Die Schuhsohlen der Kunden kratzen derzeit über dem sandigen Boden der Überlinger Greth. Zwar ist der Schnee, den die Kunden am Dienstag in die Markthalle getragen haben, mittlerweile verschwunden, doch der damit vermischte Sand von der Baustelle in der Hafenstraße, ist dort liegen geblieben – sehr zur Verärgerung der Ladenbetreiber.

Sie befürchten, dass Kunden aufgrund des Sauberkeitszustands ausbleiben und sorgen sich um die Sicherheit älterer Kunden vor dem matschigen Eingang in der Hafenstraße. Nun fordern sie auch eine Lösung für das Sauberkeitsproblem von der Stadtverwaltung. Denn diese hat die Baustelle in der Hafenstraße in Auftrag gegeben.

Christian Teutsch, Betreiber des Kiosks in der Greth: „Das war eine richtige Soße, die in der Markthalle herumlag.“
Christian Teutsch, Betreiber des Kiosks in der Greth: „Das war eine richtige Soße, die in der Markthalle herumlag.“ | Bild: Cian Hartung

„Das war eine richtige Soße, die hier herumlag“, beschreibt Christian Teutsch, Betreiber des Kiosks in der Greth, die Schneereste am Mittwoch. Der Schmutz liegt noch auf dem Boden vor den Läden, doch die Mitarbeiter der Greth weigern sich, diesen wegzuräumen, erklärt er. Teutsch sagt: „Wir werden eine Reinigungsfirma beauftragen. Die Kosten werden wir der Stadt schicken.“

„Scharfer Kommentar“ von Mitarbeitern der Baustelle

Eine Ladenbetreiberin, die namentlich nicht genannt werden möchte, habe bei den Mitarbeitern auf der Baustelle am Mittwochmorgen um eine Lösung gebeten. Sie erhielt dort nach eigenen Angaben nur einen „scharfen Kommentar“ und beklagt eine mangelnde Diskussionsbereitschaft bei den Bauarbeitern vor der Tür.

Zeigt auf die Bodenplatte als Übergangslösung für den Dreck nach dem Schneefall: Christian Teutsch, Betreiber des Kiosks in der Greth.
Zeigt auf die Bodenplatte als Übergangslösung für den Dreck nach dem Schneefall: Christian Teutsch, Betreiber des Kiosks in der Greth. | Bild: Cian Hartung

Mittlerweile habe man gemeinsam eine Übergangslösung gefunden: eine Stahlplatte vor der Metallrampe am Eingang, die vorerst für Stabilität sorgt. Steffen Thieme, Leiter des Baustellenabschnitts Hafenstraße, sagt dazu: „Die Ladeninhaber haben eine Holzplatte gefordert. Wir haben ihnen eine Stahlplatte hingelegt, da wir auf der Baustelle mit Fahrzeugen auch darüber fahren müssen. Das war unser guter Wille.“ Weitere Schritte müssten laut Thieme von der Stadt kommen. „Das ist hier nun mal eine Baustelle. Und für den Schneefall können wir nichts“, sagt er.

Aus Schnee ist Matsch geworden: Die Baustelle in der Hafenstraße am Mittwochvormittag.
Aus Schnee ist Matsch geworden: Die Baustelle in der Hafenstraße am Mittwochvormittag. | Bild: Cian Hartung

Kunstrasen als Schmutzfänger vor dem Eingang?

Laut Pressestelle der Stadt Überlingen ist das Anliegen der Ladenbetreiber bereits bei der Stadtverwaltung angekommen. Die Pressestelle stellt klar, dass die Schuld für Schneefall und Verschmutzung aber nicht bei der Stadt liege. Reinigungskosten für die Markthalle werde sie nicht übernehmen, macht aber Lösungsvorschlage: „Auf der ‚Baubrücke‘ zum Eingang könnte ein Kunstrasen gelegt werden, der den groben Schmutz abfängt“, schreibt die Pressestelle auf SÜDKURIER-Anfrage. Die Kosten dafür müssten aber die Ladenbetreiber tragen. Auch rät sie, im Eingangsbereich der Greth Schmutzläufer auszulegen und merkt an, dass die Markthalle auch über die Promenadenseite ohne Hindernisse zu erreichen sei.

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Das sagt der Kiosk-Besitzer zu den Vorschlägen der Stadtverwaltung

Christian Teutsch hält diese Lösung für nicht ausreichend. „Ein Kunstrasen kurz vor dem Eingang wird nicht ausreichen“, meint der Kiosk-Besitzer in der Greth. Und jeden Tag putzen? Das wolle er auch nicht. Ihm schwebt dabei eher ein durchgängiger Sicherheitsweg über den Baustellenboden vor. Notfalls werde er die Sache sowohl organisatorisch als auch finanziell in die eigene Hand nehmen und ein Brett besorgen. „Damit es auch für die Baustellen konform ist, halte ich mit den Jungs draußen Absprache. Das kriegen wir schon hin“, so Teutsch.