Es war der 8. November 2020. Alice Ammon aus Überlingen feierte Geburtstag und bekam von ihrem Freund ein ganz besonderes Geschenk: eine Studioaufnahme eines Liedes im Überlinger Studio Stagedive Records von Michael Schäuble. Kurze Zeit später stand die 31-Jährige am Mikrofon und sang „What Lovers Do“ von Maroon 5. „Es hat tierisch Spaß gemacht“, erinnert sich die gebürtige Österreicherin. „Vor allem, weil es irgendwie eine Wohnzimmer-Atmosphäre war.“

Michael Schäuble war von Alice Ammon begeistert: „Die Chemie stimmte sofort und dafür, dass sie vorher noch nie in einem Studio war, hat sie es unfassbar gut gemacht.“ Die beiden blieben in Kontakt, tauschten sich immer mal wieder aus. Und irgendwann erzählte sie Michael Schäuble von ihrem Traum vom eigenen Song. „Er hat mich seitdem immer und immer wieder ermutigt, es einfach zu machen“, erzählt die 31-Jährige. „Ich hatte anfangs aber keine Idee, wie ich das überhaupt angehen sollte.“

Sie fühlt sich frei in Überlingen: Alice Ammon verarbeitet auch Autobiografisches in ihrem ersten eigenen Song „Frei sein“:
Sie fühlt sich frei in Überlingen: Alice Ammon verarbeitet auch Autobiografisches in ihrem ersten eigenen Song „Frei sein“: | Bild: Reiner Jäckle

Nach dem Mittagsschlaf einen Refrain im Kopf

Dann kam der Geistesblitz nach einem kurzen Mittagsschlaf: „Ich bin aufgewacht und hatte den Refrain im Kopf“, erinnert sie sich. „Ich habe eine Melodie gesummt und dazu den Text überlegt.“ Kurzerhand nahm sie das Handy und schickte die gesummte Melodie per WhatsApp an Michael Schäuble. Dieser spielte sofort die Töne ein und baute ein Instrumental, um damit singen zu können. „Ich war total überrascht, wie schnell das ging“, sagt Alice Ammon. „Dann ging es Schlag auf Schlag.“ Der Text entstand innerhalb weniger Tage und so kam die Wahl-Überlingerin ihrem Traum Schritt für Schritt näher.

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Das Lied trägt den Titel „Frei sein“ und passt perfekt in die aktuelle Zeit. Viele wünschen sich in der Corona-Zeit ihre Freiheit zurück. Mit dem Lied verarbeitet Alice Ammon aber auch eine ganze Menge Selbsterlebtes. „Jeder kennt doch die Situation, dass er irgendwie eingeengt ist“, beschreibt sie. „Bei mir war das eine schwere Krankheit, durch die ich viel im Krankenhaus war.“ Sie hatte starke Schmerzen und konnte nur durch eine Operation gerettet werden. „Es war eine sehr schwere Zeit, aber jetzt kann ich wieder frei sein und das tun, was ich will“, sagt die 31-Jährige, die sich als Sängerin Srila nennt. Der Name ist die Kurzform ihres Zweitnamens Srilatha.

Video: Alice Ammon

Sie hofft, den Sprung ins Radio zu schaffen

Jetzt tut sie genau das, was sie gern macht. Sie fühlt sich wieder frei. Im März 2020 kam sie aus ihrer österreichischen Heimat Tirol nach Konstanz und zog nur wenige Monate später der Liebe wegen nach Überlingen. Mittlerweile arbeitet sie bei einem Augenarzt. Sie singt, weil es ihr Spaß macht, und hat sich mit ihrem ersten eigenen Lied „einen Lebenstraum erfüllt“. Sie hat sich dafür entschieden, das Lied auf deutsch zu singen, weil sie sich damit besser identifizieren und vor allem viel besser ihre Gefühle ausdrücken könne. Sie hofft, mit dem Lied im Stil des modernen Pops mit Elektro-Einflüssen vielleicht sogar den Sprung ins Radio zu schaffen.

Das nächste Lied ist schon in Planung

„Allerdings gehört da viel mehr dazu, als nur einen Song aufzunehmen“, erklärt Alice Ammon. Sie kann es sich durchaus vorstellen, auch mal auf einer Bühne zu stehen. Auf der einen Seite sagt sie: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich träume nicht von einer Karriere als Sängerin.“ Allerdings gibt sie sich auch realistisch und genießt jetzt erst einmal das Gefühl, selbst Songs schreiben zu können. In der Zwischenzeit ist schon das nächste Lied in Planung. „Ich hoffe, wir können es bereits im Frühjahr veröffentlichen“, spekuliert sie. „Und wer weiß, vielleicht schaffen wir ja so viele Songs, dass es irgendwann einmal ein Album gibt.“ Und wenn die Lieder dann noch im Radio laufen, dann ist das musikalische Glück für Alice Ammon perfekt.

Magdalena Lipp, eine Freundin von Alice Ammon, hat das Coverbild für den Song gezeichnet.
Magdalena Lipp, eine Freundin von Alice Ammon, hat das Coverbild für den Song gezeichnet. | Bild: Magdalena Lipp