Dort wird es darum gehen, was man sich im kommenden Jahr leisten will und kann. So gibt es bereits Mehrkosten im Vergleich zu diesem Jahr, die sich durch die Fortschreibung erweiterter Leistungen ergeben. Vor einem Jahr wurde entschieden, die Schulsozialarbeit aufzustocken. Die Umsetzung dauerte teilweise bis ins Frühjahr, sodass die Kosten für ein komplettes Jahr erst 2021 zu Buche schlagen werden und damit höher ausfallen als in diesem.

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Unterstützung für Streetworker auf der Kippe

Auch der Beschluss, die mobile Jugendsozialarbeit aufzustocken, stammt aus dem vergangenen Jahr. Partner ist hierbei die Linzgau Kinder- und Jugendhilfe, bei der Carlos Göschel angestellt ist. Eine zweite Streetworker-Stelle sollte ihn ab Sommer 2020 unterstützen.

Der Grundsatzbeschluss aus dem Juni, wegen der coronabedingten Einbrüche bei den Steuereinnahmen keine freiwilligen Leistungen in Auftrag zu geben, blockierte die Besetzung. Da für 2020 nur ein Beschäftigungsumfang von sechs Monaten eingeplant war, lagen die kalkulierten Kosten unter denen nun für 2021 veranschlagten für zwei volle Stellen.

Carlos Göschel im Jugendcafé. Die geplante Unterstützung für den Streetworker steht auf der Kippe.
Carlos Göschel im Jugendcafé. Die geplante Unterstützung für den Streetworker steht auf der Kippe. | Bild: Hilser, Stefan

Der Betrag löste eine Diskussion aus. Während Peter Vögele (FDP) die Notwendigkeit von zwei Stellen infrage stellte, gab Bettina Dreiseitl-Wanschura (LBU/Grüne) zu bedenken, dass in dieser „speziellen Situation“ die junge Generation besonders betroffen und abzuwägen sei, ob nicht andere Maßnahmen ebenso nötig seien. Bei der Vorstellung der mobilen Sozialarbeit im Juli hatte das Gremium noch fast geschlossen die Befürwortung der neuen Stelle signalisiert.

Von den von Bettina Dreiseitl-Wanschura ins Gespräch gebrachten Filteranlagen für Klassenzimmer hält Jan Zeitler wenig: „Alle Oberbürgermeister in der Region sind sich einig, nicht in Filteranlagen zu investieren.“ Der Nutzen sei fragwürdig und die Kosten mit geschätzten 3 Millionen Euro für die Überlinger Schulen langfristig nicht verhältnismäßig.

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Günter Hornstein (CDU) plädierte dafür, den Schwerpunkt auf die Schulsozialarbeit und den Ausbau des erfolgreichen Streetworkings zu setzen.

Bau der „Bunten Villa“ auf 2024 verschoben

Benedikt Kitt vermisste in der Planung den Neubau der „Bunten Villa“ für die Wiestorschule, der längst zugesagt sei. Jan Zeitler verteidigte die Verschiebung dieses Punktes auf das Jahr 2024: „Ich muss Prioritäten setzen.“ Für alles, was auf der Liste nach oben rücke, müsse etwas anderes zurücktreten.

Welche Leistungen schließlich wo auf der Liste landen, wird der Gemeinderat am 11. November entscheiden.