60 Jahre lang sind Viktoria und Gottfried Waibel verheiratet: Grund genug für die beiden, im Kreise vieler Familienangehöriger das Jubiläumfest zu feiern. Dazu gehörten unter anderem drei Kinder, sechs Enkel und ein Urenkel. Vorangegangen war ein Dankgottesdienst zur Diamantenen Hochzeit in der Kirche St. Peter und Paul in Nesselwangen. „Uns geht‘s gut, wir können nicht klagen. Und wir singen gerne“, sagten die beiden beim Besuch des SÜDKURIER.

Viktoria Waibel wurde 1939 in Höllsteig bei Billafingen als jüngste von vier Schwestern geboren. Zur Schule ging sie in Billafingen: Da diese außerhalb lag, musste sie jeden Morgen bei Wind und Wetter zwei Kilometer laufen. Gern hätte sie einen Beruf erlernt, musste aber auf dem Hof helfen, da ihr Vater verstarb, als sie erst sechs Jahre alt war. Gottfried Waibel wurde 1932 als zweitältester Sohn geboren. Er begann 1947 eine Lehre zum Schlosser bei der Schlosserei Wenk in Überlingen.

An der Fasnet 1956 hat es gefunkt

An einem kalten Fastnachtssonntag 1956 lernten sich Viktoria und Gottfried bei einer Tanzveranstaltung im damaligen Adlersaal in Nesselwangen kennen. Von da an war Gottfried des Öfteren in Höllsteig zu Besuch. 1960 begann das Paar mit viel Eigenleistung ein Haus zu bauen, bevor 1962 in Nesselwangen bei eisiger Kälte am 27. November die Hochzeitsglocken läuteten. 1963 erblickte Sohn Michael das Licht der Welt. Jeweils im Abstand von drei Jahren kamen Sohn Markus und Tochter Christa hinzu.

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Auch den Mesnerdienst versah das Paar bis 2020

Während sich Viktoria Waibel um Haus, Garten und Kinder kümmerte, war Gottfried Waibel insgesamt 46 Jahre bei der Schlosserei Wenk beschäftigt. Neben seiner Berufstätigkeit hatte er zahlreiche Ehrenämter in Nesselwangen, angefangen vom Gemeinderat über den Ortschaftsrat bis hin zu Feuerwehr und Kirchenchor. Gar schon 57 Jahre singt Viktoria Waibel, zunächst beim Kirchenchor Nesselwangen, inzwischen beim Kirchenchor Hödingen, der sich vor einigen Jahren mit dem Kirchenchor Nesselwangen zusammenschloss. Ihr Mann war außerdem von 1969 bis 2005 im Pfarrgemeinderat tätig und 25 Jahre dessen Vorsitzender. Von 2004 bis 2020 war das Paar im Mesnerdienst in Nesselwangen im Einsatz, da sich niemand dazu bereit erklärt hatte.

Mit etwas Hilfe können sich beide noch selbst versorgen

Zwar haben beide in den vergangenen Jahren einige gesundheitliche Rückschläge erleben müssen, aber dennoch freuen sie sich, dass sie sich – mit der Unterstützung ihrer Kinder und Schwiegerkinder – weitestgehend selbst versorgen können.