Beim Restaurantbesuch einfach schnell den QR-Code als Impfnachweis vorzeigen und schon darf man rein? Ganz so einfach ist das leider nicht. Mit der Cov-Pass-Check-App können Gastwirte die Codes ihrer Gäste scannen und so deren Impfzertifikat prüfen. Das Problem: Die App bezeichnet auch das Impfzertifikat von zwei Mal Geimpften als gültig. Das verträgt sich nicht mit der in Baden-Württemberg seit Dezember geltenden 2G-Plus-Regel.

Lukas Waldschütz, Betreiber des Hotel-Restaurant Ochsen in Überlingen, schildert seine Erfahrungen: „Auch wir nutzen die Cov-Pass-Check-App, um die QR-Codes unserer Gäste zu kontrollieren. Ich kenne aktuell keine andere App, mit der sich das machen lässt.“ Da die Gültigkeitsdauer der Zertifikate nicht mit den Anforderungen der Corona-Verordnung übereinstimme, müssten er und sein Personal bei den Kontrollen immer zusätzlich das Datum der Impfungen einsehen.

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„Sofern der Gast die Cov-Pass-App oder Luca nutzt, sehen wir in der Regel das Datum der Impfung direkt über dem Code. Das macht die Kontrolle deutlich einfacher.“ Je nach Datum der Impfung müsse man dann bei Bedarf noch klären, ob es sich um die zweite oder dritte Impfung handle. „Bei der Corona-Warn-App müssen wir nach dem Scannen des Codes immer weiterklicken, um das Impfdatum zu erfahren“, erklärt Waldschütz.

Lukas Waldschütz ist Inhaber des Überlinger Hotels und Restaurants Ochsen.
Lukas Waldschütz ist Inhaber des Überlinger Hotels und Restaurants Ochsen. | Bild: Altmann, Miriam (Extern)

Wunsch nach mehr Differenzierung

Der Gaststättenbetreiber weiter: „Optimal wäre es, wenn die Cov-Pass-Check-App nach dem Scannen des QR-Codes neben Namen und Geburtstag auch anzeigen würde, wann die Impfung erfolgte und um die wievielte Impfung es sich handelt.“ Bei ausgedruckten Zertifikaten sei das Vorgehen ähnlich zeitaufwendig. Eine gute Alternative sei die in durch Apotheken ausgestellte Immunkarte: „Dort ist alles gut ersichtlich, nur der QR-Code lässt sich leider nur bei guten Lichtverhältnissen scannen.“

Benjamin Danzeglocke, Gastwirt vom Landgasthof zum Adler in Überlingen und Ansprechpartner des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Kreisstelle Bodenseekreis, macht ähnliche Erfahrungen. „Es wäre eine unglaubliche Arbeitserleichterung, wenn die App die zeitliche Gültigkeit des Zertifikats prüfen würde.“ Darüber hinaus sei es wünschenswert, auf den ersten Blick erkennen zu können, ob es sich um eine Boosterimpfung handle oder nicht.

Aktualisierung könnte Gastwirten Zeit sparen

„Durch eine Prüfung der zeitlichen Gültigkeit würden alle Beteiligten nicht nur enorm Zeit sparen, sondern auch die Dauer eines nahen Kundenkontaktes stark reduzieren.“ Rechen- oder Flüchtigkeitsfehler bei den Kontrollen zu vermeiden oder nicht mehr mit Gästen über die Gültigkeit ihres Zertifikats diskutieren zu müssen, wären zusätzlich positive Punkte. „Wir würden uns hier eine Nachbesserung der App sehr wünschen“, merkt Danzeglocke abschließend an. Doch wer ist dafür zuständig?

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt zwar im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) die Corona-Warn-App und die Cov-Pass-App heraus, allerdings „sind wir für die epidemiologische Expertise der App zuständig. Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte an das Gesundheits- oder Wirtschaftsministerium“, teilt Wolfgang Scheida von der Corona-Warn-App-Infostelle des RKI mit. Unter die epidemiologische Expertise würden lediglich Aufgaben, wie etwa die Parameter der Risikobegegnungen zu bestimmen, fallen.

Datenschutz verhindert mehr Auskunft

Mehrere Anfragen später antwortet schließlich Andreas Deffner von der Pressestelle des Bundesministeriums für Gesundheit auf die Fragen des SÜDKURIER. „Das digitale Impfzertifikat zeigt den Status der Impfungen an, sodass eine Überprüfung in allen Fällen möglich ist. Wird mit der Cov-Pass-Check-App der QR-Code eines digitalen Impfnachweises gescannt, so wird dem Überprüfenden angezeigt, ob das entsprechende Zertifikat gültig ist.“

Zusätzlich zeige die App die zur Überprüfung der Personalien nötigen Daten an, sprich Name und Geburtsdatum. Die Einsicht in weitere Informationen wie dem genauen Gültigkeitsdatum sei nicht möglich „und ist aus Gründen des Datenschutzes auch nicht vorgesehen. Die Daten sind lediglich lokal auf dem Gerät der Überprüften gespeichert und werden durch das hinterlegte Regelwerk des RKI geprüft“, erklärt Deffner. Eine Anpassung der Cov-Pass-Check-App sei nach Angaben des Pressesprechers datenschutzrechtlich kritisch zu betrachten und im Moment nicht vorgesehen.