Vor dem vergangenen Heimspiel des FC Überlingen gab es eine unscheinbare Übergabe eines Defibrillators, mit dem man tatsächlich Menschenleben retten kann. Auf die Idee kam Initiator Bene Kuczkay, der selbst im Team der „Alten Herren“ (AH) kickt, bereits vor zwei Jahren. Allerdings verlief der Plan damals im Sande. Als es nun vor wenigen Monaten bei der Fußball-Europameisterschaft die schrecklichen Bilder des Dänen Christian Eriksen zu sehen gab, der mit einem Herzstillstand auf dem Feld zusammenbrach, erinnerte sich Bene Kuczkay an seinen Plan und begann ihn umzusetzen.

Defibrillator hängt jetzt gut sichtbar neben den Kabinen

„Man hat gesehen, dass so etwas ganz schnell passieren kann“, erklärt er. „Deshalb habe ich bei uns bei der AH nachgefragt, ob wir gemeinsam zusammenlegen und einen Defibrillator für den Verein anschaffen sollen.“ Gesagt, getan. Seine Teammitglieder waren sofort begeistert und haben die Summe von etwa 1400 Euro zusammenbekommen. Der Vereinsvorstand des FC Überlingen begrüßte die Idee ebenfalls und organsierte umgehend ein Gehäuse, in dem der Defibrillator gut sichtbar neben den Kabinen angebracht werden konnte.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir hoffen natürlich, dass wir ihn nicht brauchen werden, doch er gibt wirklich ein gutes Gefühl, wenn er greifbar ist“, sagt der Vorsitzende Klaus Pillebeit. „Wir sind der AH sehr dankbar, dass sie sich dermaßen im Verein engagieren.“ Die Handhabung des Gerätes sei dabei selbsterklärend: „Es ist ein Laiengerät, das jeder ohne große Einweisung bedienen kann“, erklärt Markus Kröber, der Arzt ist und ebenfalls in der AH spielt. „Wenn man den Defibrillator benutzt, wird der Nutzer anhand einer Sprachsteuerung mit einer Ansage angeleitet, so dass eigentlich gar nichts schieflaufen kann.“ Das Gerät sei einfach konzipiert, damit es auch überall einsetzbar sei.

„Gerät kann schnell mal zum Lebensretter werden“

Genutzt wird es bei einem Herzstillstand oder bei Kammerflimmern. „Es gibt im Jahr allein mehr als 100.000 Herzstillstände“, erklärt Markus Kröber. „Da kann so ein Gerät schnell mal zum Lebensretter werden.“ Und Klaus Pillebeit bringt es auf den Punkt: „Wir sind froh, dass wir jetzt einen haben. Hoffentlich animiert das andere Vereine zur Nachahmung.“