Die Filiale des Discounters Aldi darf vom aktuellen Standort in der Heiligenbreite zum Einkaufszentrum La Piazza an der Straße „Zur Weierhalde“ umsiedeln und dort erweitert werden. Dafür gab das Regierungspräsidium Tübingen am 23. Juni grünes Licht, wie Oberbürgermeister Jan Zeitler jetzt berichtete. Mit guten Argumenten ist es der Stadt gelungen, die Zustimmung der Behörde in einem so genannten Zielabweichungsverfahren zu bekommen.

Bereits 2017 Antrag für weitere Ansiedlungen

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Im Dezember 2017 hatte Marcus Groß, Eigentümer des Einkaufszentrums La Piazza, die erforderliche Änderung des Bebauungsplans zur Ansiedlung von drei weiteren Fachmärkten beantragt, wo bislang keine Fläche für diese Nutzung ausgewiesen ist. Auch entsprach der neue Standort nicht dem 2014 beschlossenen Einzelhandelskonzept, das damals wegen des neuen Edeka-Marktes in Härlen aktualisiert und fortgeschrieben werden musste. Beiden Änderungen erteilte der Gemeinderat in den letzten beiden Jahren seine Zustimmung.

Zielabweichungsverfahren notwendig

In Verlängerung des Einkaufszentrums La Piazza an der Straße Zur Weierhalde wird sich die Aldi-Filiale in absehbarer Zeit ansiedeln. Im Hintergrund ist Andelshofen zu sehen.
In Verlängerung des Einkaufszentrums La Piazza an der Straße Zur Weierhalde wird sich die Aldi-Filiale in absehbarer Zeit ansiedeln. Im Hintergrund ist Andelshofen zu sehen. | Bild: Hanspeter Walter

Aus Sicht der Stadtentwicklung sei die geplante Verlagerung von Aldi „sehr wünschenswert“, hatte Baubürgermeister Matthias Längin bei der Beratung 2018 kurz und knapp erklärt. Allerdings widerspreche dies den geltenden raumordnerischen Rahmenbedingungen der Landesplanung, hatte er damals betont. Genau aus diesem Grund war das nun abgeschlossene Zielabweichungsverfahren erforderlich, das der Gemeinderat im Januar 2019 beschlossen hatte. „Bei Lebensmitteln handelt es sich um ein zentrumsrelevantes Sortiment“, erläuterte OB Zeitler jetzt noch einmal. Das heiße, dass weitere Ansiedlungen nach dem bislang geltenden Einzelhandelskonzept nur an integrierten Standorten zulässig waren – und nicht vor den Toren der Stadt.

Verkaufsfläche kann 1200 Quadratmeter betragen

Argument sei insbesondere die bessere verkehrliche Erschließung, sprich Erreichbarkeit, gewesen, erklärte der OB. Einer Änderung des Bebauungsplans zur Verlagerung des Marktes an die Straße Zur Weierhalde stimmt die Behörde jetzt ebenso zu wie einer Vergrößerung der Verkaufsfläche auf 1200 Quadratmeter. Zum Vergleich: Der neue Edeka Schmidt in Härlen hat rund 1280 Quadratmeter, das E-Center rund 3500 Quadratmeter.

Kein neuer Lebensmittelmarkt am alten Standort

Als „Nebenbestimmungen“ nannte Zeitler, dass die Entstehung eines weiteren Einkaufszentrums im Umfeld von La Piazza planerisch ausgeschlossen werden müsse. Ebenso wie die erneute Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes am alten Standort in der Heiligenbreite. „Aber das ist ja genau das, was wir wollten“, sagte der OB. Die Mühe des langwierigen Verfahrens habe sich daher gelohnt. Der Gemeinderat kann nun die beantragte Bebauungsplanänderung beschließen.

Nahezu alles spricht für die jetzige Planung

Fast 20 Jahre ist es her, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat widerwillig grünes Licht für den Umzug des Discounters Aldi von der Lippertsreuter Straße (dem heutigen Volksbank-Areal mit dm-Markt und Bäckerei Diener) an den Rand des Gewerbegebiets gegeben hatten. Nun will der Einkaufsmarkt wieder etwas näher an die Stadt heranrücken. Nahezu alles sprach aus Sicht von Stadtverwaltung und Gemeinderat aus heutiger Sicht für diese Konzentration. Zumal das Areal seit der Freigabe des neuen Burgberganschlusses und der Weierhalde noch besser angeschlossen ist. Über die Zeitvorstellungen von Aldi war von der Pressestelle bis gestern noch nichts zu erfahren.