Was haben die ehemalige Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker, die Frau von Heiligenbergs Bürgermeister Frank Amann sowie die Partnerin des Owinger Bürgermeisters Hendrik Wengert gemeinsam? Ihre Liebe zu Pferden. Die Freundinnen ritten jüngst gemeinsam über die Alpen.

Die 13-köpfige Reitergruppe inklusive Trail-Guide auf ihrem 200 Kilometer langen Ritt von Füssen zum Reschenpass.
Die 13-köpfige Reitergruppe inklusive Trail-Guide auf ihrem 200 Kilometer langen Ritt von Füssen zum Reschenpass. | Bild: privat

Bei gemeinsamen Arbeitstreffen hatte sich ganz schnell herausgestellt, was sie verbindet, erinnert sich Sabine Becker. Zusammen mit ihrer Freundin Eva Maien machten sich Überlingens Ex-Oberbürgermeisterin, Carmen Amann und Silvia Sulger im August auf einen spannenden Trail durch die Alpen. 6444 Höhenmeter legten sie in sieben Tagen auf dem Rücken der Pferde zurück.

200 Kilometer Alpin-Trail – das ist nur etwas für erprobte Geländereiter

Nichts für Anfänger, betonen die Freundinnen, denn der 200 Kilometer lange Alpin-Trail sei nur etwas für erprobte Geländereiter. Bereits vor drei Jahren planten die vier Frauen die Tour und erzählen von spannenden Momenten in diesen sieben Tagen und „vom totalen Wegsein aus dem Alltag“, wie es Eva Maien nennt.

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Sabine Becker ist inzwischen Rechtsanwältin für Pferderecht

Manch nicht immer gut gemeinten Spott musste Sabine Becker in ihrer Zeit als „Obine“ wegstecken ob ihrer Pferdeleidenschaft. Diese hat die Juristin mittlerweile auch beruflich zu ihrem Inhalt gemacht. Denn wer sich fragt, was Sabine Becker nach ihrer Zeit als Überlinger Oberbürgermeisterin jetzt beruflich macht, dem sei hier geantwortet: Sie ist Rechtsanwältin für Pferderecht. So steht es auf der neu entworfenen Visitenkarte.

Sabine Becker: „Beim Fressen zwischendurch holen sich die Pferde wieder Kraft.“
Sabine Becker: „Beim Fressen zwischendurch holen sich die Pferde wieder Kraft.“

„Da gibt es manche Streitigkeiten betreffend der Pflege der Tiere in Reitställen, oder der Leistungsfähigkeit der Pferde“, erklärt Becker, die erzählt, sie habe Mandanten bis in die Niederlande. Es sei also von Vorteil, dass sie sich in diesem Metier gut auskenne, sagt die passionierte Reiterin, die den 200 Kilometer langen Ritt in den Alpen übrigens als einzige der vier Frauen auf ihrer eigenen Stute Falbala bewältigt hat. „Als OB hatte ich ja nicht so viel Zeit für mein Hobby und hielt meine Stute für ängstlich, heute weiß ich, Falbala war einfach nicht ausgelastet.“

Überlinges Ex-OB Sabine Becker auf ihrer Stute Falbala.
Überlinges Ex-OB Sabine Becker auf ihrer Stute Falbala. | Bild: Stef Manzini

Corona ist kein Grund für den Ritt

Ein Jahr lang habe Becker sich mit ihrer 14 Jahre alten Württemberger Stute auf das „Abenteuer Alpen“ vorbereitet, bei dem Tagesritte von bis zu sechs Stunden quasi anstehen und die Pferde danach selbst versorgt werden müssen. Auch sei es unverzichtbar gewesen, ihre Stute vor diesem Alpin-Trail zu sensibilisieren. Wenn auf dem schmalen Pfad plötzlich ein Erdwespennest auftaucht und die ganze Gruppe von 14 Reitern von jetzt auf gleich im Galopp voranpreschen müsse, dürfte keines der Pferde scheuen, da man ja hintereinander reite, erklärt Sabine Becker. Corona sei für die Freundinnen nicht der Anlass für diesen Urlaub der besonderen Art gewesen, man habe den Ritt ja bereits im vergangenen Jahr geplant, erzählen sie.

Sabine Becker bereitete sich ein ganzes Jahr lang vor

Vom Startpunkt dem Criollo-Gestüt im Halblechtal bei Füssen im Allgäu ging es teilweise auf schmalen Reitwegen bis ans Ziel, nach Nauders am Reschenpass in Tirol. Criollos sind Gaucho-Pferde aus Argentinien, erklärt Silvia Sulger, die seit ihrer Kindheit in Zaire an das Reiten ohne Sattel gewöhnt ist. „Silvia musste auch als einzige von uns Vieren gar nicht trainieren“, sagt Carmen Amann lachend.

Silvia Sulger: „Das wilde Reiten ist einfach meins, schon seit meiner Kindheit in Afrika.“
Silvia Sulger: „Das wilde Reiten ist einfach meins, schon seit meiner Kindheit in Afrika.“

Den vier Reiterinnen ist es wichtig, zu betonen, dass die Reitergruppe sich ausschließlich auf den dafür vorgesehenen Reit- und Wanderwegen, nicht jedoch im freien Gelände bewegt habe. Mit 15 bis 20 Kilometer langen Ausritten hat sich Sabine Becker auf den Alpen-Trail vorbereitet. Die vier Freundinnen waren bereits Jahre zuvor schon einmal vier Tage zum Wanderrreiten mit den „Alpin-Trails“ unterwegs.

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Carmen Amann sagt es so: „Ich bin völlig raus aus dem Alltag, es zählt nur das Ross und die Gruppe und das einmalige Naturerlebnis, kein anderer Urlaub bietet mir das.“ Natürlich sind die Freundinnen stolz auf ihre Leistung und zeigen ihre Urkunden vom bestandenen Alpin-Trail. „Wir kamen auch ganz ohne Gesäßcreme aus“, bringt Eva Maien die Frauen zum Lachen.

Carmen Amann: „Durch die Galerie, eine Straße durch den Berg, kam mit lautem Getöse ein Motorrad.“
Carmen Amann: „Durch die Galerie, eine Straße durch den Berg, kam mit lautem Getöse ein Motorrad.“

Das Hochmoor der Pillerhöhe erinnerte Sabine Becker an die „Unendliche Geschichte“, den Roman von Michael Ende. „Es waren teilweise echt schmale Pfade, kein Handy störte, wir waren so konzentriert darauf, dass die Pferde nicht ins Moor sinken, es war mucksmäuschenstill, ja wirklich märchenhaft.“

Nächstes Jahr wollen die vier Frauen diese Tour wieder machen – und freuen sich schon jetzt darauf.

Eva Maien: „Das Gruppenerlebnis gibt mir so in der Form kein anderer Urlaub.“
Eva Maien: „Das Gruppenerlebnis gibt mir so in der Form kein anderer Urlaub.“
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