Das neue Boulder- und Kletterzentrum neben der Sporthalle kann man zurzeit buchstäblich wachsen sehen. Mit mehreren Kränen montiert die Firma Seiler die vorab auf ihrem Gelände in Owingen gefertigten Elemente auf der Baustelle. Die großen Balken veranschaulichen eindrucksvoll die Dimensionen. „Wir freuen uns sehr!“, sagt Klaus Haberstroh, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV), Sektion Überlingen. Mittlerweile sei unter den Mitgliedern große Euphorie ausgebrochen. Anfangs, als nur die Bodenplatte zu sehen war, sei das noch verhaltener gewesen, ergänzt er.

Video: Sabine Busse

Kletterwände kommen durchs Dach

Das Boulderzentrum wird in Holzständerbauweise errichtet. Laut Plan soll in ungefähr vier Wochen die Verkleidung mit gedämmten Fassadenplatten aus Metall erfolgen. Doch bevor das Gebäude ganz geschlossen ist, ungefähr Mitte April, werden die vorgefertigten Kletterwände mit einem Kran ins Innere gebracht – sie passen durch keine Tür. Dann geht es auch mit dem Innenausbau los.

Die Elemente der Holzständerbauweise werden später mit gedämmten Fassadenelementen verkleidet.
Die Elemente der Holzständerbauweise werden später mit gedämmten Fassadenelementen verkleidet. | Bild: Sabine Busse

Eröffnung im September

Mit dem bisherigen Ablauf ist Klaus Haberstroh zufrieden. Es habe lediglich eine kleine Verzögerung wegen der Abnahme der Statik der Holzelemente gegeben. Das Wetter spielte keine Rolle, da während der Frostperiode sowieso keine Arbeiten auf der Baustelle vorgesehen waren. Damit bliebe es beim geplanten Eröffnungszeitraum im September 2021, so der DAV-Vorsitzende. Im August soll bereits ein Testbetrieb starten.

Die Kletterhalle auf dem Schulcampus wächst zurzeit täglich.
Die Kletterhalle auf dem Schulcampus wächst zurzeit täglich. | Bild: Sabine Busse

DAV-Geschäftsstelle zieht hier ein

Parallel zu den Arbeiten auf der Baustelle sind DAV-Mitglieder aktiv, um den Betrieb der Kletterhalle vorzubereiten. Im vergangenen Jahr nahmen einige bereits an Fortbildungen teil, bei denen sie gelernt haben, Kletterneulinge anzuleiten und Routen zu konzipieren. Auch Personalgespräche hätten bereits stattgefunden, so Haberstroh. In die Halle wird auch die neue Geschäftsstelle des 2750 Mitglieder zählenden Vereins mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer einziehen.

Auch im Bereich Finanzen komme man voran, betont Klaus Haberstroh. So hätten sie schneller als erwartet einen Hauptsponsor gefunden und seien mit weiteren im Gespräch. Damit seien die größten Befürchtungen, dass die Unternehmen sich mitten in der Corona-Krise komplett zurückziehen, zum Glück nicht eingetroffen. „Aber natürlich fehlen noch Spendengelder“, räumt er ein.

Der große Kran bringt das Material in die Höhe, die Hebebühne die Arbeiter.
Der große Kran bringt das Material in die Höhe, die Hebebühne die Arbeiter. | Bild: Sabine Busse

DAV-Chef: „Die Lage ist ideal“

Nun hoffen Haberstroh und seine Mitstreiter, dass sich die Corona-Lage bis zum September entspannt, viele Menschen geimpft sind und Sport in der Halle wieder möglich sein wird. Zudem hätten sie eine aufwendige Lüftungsanlage und diverse Hygienemaßnahmen eingeplant.

Klaus Haberstroh: „Natürlich fehlen noch Spendengelder.“
Klaus Haberstroh: „Natürlich fehlen noch Spendengelder.“ | Bild: Hilser, Stefan
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„Vielleicht kommen wir ja gerade richtig und bieten den Leuten eine tolle Möglichkeit, sich vor Ort sportlich zu betätigen“, sagt Haberstroh. Der Standort in Nachbarschaft zu dem kleinen Hartplatz, der neuen Sporthalle und dem Schulcampus könnte nach Meinung von Klaus Haberstroh nicht besser gewählt sein: „Das wird eine tolle Geschichte und die Lage ist ideal.“

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