Der Iberlinger Wieber Allefanz gönnte sich zum fünften Geburtstag eine große Sause im Narrenschiff Renker und bot zur Erbauung des weiblichen Narrenvolks gleich sieben Büttenrednerinnen auf. Angela Reisch alias der Uhu und Barbara Schrader als Waldrapp gaben dabei ein ganz hervorragendes Team als Conférenciers ab und wurden immer wieder von Szenenapplaus unterbrochen.

Angela Reisch alias Uhu foppte den Waldrapp: De Rapp mittlerweile in zweiter Generation, des wisset ihr alle, der koscht no me Geld als die neue Kletterhalle. Unser Fuchs isch dagege so richtig schlau, der hot´s Reschtaurant an der Landesgartenschau.
Angela Reisch alias Uhu foppte den Waldrapp: De Rapp mittlerweile in zweiter Generation, des wisset ihr alle, der koscht no me Geld als die neue Kletterhalle. Unser Fuchs isch dagege so richtig schlau, der hot´s Reschtaurant an der Landesgartenschau. Bild: Stef Manzini

Was 2015 aus einer Prosecco-Laune heraus entstanden war, ist heute fester Bestandteil der Überlinger Saalfasnacht und am vergangenen Samstag gleichsam die erste große Veranstaltung des kommenden Treibens in einer der närrischen Hochburgen am Bodensee. Die Spenden des närrischen Nachmittags, 943 Euro, gehen an die Mädels vom Überlinger Jugend Café

Barbara Schrader als moderierender Waldrapp konterte: Ah Papperlapapp der Uhu läschtert scho wieder über alle ab. Mir sind hier auf dem Narrenschiff. Zur Spende für das Jugend-Café: Da fällt mir was ei, unsere Spende wird hoffentlich it klei.
Barbara Schrader als moderierender Waldrapp konterte: Ah Papperlapapp der Uhu läschtert scho wieder über alle ab. Mir sind hier auf dem Narrenschiff. Zur Spende für das Jugend-Café: Da fällt mir was ei, unsere Spende wird hoffentlich it klei. Bild: Stef Manzini

Das offene Mikrofon, also freie Redebeiträge, war von Anfang an das Konzept der Veranstaltung, die auch diesmal wieder ohne strenge Choreographie auskam. Blieb einmal eine der Büttendamen im Text hängen, gab es schnell einen Tusch von der Band Cellolitis, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.

Claudia Ermoneit feierte ihren Einstand beim Allefanz als Gattin Gisela von Horst Schlämmer. Diesen bezeichnete sie dann auch als Bild von einem Manne. In Lippertsreute wohne sie und halte sich stets im Hintergrund wegen den Paparazzi.
Claudia Ermoneit feierte ihren Einstand beim Allefanz als Gattin Gisela von Horst Schlämmer. Diesen bezeichnete sie dann auch als Bild von einem Manne. In Lippertsreute wohne sie und halte sich stets im Hintergrund wegen den Paparazzi. Bild: Stef Manzini

Rund 80 Närrinnen, alle fürs "Narrenschiff" kostümiert, so auch die Matrosen der "Überlinger Stampfkapelle", strömten in das dekorierte Weinlokal. Dem Renker-Team rund um Wirtin Elke Renker flog der Applaus des Publikums für eine Verwöhn-Atmosphäre zu.

Susi Hilzinger die Hex brachte den allefänzigen Wiebern einen Song über die Fasnet im Städtle und über den Renker mit und einen Reim: lächle, koche, buckle, gäbe, verführe de Ma – gucke ob der no ka. Die Hex hatte sogar echte Knaller im Gepäck.
Susi Hilzinger die Hex brachte den allefänzigen Wiebern einen Song über die Fasnet im Städtle und über den Renker mit und einen Reim: lächle, koche, buckle, gäbe, verführe de Ma – gucke ob der no ka. Die Hex hatte sogar echte Knaller im Gepäck. Bild: Stef Manzini

Politisch wurde es im Programm eher nicht, dennoch ließ sich das normale Stadtgeschehen herrlich durch den Kakao ziehen. Die Büttenrednerinnen beschäftigten sich mit den Alltagsproblemen auch mal aus der Sicht eines echten "Kerle".

Saskia Metzler als Elsbeth berichtete über ihre Geschäftsidee mit Sexspielzeug. Dies schaffe eine zufriedene Stadt und niemand hätte mehr Ärger mit dem Verkehr. Auf dem Landungsplatz würde sie sich dennoch mittlerweile gar nicht mehr zurechtfinden.
Saskia Metzler als Elsbeth berichtete über ihre Geschäftsidee mit Sexspielzeug. Dies schaffe eine zufriedene Stadt und niemand hätte mehr Ärger mit dem Verkehr. Auf dem Landungsplatz würde sie sich dennoch mittlerweile gar nicht mehr zurechtfinden. Bild: Stef Manzini

Christel Schneider, die "Rampensau" des Wieber Allefanz – und dies ist ein Ehrentitel – machte den schwierigen Auftakt. Der "Kerl aus´m Städtle" beschäftigte sich unter anderem mit dem Gendersternchen, dem "Ruhepol" und der "Ruhepolin", und räumte die Lacher sofort ab.

Christel Schneider machte sich als Kerle Gedanken zu den vielen Geländewagen im Überlinger Stadtverkehr. In dieser gefährlichen Stadt mit Elefanten und Nashörnern brauche man, so scheint es, die SUVs, von ihr bezeichnet als Hausfrauenpanzer.
Christel Schneider machte sich als Kerle Gedanken zu den vielen Geländewagen im Überlinger Stadtverkehr. In dieser gefährlichen Stadt mit Elefanten und Nashörnern brauche man, so scheint es, die SUVs, von ihr bezeichnet als Hausfrauenpanzer. Bild: Stef Manzini

Den gut positionierten Auftakt setzte Angelika Meßner als Hausfrau fort und erntete ebenfalls viel Applaus. Ursel Hillenbrand und Claudia Ermoneit gaben ihr Debüt und resümierten gekonnt pointiert über die Sommerhitze und über das Leben an der Seite Horst Schlämmers.

Angelika Meßner kam deftig als emanzipierte Hausfrau daher und wusste: Besser i bin aus seiner Ripp, als aus dem bissle Hirn. Ihr Mann müsse jetzt allerdings spuren, daher gebe es den ehelichen Beischlaf auch nur als Belohnung.
Angelika Meßner kam deftig als emanzipierte Hausfrau daher und wusste: Besser i bin aus seiner Ripp, als aus dem bissle Hirn. Ihr Mann müsse jetzt allerdings spuren, daher gebe es den ehelichen Beischlaf auch nur als Belohnung. Bild: Stef Manzini

Susi Hilzinger gab wiederum die Hexe, die auch auf dem Narrenschiff nicht fehlen durfte, und die ein Höhepunkt des Nachmittags war, wie der stürmische Beifall für ihre Darbietung belegte.

Ursel Hillenbrand vertrat bei ihrem Debüt gekonnt ihre Schwester, sie genoss dabei die Hitze des Sommers und fühlte sich wie im Nudistencamp. In freier Rede bedankte sie sich über des Neibrunze in de See, zum Erhalt des Pegels. Bilder: Stef Manzini
Ursel Hillenbrand vertrat bei ihrem Debüt gekonnt ihre Schwester, sie genoss dabei die Hitze des Sommers und fühlte sich wie im Nudistencamp. In freier Rede bedankte sie sich über des Neibrunze in de See, zum Erhalt des Pegels. Bild: Stef Manzini

Saskia Metzler strapazierte die Lachmuskeln als Elsbeth und ließ sich, im freien Vortrag, über den Landungsplatz als "Escape-Room" aus.

Die Akteurinnen und das Organisationsteam rund um den Überlinger Wieber Allefanz feierten nach der Veranstaltung noch ausgelassen zur Musik von "Jumbo" eine Geburtstagsparty anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens.
Die Akteurinnen und das Organisationsteam rund um den Überlinger Wieber Allefanz feierten nach der Veranstaltung noch ausgelassen zur Musik von "Jumbo" eine Geburtstagsparty anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens. Bild: Stef Manzini

Die "Renkerin" bildete das Schlusslicht und sinnierte "wenn du mal anfangen sollst ganz zum Schluss ist das nicht einfach". Dies gelang ihr jedoch ganz hervorragend und der Beifall honorierte das.

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