Man sah zwar am gestrigen Montag die ersten lachenden Gesichter unter den Einzelhändlern. Doch zufrieden sind keineswegs schon alle. „Die Leute haben Lust auf Normalität“, sagt Uwe Zscherp vom Schuhhaus Maier. Schon um 9 Uhr seien die ersten Kunden an der Tür gestanden, sagt Zscherp, der zur Sicherheit schon mal eine Absperrbarriere zimmern ließ, falls das Limit von fünf Kunden erreicht ist. „Wir waren selbst überrascht“, erklärt der Schuhhändler, der während der vergangenen Wochen telefonisch erreichbar blieb. Die Leute hätten Schuhe abgeholt und diese zuhause anprobiert, sagt Zscherp: „Vor allem Kinder wachsen ja schnell und brauchen größere Schuhe.“

„Viele Kinder sind gewachsen und brauchen dringend neue Schuhe“: Uwe Zscherp vom Schuhhaus Maier hat eine Notbarriere bereit, wenn zuviele Kunden sich zu drängeln drohen.
„Viele Kinder sind gewachsen und brauchen dringend neue Schuhe“: Uwe Zscherp vom Schuhhaus Maier hat eine Notbarriere bereit, wenn zuviele Kunden sich zu drängeln drohen. | Bild: Hanspeter Walter

Günter Broeski hofft auf bessere Zeiten

Persönlich ausgeliefert hat auch Günter Broeski vom „Spieleland“ in der Christophstraße „erstaunlich viel“, wie er sagt. „Das lief recht gut.“ Von einem echten „Ostergeschäft“ könne man allerdings wirklich nicht sprechen, erklärt Broeski. „Das ist an mir vorbeigegangen.“ Ein bisschen ärgert es den Spielwarenhändler schon, dass ihm der Drogeriemarkt nebenan und die großen Einkaufsmärkte weiterhin Spiele verkaufen durften. „Eigentlich hätte man diese Bereiche auch schließen müssen“, sagt er. „Doch wir müssen damit leben. Ich bin auch niemandem böse.“ Günter Broeski hofft nun einfach auf bessere Zeiten.

Mit Mundschutz und Desinfektionsmittel empfangen Ursula Munding (links) und ihre Auszubildende Melanie Hatzenbühler die Kunden im Trendhaus. Ärgerlich für Munding ist, dass das Haupthaus noch geschlossen bleiben muss.
Mit Mundschutz und Desinfektionsmittel empfangen Ursula Munding (links) und ihre Auszubildende Melanie Hatzenbühler die Kunden im Trendhaus. Ärgerlich für Munding ist, dass das Haupthaus noch geschlossen bleiben muss. | Bild: Hanspeter Walter

Noch gar nicht lachen kann Ursula Munding

Der Spielwarenhändler hat noch das Glück, dass seine Produkte saisonal unabhängig sind. Anders bei den Modegeschäften. Noch gar nicht lachen kann daher Ursula Munding. Und das liegt nicht nur am Mundschutz, den sie den Kunden zuliebe trägt und auch verkauft. Zwar konnte sie gestern mit dem Trendhouse in der Christophstraße die ersten Türen wieder öffnen, noch geschlossen bleiben muss allerdings das Modehaus in der Franziskanerstraße.

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„Ich kann diese Grenze nicht verstehen“, sagt Ursula Munding, die nach eigenem Bekunden schon am Wochenende viele Briefe geschrieben hat – an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, den Landtagsabgeordneten Martin Hahn und OB Jan Zeitler. „Diese Regelung ist unfair. Das macht uns kaputt“, sagt sie. „Wir mussten ja schon im Herbst unsere ganze Frühlings- und Sommermode ordern. Darauf bleiben wir nun sitzen. Im nächsten Jahr gibt es schon wieder andere Farben.“

Auch die Sportler können nun wieder aus dem Vollen schöpfen

Mehr Farbe können auch die Floristen wieder ins Leben bringen. Während Betriebe mit eigenen Gärtnereien geöffnet bleiben konnten und auch Einkaufsmärkte Blühendes lieferten, mussten die Blumenhändler pausieren. Es sei denn, sie lieferten auf Bestellung aus, wie „Blütenrausch“ am Pflummernplatz. Auch die Sportler können nun wieder aus dem Vollen schöpfen. Sowohl Intersport Schmidt als auch der Profimarkt im Einkaufszentrum hatten ein zweistündiges Zeitfenster für Abholkunden geöffnet. „Bei uns in der Stadt wurde dies auch genutzt“, sagt Verkäuferin Sylvia Riethmüller.

Alles wird gut, hofft zumindest Franceso Collodel. Der Besitzer des „Eis-Paradies“ zimmerte gestern noch an Schutzeinrichtungen und will am heutigen Dienstag wieder öffnen.
Alles wird gut, hofft zumindest Franceso Collodel. Der Besitzer des „Eis-Paradies“ zimmerte gestern noch an Schutzeinrichtungen und will am heutigen Dienstag wieder öffnen. | Bild: Hanspeter Walter

Letzte Vorbereitungen an der Eisdiele

Aus Sicherheitsgründen bewusst ganz geschlossen hatte Franceso Collodel sein beliebtes „Eis-Paradies“ in der Marktstraße – und das am Schaufenster auch ausführlich begründet. Gestern nun baute der Inhaber die letzten Sicherheitseinrichtungen. „Wir haben mit der Produktion erst langsam begonnen“, sagt er, „und ab Dienstag wollen wir wieder öffnen. Wir sind optimistisch, dass sich alle vernünftig verhalten.“ Schließlich waren hier lange Schlangen auch vor Zeiten von Corona schon an der Tagesordnung.

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