Oberbürgermeister Jan Zeitler machte es spannend. Bevor er im historischen Ratssaal, „dem einzigen angemessenen Ort“, das Ergebnis der Stimmenauszählung bekannt gab, hob er die besonderen Bedingungen hervor, unter denen der Wahlkampf und die Präsentation der Kandidaten stattfinden mussten.

Als Erstes lüftete Zeitler das Geheimnis, dass alle amtierenden Räte, die erneut kandidiert hatten, die Wiederwahl geschafft haben. Eine von ihnen ist Ina Holzer, die mit 1589 Kreuzchen Stimmenkönigin wurde. Ein besonders schöner Erfolg, wie Jan Zeitler betonte, denn vor zwei Jahren war sie mit 13 Jahren die jüngste Kandidatin.

OB Jan Zeitler gratulierte der Stimmenkönigin Ina Holzer coronakonform zum Wahlerfolg.
OB Jan Zeitler gratulierte der Stimmenkönigin Ina Holzer coronakonform zum Wahlerfolg. | Bild: Sabine Busse

Die Wahlbeteiligung von rund 57 Prozent nannte Jan Zeitler ordentlich und zufriedenstellend, aber auch verbesserungsfähig. Vor zwei Jahren, bei der ersten Wahl eines Jugendgemeinderates in Überlingen, hatten 53,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. „Wir sind dankbar für die letzten zwei Jahre“, sagte der Oberbürgermeister. Ein Zeichen der guten Reputation des Gremiums sei, „dass der Gemeinderat immer wieder bei entsprechenden Themen fragt, was sagt denn der Jugendgemeinderat dazu“. Allen nicht gewählten Kandidaten sprach er Mut zu: Bei einer demokratischen Wahl nicht erfolgreich zu sein, sei nicht schlimm.

Die Gewählten

Ina Holzer (1589 Stimmen)
Ina Holzer (1589 Stimmen) | Bild: alva Studios
Julia Sonntag (1521)
Julia Sonntag (1521) | Bild: alva Studios
Vanessa Schnell (1410)
Vanessa Schnell (1410) | Bild: alva Studios
Ibrahim Thomas (1251)
Ibrahim Thomas (1251) | Bild: alva Studios
Daniel Warner (1120)
Daniel Warner (1120) | Bild: privat
Elena Kliewer (1070)
Elena Kliewer (1070) | Bild: alva Studios
Sven Erik Feger (972)
Sven Erik Feger (972) | Bild: privat
Julienne Nejad (915)
Julienne Nejad (915) | Bild: alva Studios
Greta Gillé  (905)
Greta Gillé (905) | Bild: alva Studios
Johann Kienzle (771)
Johann Kienzle (771) | Bild: privat
Anna-Lena Brandt (732)
Anna-Lena Brandt (732) | Bild: privat

Auch Espen Rechtsteiner hatte für die Unterlegenen tröstende Worte. Er erinnerte daran, dass auch in dieser Legislaturperiode Nachrücker zum Zuge gekommen wären. Der noch amtierende Vorsitzende freute sich über einen sehr weiblichen Jugendgemeinderat. Von den elf gewählten Vertretern sind sieben weiblich und vier männlich. Rechtsteiner beglückwünschte seine Nachfolger: „Das ist ein wunderbares Amt, in dem man tolle Erfahrungen sammeln kann und das euch prägen wird.“

Blick auf anstehende Projekte

Nach der Wahl ist vor der Arbeit. Nach der Vereidigung und der konstituierenden Sitzung werden die Jugendlichen bei einer Klausurtagung die Spielregeln lernen, also zum Beispiel, was es mit einem Antrags- und Rederecht auf sich hat. Ganz oben auf der Liste der noch offenen Aufgaben steht die Fertigstellung der Jugend-App.

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Weitere Aktivitäten nannte Espen Rechtsteiner: „2021 wird ein super Projekt-Jahr.“ Damit spielte er auf die Landtagswahl im Frühjahr, die Landesgartenschau im Sommer und die Bundestagswahl im Herbst an. Viele Betätigungsfelder für frisch motivierte junge Demokraten.

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