Für den Fotoclub Überlingen geht ein ganz besonderes Jahr zu Ende, das eine entsprechende Ausstellung beschließt: Derzeit zeigt der Club Fotografien zum 1250. Jubiläum der Stadt Überlingen sowie eine fotografische Rückschau auf die Landesgartenschau (LGS). Die Ausstellung ist noch bis 21. November in der Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ zu sehen.

Bauliche Entwicklung der Stadt über die Jahrhunderte als Thema

Etwa 40 Schwarzweiß-Fotografien zum Stadtjubiläum bilden Ansichten und Detailaufnahmen von historisch bedeutsamen Überlinger Gebäuden ab, aber auch Fassaden der neueren Zeit gibt es, als Beispiele für die bauliche Entwicklung über die Jahrhunderte.

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In rund 50 weiteren Fotos zeigen die Mitglieder des Fotoclubs die bunte Pracht und Kreativität der abgelaufenen Landesgartenschau, die einen Eindruck von der fast befreiten Stimmung, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, vermitteln sollen. In einem umgrenzten Bereich der Galerie stellen sich die Mitglieder des Fotoclubs mit einer kleinen Auswahl eigener Themen persönlich vor.

Kurt Waldvogel, Paul Knisel, Hans-Friedrich Hammann und Johannes Beller (von links) unterhalten sich über die Fotografien, die sie und weitere Mitglieder des Fotoclubs Überlingen in der Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ aufgehängt haben. Die Ausstellung ist noch bis zum 21. November zu sehen.
Kurt Waldvogel, Paul Knisel, Hans-Friedrich Hammann und Johannes Beller (von links) unterhalten sich über die Fotografien, die sie und weitere Mitglieder des Fotoclubs Überlingen in der Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ aufgehängt haben. Die Ausstellung ist noch bis zum 21. November zu sehen. | Bild: Holger Kleinstück

Erstmals gab sich der Fotoclub selbst eine Themenvorgabe

„Es ist die 20. Ausstellung“, verdeutlichte Vorsitzender Johannes Beller im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Es ist aber das allererste Mal, dass wir uns Themen gestellt haben.“ Zum Stadtjubiläum, erläuterte er, habe man im Vorfeld beschlossen, Gebäude und Details von Gebäuden zu zeigen, „die irgendwie städtebaulich auch relevant sind“. Die Spanne der Gebäude reiche vom ältesten, der Kapelle Goldbach aus dem neunten Jahrhundert, bis zum derzeitigen Wohnprojekt der Baugenossenschaft Überlingen auf dem Schättlisberg.

Schwarzweiß komme gut bei den Besuchern an

Zu sehen sind unter anderem Jodok- und Franziskanerkirche, das Aufkircher- und das Franziskanertor, die Torkel beim Museum und der Stadtbücherei sowie Neue Sporthalle, Parkhaus Therme und Kletterhalle. Bei dem Streifzug durch die Jahrhunderte ließen sich „ganz gut bestimmte Stilentwicklungen erkennen“, so Beller. Dass man Schwarzweiß für diese Aufnahmen gewählt habe, komme gut bei den Besuchern an.

„Die Jodokkirche hat für mich eine besondere Bedeutung. Ich bin in der Nachbarschaft aufgewachsen und durfte als Kind mit Herrn Auer, damaliger Messmer, zur heiligen Messe die Glocke mit dem Glockenseil läuten.“
„Die Jodokkirche hat für mich eine besondere Bedeutung. Ich bin in der Nachbarschaft aufgewachsen und durfte als Kind mit Herrn Auer, damaliger Messmer, zur heiligen Messe die Glocke mit dem Glockenseil läuten.“ | Bild: Kurt Waldvogel

Ein weiterer Grund für diese Farbgestaltung ist laut Beller der zweite große Teil der Ausstellung. „Die Bilder der Landesgartenschau konnten wir schlecht in Schwarzweiß bringen“, erläuterte er. „Es ist eine farbenprächtige Geschichte geworden.“ Außerdem war es dem Vorsitzenden zufolge ein dankbares Thema.

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Verein und Ausstellung

Landesgartenschau sei viel mehr gewesen als „nur Blumen und Blüten“

„Wir waren noch nie so viel fotografisch unterwegs wie in diesem Jahr.“ Praktisch jeden Tag hätten sich neue Themen und neue Motive aufgetan. Man habe aber keinesfalls nur Blumen, Bienen und Beete, sondern auch die Stimmung einfangen wollen, die bei bestimmten Veranstaltungen zu spüren gewesen sei. „Wir wollten ein Überblick über die gesamte LGS haben. Also nicht nur auf Blumen und Blüten bezogen. Denn es war viel mehr“, verdeutlichte Beller.

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„Neben vielem auf der LGS haben mich fotografisch vor allem die unterschiedlichen Themen in den Blumenschauen in der Kapuzinerkirche angesprochen. Besonders eindrucksvoll dargestellt fand ich den Kontrast zwischen Pflanzen und Blüten einerseits und nicht pflanzlichem Material andererseits unter dem Thema Ikebana.“
„Neben vielem auf der LGS haben mich fotografisch vor allem die unterschiedlichen Themen in den Blumenschauen in der Kapuzinerkirche angesprochen. Besonders eindrucksvoll dargestellt fand ich den Kontrast zwischen Pflanzen und Blüten einerseits und nicht pflanzlichem Material andererseits unter dem Thema Ikebana.“ | Bild: Hans-Friedrich Hammann

Das Schwierigste sei der Auswahlprozess gewesen. „Es kamen noch nie so viele Bilder zu einem Thema zusammen.“ Manchmal habe es in der Tat „ein bisschen wehgetan“, Bilder auszusortieren. Beller: „Ich denke, dass wir mit der Auswahl einen schönen Überblick geleistet haben.“

„Blumenfotografie ist für mich einfach eine große Freude. Nicht von ungefähr habe ich um mein Haus einen Garten mit vielen schönen, bunten Blumen.“
„Blumenfotografie ist für mich einfach eine große Freude. Nicht von ungefähr habe ich um mein Haus einen Garten mit vielen schönen, bunten Blumen.“ | Bild: Paul Knisel

Ein dritter Teil der Ausstellung widmet sich den persönlichen Interessen der Mitglieder

Da es seinen weiteren Ausführungen zufolge aber auch immer Wunsch der Mitglieder sei, auch vier bis sechs Fotos aus dem eigenen Fundus zu zeigen, habe man noch einen dritten Teil in die Ausstellung integriert. Diese Fotos sind am Eingang der Ausstellung auf Stellwänden zu sehen. „Bilder, die vielleicht besser beschreiben, was einen so selber über das Jahr beschäftigt, wenn man nicht auf den Events ist oder nicht themenorientiert arbeitet“, erklärte Beller.