Die Aikido-Schule in Überlingen bietet in guter Absicht während der Corona-Krise ein virtuelles Training. Nach unserem Bericht darüber äußerte eine Leserin Zweifel, ob das denn gestattet sei. Tanja Speichert bezog sich auf die Corona-Verordnung des Landes, wonach Sportstätten geschlossen sind. Wie es da sein könne, fragte sie in einer Mail an die Redaktion, dass das Training auf Video aufgezeichnet wird – dazu müsse man die Halle schließlich betreten?!

So lange die Technik einer alleine bedient, darf von befugten Personen die Sportstätte (hier der Trainingsraum der Aikido-Schule) auch während der Corona-Zeit betreten werden.
So lange die Technik einer alleine bedient, darf von befugten Personen die Sportstätte (hier der Trainingsraum der Aikido-Schule) auch während der Corona-Zeit betreten werden. | Bild: Aikido Schule Überlingen

„Es hätte mich doch sehr gewundert, wenn sich nicht der eine oder anderer daran stören würde, dass wir kreativ sind“, antwortete Volker Epting, Vorsitzender des Aikido-Vereins, in einer ersten Stellungnahme. Er präzisierte: „Im Sinn der aktuellen Verordnungen ist natürlich jeglicher Trainingsbetrieb der Aikido Schule Überlingen eingestellt.“ Schon vor der Corona-Verordnung des Landes habe die Schule freiwillig ihren Betrieb eingestellt. Epting: „Den Vereinsmitgliedern ist es nicht gestattet, die Vereinsräume zu betreten oder für private Zwecke zu benutzen.“ Entsprechende Anfragen habe es gegeben, man habe jedoch abgelehnt.

Kein Besuch vom Ordnungsamt

Und wie steht er dazu, dass er selbst die Vereinsräume betritt? „Als Vorsitzender des Vereins, Technischer Leiter und Trainer kann ich – sofern ich die Verordnung richtig verstehe – die Räumlichkeiten natürlich alleine und als einziger betreten. Die Kontaktsperre wird also vollumfänglich und jederzeit eingehalten.“ Das alleinige Begehen der Räume für ein virtuelles Online-Training habe der Gesetzgeber nicht verboten, so Eptings Rechtsauffassung, die sich offenbar auch mit der des Überlinger Ordnungsamtes deckt. Denn es habe sich nach der Veröffentlichung des Beitrags im SÜDKURIER kein Ordnungshüter bei ihm gemeldet.

Corona-Verordnung formuliert eindeutig

Ein Blick in die Corona-Verordnung des Landes schafft Klarheit: Dort steht unter Pagragraph 3, dass „Ansammlungen“ in den Sportstätten verboten sind. Ausnahmetatbestände, die in unserem Beispiel gelten, sind in Absatz 1 formuliert: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet.“

Überlebenskampf für den Verein

Eine weitere für den Verein wichtige Überlegung fügt Epting an: „Auch unser Verein kämpft durch die Corona-Krise um seine Zukunft. Verlieren wir durch den derzeit nicht stattfindenden Trainingsbetrieb zu viele Mitglieder, müssten wir unsere Miete schuldig bleiben und unsere Vereinsräume kündigen.“ Insofern nutze er die technischen Möglichkeiten, um mit seinen Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. „Nicht aus reinem Freizeitvergnügen, sondern auch aus wirtschaftlichen Überlegungen.“

Das virtuelle Training wird auch in den Osterferien fortgesetzt. Wer sich daran beteiligen möchte: Informationen unter www.aikido-ueberlingen.de

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