Die Mitglieder des Vereins Familientreff Kunkelhaus haben eine neue Vorsitzende gewählt. Caroline von Ehrenstein ist vor gut einem Jahr mit ihrer Familie von Freiburg nach Nußdorf gezogen und wagte nun direkt den Sprung an die Vorstandsspitze. „Wenn man ein Kind zur Welt bringt, während gleichzeitig eine Pandemie beginnt, ist man froh um Anschluss“, sagte die 36-Jährige. Als Neubürgerin bot ihr der Familientreff Kontakte und Austausch. Sie möchte dazu beitragen, die Angebote und den Mehrwert des Familientreffs weiterzuentwickeln.

Caroline von Ehrenstein ist die neue Vorsitzende des Vereins Familientreff Kunkelhaus. Nachdem sie als Neubürgerin und junge Mutter dort Anschluss fand, möchte die 36-Jährige sich für andere Familien engagieren.
Caroline von Ehrenstein ist die neue Vorsitzende des Vereins Familientreff Kunkelhaus. Nachdem sie als Neubürgerin und junge Mutter dort Anschluss fand, möchte die 36-Jährige sich für andere Familien engagieren. | Bild: Miriam Altmann

Familientreff passt sich der Lage an

Pandemiebedingt hat sich das Angebot des Familientreffs gewandelt: Vieles musste pausieren, manches konnte zumindest zeitweise in kleinen, festen Gruppen stattfinden, berichtete die scheidende Vorsitzende Christine Schroff bei der Mitgliederversammlung. Der 175 Mitglieder umfassende Verein und das Jugendamt erreichten mit ihren Angeboten im Berichtszeitraum dennoch 230 Familien. „Es sind sehr viele Veranstaltungen online gelaufen“, erklärte die 38-Jährige.

Über den Familientreff und den Vereinsvorstand

Online-Angebote als neue Säule

Martina Fahlbusch-Nährig, die den Familientreff seitens des Jugendamts Bodenseekreis leitet und den Verein begleitet, sieht im wachsenden digitalen Angebot auch Vorteile: „Das ist klasse, weil viel mehr Leute teilnehmen können“, sagte die Sozialpädagogin. „Wir werden Online-Angebote am Abend als eine Säule unserer Elternbildung behalten.“ Dafür benötige es stabiles, leistungsfähiges WLAN in den Veranstaltungsräumen, merkte Christine Schroff in Richtung der städtischen Vertreter im Saal an. Die Stadt Überlingen stellt als Kooperationspartner die Räume im Familienzentrum Altstadt zur Verfügung. Neben dem Familientreff Kunkelhaus ist hier das Kinderhaus St. Angelus zu finden.

„Wir versuchen nach wie vor, als Anlaufstelle für Familien präsent zu sein“, sagt die scheidende Vorsitzende Christine Schroff.
„Wir versuchen nach wie vor, als Anlaufstelle für Familien präsent zu sein“, sagt die scheidende Vorsitzende Christine Schroff. | Bild: Miriam Altmann

Hoffnung auf eine Kleiderbörse im Herbst

Die Verantwortlichen hoffen, dass bald wieder Leben in die Räume einkehren kann. „Wir haben im Januar 2020 die Räume der Vormittagsbetreuung mit neuem Mobiliar ausgestattet – und dann kam im März der erste Lockdown“, sagte Christine Schroff rückblickend.

Auch die Neugestaltung der Vereinshomepage bedeutete eine große Investition. Die großen Einnahmequellen allerdings versiegten während der Pandemie. So musste die gemeinsam mit dem Kinderhaus St. Angelus organisierte Kleiderbörse bereits drei Mal in Folge aufgrund der Infektionslage abgesagt werden. Es stehe allerdings ein Hygienekonzept für die nächste Börse im Kursaal, weshalb das Organisationsteam optimistisch gen Herbst blicke.

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Kinderferienbetreuung muss aussetzen

Anders gestaltet sich die Lage bei der Kinderferienbetreuung, die der Verein seit 18 Jahren organisiert. „Wir müssen dieses Jahr leider passen“, sagte Mirijam Geiger-Riess. Vergangenes Jahr konnte das Angebot unter großem Zeit- und Kraftaufwand gestemmt werden – dieses Jahr seien die Anforderungen jedoch komplexer und ständigen Veränderungen unterworfen.

„Es erscheint uns nach sorgfältigem Sichten aller zu berücksichtigenden Dinge nicht machbar, ein solches Projekt unter Vereinsbedingungen durchzuführen“, erklärte Geiger-Riess stellvertretend für das Organisationsteam. Falls die Stadt Überlingen in die Bresche springe, unterstütze das Team mit Fachwissen und Kontakten.

Gründungsmitglied wird in den Ruhestand verabschiedet

Eine Konstante in einer Zeit des Wandels stellte Hanna Nothhelfer dar. Als Gründungsmitglied des Vereins gehörte sie dem ersten Vorstand an und leitete von Beginn an die Vormittagsbetreuung sowie weitere Gruppenangebote. Bei der Mitgliederversammlung wurde sie nun gemeinsam mit ihrem Mann Michael in den Ruhestand verabschiedet.

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„Du hattest die Fähigkeit, alle Familien willkommen zu heißen und ihnen eine Heimat zu bieten“, würdigte Martina Fahlbusch-Nährig die langjährige Mitstreiterin. Adelheid Hug und Raphael Wiedemer-Steidinger bedankten sich stellvertretend für die Stadt Überlingen für den jahrzehntelangen Einsatz für Kinder und Familien.

Michael und Hanna Nothhelfer wurden nach ihrem langjährigen Engagement für den Verein in den Ruhestand verabschiedet. „Du hast ganz viele Kinder mit deiner fröhlichen Art glücklich gemacht“, versichert Christine Schroff der langjährigen Vormittagsbetreuerin. Michael Nothhelfer war als technischer Berater und Männertreff-Gründer ebenfalls von Anfang an dabei.
Michael und Hanna Nothhelfer wurden nach ihrem langjährigen Engagement für den Verein in den Ruhestand verabschiedet. „Du hast ganz viele Kinder mit deiner fröhlichen Art glücklich gemacht“, versichert Christine Schroff der langjährigen Vormittagsbetreuerin. Michael Nothhelfer war als technischer Berater und Männertreff-Gründer ebenfalls von Anfang an dabei. | Bild: Miriam Altmann

Optimismus für die Zukunft

Das Engagement für Eltern und Kinder geht nahtlos weiter. Mit drei neuen Mitgliedern ist der neunköpfige Vorstand bereit, auch in herausfordernden Zeiten flexibel und unterstützend zu arbeiten und Familien eine Anlaufstelle zu bieten. „Es wird sicherlich ein spannendes Jahr“, sagte die neue Vorsitzende Caroline von Ehrenstein. „Der Familientreff wird mit frischen Ideen und neuen Angeboten den Überlinger Familien zur Seite stehen.“