Die Wahlen der Pfarrgemeinderäte in den vier Seelsorgeeinheiten der Region fanden in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen statt. Denn: Eine Präsenzwahl gab es aufgrund der Corona-Krise nicht. Stattdessen gab es für die Wähler erstmals die Möglichkeit einer Online-Wahl. Der ursprünglich auf den 22. März angesetzte Termin zur Wahl wurde aufgrund dieser besonderen Lage um zwei Wochen, bis zum 5. April, verlängert. Die nun vorliegenden Ergebnisse der Seelsorgeeinheiten Überlingen, Meersburg, Sipplingen und Salem-Heiligenberg zeigen: Im Vergleich zur Wahl 2015 hat die Wahlbeteiligung in allen Seelsorgeeinheiten deutlich abgenommen. Dennoch sehen sie auch in der derzeitigen Krise eine Chance. Denn: Die Online-Wahl macht vieles einfacher und könnte sich in der Zukunft weiter etablieren.

Seelsorgeeinheit Meersburg

Insgesamt 8759 Wahlberechtigte gibt es in der Seelsorgeeinheit Meersburg, die die Pfarreien in Hagnau, Immenstaad, Meersburg und Seefelden zusammenfasst. 797 davon haben am vergangenen Sonntag entweder per Brief oder bei einer Online-Wahl ihre 20 Pfarrgemeinderatsmitglieder gewählt. Das sind rund neun Prozent der Wahlberechtigten.

Im Vergleich zur letzten Pfarrgemeinderatswahl vor fünf Jahren ist das jedoch ein deutlicher Rückgang.Denn 2015 machten noch durchschnittlich 27,5 Prozent der Wahlberechtigten in der Seelsorgeeinheit den Gang zur Wahlurne, so Heidi Briehl-Bertler, Pfarrsekretärin der Seelsorgeeinheit. Das sind fast drei Mal so viele, wie in diesem Jahr.

Bild: Baur, Martin

Briehl-Bertler geht davon aus, dass das an der fehlenden Präsenzwahl lag. Trotzdem sieht sie in der Online-Wahl die Zukunft. Schon jetzt hätten sich mehr Leute für eine Online-Wahl als für die Briefwahl entschieden. Sie selbst hat es ebenso gehandhabt. „Das ist wirklich gut gemacht und gut erklärt“, findet sie.

In Meersburg dürfen sich 20 Bürger über einen Sitz im Gremium freuen. Die meisten Stimmen erlangte, so lautet das vorläufige Ergebnis, Michaela Schneider aus dem Wahlbezirk Hagnau mit 536 Stimmen, gefolgt von Matthias Haberstroh aus Immenstaad mit 497 Stimmen und Jürgen Strass aus Immenstaad- Kippenhausen mit 481 Stimmen. Die Ergebnisse der Wahl können in den kommenden zwei Wochen noch angefechtet werden.

Seelsorgeeinheit Überlingen

Während in Meersburg die Wahlbeteiligung bei nur 9 Prozent lag, war sie in der Seelsorgeeinheit Überlingen, die die Münstergemeinde Überlingen und die Pfarreien Owingen, Lippertsreute, Billafingen und Andelshofen zusammenfasst, etwas höher, nämlich 11,6 Prozent. Von den dort 7597 Wahlberechtigten gaben insgesamt 881 ihren Stimmzettel für den Pfarrgemeinderat ab.

Doch auch hier ist die Wahlbeteiligung im Vergleich zur letzten Wahl vor fünf Jahren zurückgegangen. Damals lag die Wahlquote noch bei 17,5 Prozent. Auch Gottfried Mayer, 1. Vorsitzender des Wahlausschusses, führt das schlechtere Ergebnis unter anderem auf die fehlende Präsenzwahl zurück.

Dennoch ist er froh über die Möglichkeit der Online-Wahl: „Sicherlich ist ein Teil der geringeren Wahlbeteiligung der Tatsache geschuldet, dass es aufgrund der Corona-Krise keine Präsenzwahl in den Wahllokalen gab. Umso besser, dass es zusätzlich zur Briefwahl erstmalig die Möglichkeit der Online-Wahl gab“, so Mayer. Sieben der 11,6 Prozent hätten Gebrauch dieser Möglichkeit gemacht, die restlichen 4,6 Prozent hätten sich für die Briefwahl entschieden.

Für Mayer ergeben sich aus der Online-Wahl etliche Vorteile: Zum einen gebe es keine ungültigen Stimmzettel, da das System die Richtigkeit prüft, bevor der Stimmzettel abgeschickt wird. Außerdem stände das Wahlergebnis aus der Online-Wahl direkt nach der Wahl zur Verfügung. Daher glaubt er: „Ich vermute, dass sich diese Möglichkeit der Wahl in Zukunft mehr und mehr durchsetzen wird.“

Von den 15 künftigen Pfarrgemeinderäten erlangte Christine Gäng aus dem Stimmbezirk Überlingen mit 619 die meisten Stimmen. Gefolgt von Johanna Siber aus Owingen mit 605 Stimmen und Manuela Rexroth aus Billafingen mit 571 Stimmen.

Seelsorgeeinheit Salem-Heiligenberg

Mit einer Wahlbeteiligung von 9,8 Prozent liegt die Seelsorgeeinheit Salem-Heiligenberg nahe amdiesjährigen Schnitt von rund 10 Prozent im Erzbistum Freiburg. 2015 war die Wahlbeteiligung mit rund 21 Prozent aber noch deutlich höher.

Bild: Waldteufel - fotolia

Von den 7064 Wahlberechtigten, gaben 697 ihre Stimme für die 26 Pfarrgemeinderäte ab. Die meisten Stimmen entfielen auf Karin Sick aus Salem mit 503 Stimmen. Mit 487 Stimmen entfielen am zweitmeisten Stimmen auf Thomas Kempter aus Frickingen. Karl Dreher erlangte mit 487 Stimmen Platz drei.

Seelsorgeeinheit Sipplingen

Die größte Wahlbeteiligung gab es in der Seelsorgeeinheit Sipplingen. In der kleinsten der vier Seelsorgeeinheiten wählten rund 14 Prozent der Bürger den künftigen Pfarrgemeinderat. In Zahlen: Von den 1744 Wahlberechtigten gaben 247 einen Stimmzettel ab. Wie in allen anderen Seelsorgeeinheiten, war auch hier die Wahlbeteiligung 2015 noch deutlich besser. Damals gingen rund 21 Prozent der Gläubigen wählen.

Bild: Kleinstück, Holger

Gewählt wurden in diesem Jahr in der Seelsorgeeinheit Sipplingen 17 Pfarrgemeinderatsmitglieder. Die meisten Stimmen, nämlich 198, entfielen auf Norbert Frei aus Nesselwangen, gefolgt von Andreas Vogler aus Hödingen mit 190 Stimmen und Renate Wieczorek aus Nesselwangen mit 189 Stimmen.

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