahren rund 770 000 Euro für kinderbezogene Projekte ausgegeben hat. Als Vorsitzender des Kuratoriums betonte Benedikt Otte, alle diese Projekte wären nur dank Spenden und ehrenamtlichen Helfern möglich gewesen.

Ewald Kohler, Regionalleiter der Caritas Bodensee-Oberschwaben und Geschäftsführer der Kinderstiftung, erläuterte bei dem Gespräch die Intention: „Wir von der Caritas kommen täglich mit der sozialen Realität der Familien in Berührung.“ Dabei würden sie eine sich öffnende Schere beobachten zwischen Kindern aus wirtschaftlich stabilen Verhältnissen und denen, die unter finanziell erschwerten Bedingungen aufwachsen.

Dazu gäbe es im Bodenseekreis einen besonders hohen Anteil an Alleinerziehenden. Benachteiligte Kinder leiden, so Kohler weiter, häufiger unter Belastungs- und Entwicklungsstörungen. Die Merkmale dafür seien Defizite bei Sprache, Gesundheit und Ernährung.

Vorlesenetzwerk sehr erfolgreich

Um diese Schieflage auszugleichen und Kindern mehr Chancengleichheit, Teilhabe und Förderung zu bieten, hat die Kinderstiftung Projekte ins Leben gerufen. Zu den ersten und erfolgreichsten gehört das Vorlesenetzwerk. An Kitas, Schulen und in Büchereien lesen Ehrenamtliche vor, wecken die Lust am Lesen und schenken den Kindern Zeit und Aufmerksamkeit. Im Jahr vor Corona, also 2019, waren 120 Ehrenamtliche im ganzen Bodenseekreis in dieser Funktion aktiv.

Petra Demmer, Geschäftsführerin der Kinderstiftung Bodensee, berichtete zudem von der mittlerweile eingestellte Notlagenhilfe sowie dem Angebot von Freizeit- und Gruppenerlebnissen. Projektleiterin Maren Dronia stellte neue Angebote vor. Bald gehe „Luchs“ an den Start, ein Patenschaftsprojekt, bei dem Ehrenamtliche als Lernbegleiter Kinder individuell fördern. Dazu sind Angebote zum Schwimmen und Fahrradfahren lernen geplant.

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