Die „Lange Nacht der Bücher“ geht am Samstag, 14. November trotz Corona mit 27 Veranstaltungen in ihre 18. Auflage. Der Eintritt ist wie immer frei. Die Reihe wird zwar von der Stadt ausgerichtet, doch sie lebt vor allem von bürgerschaftlichem Engagement und treuen Unterstützern – dieses Jahr mehr denn je.

So trägt der Förderverein Sommertheater einen Gutteil der Kosten. Eines allerdings wird wegen der Pandemie ganz anders sein als bisher: Man kann nicht spontan von einer Lesung zur anderen schlendern, sondern muss sich überall vorab anmelden.

Und bei dieser „vielfältigen und unkonventionellen Mischung“, so Oberbürgermeister Jan Zeitler, hat man die Qual der Wahl, zumal zwischen 11 und 22 Uhr etliche Angebote zeitgleich stattfinden. Das Spektrum reicht von „D‘Iberlinger Bischtol“, einer Lesung für Kinder zu Überlinger Sagen und Bräuchen, über Autorenlesungen bis hin zu Geschichten von Migranten aus Kuba, Afghanistan und Syrien, zu Kabarett, zu Vorträgen und Musik – Letztere etwa von den Mozarts und Beethoven.

Sogar ein Theaterstück wird aus der Taufe gehoben. Der Überlinger Harald Lenski, Physiker im Ruhestand und „Jungautor“, trägt mit Oswald Burger seine „Götterdämmerung 4.0“ vor, „ein Stück Unernst über ein ernstes Stück Gegenwart“. Burger, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Sommertheater, erklärt dessen Engagement für die Büchernacht damit, dass diese „lange Zeit auf der Kippe stand“ – nachdem die Stadt sie schon 2019 nicht veranstaltet hatte, woraufhin Private einsprangen – und es 2020 auch kein Sommertheater gab. All das wegen der Landesgartenschau, die dann aufgrund von Corona ausfiel. „Wir wollen aber Kultur machen“, betonte Burger.

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Diskurs in Zeiten der Pandemie

Das will auch Oliver Nolte vom privaten „Noltes Theater“, das sehr unter der Pandemie leidet. „Bei uns ist alles ohne Netz und doppelten Boden, wenn die Freiheitsrechte eingeschränkt sind, geht‘s an die Substanz.“ Man solle den Diskurs darüber nicht scheuen und „nicht Verschwörungstheoretikern und Nazis überlassen“, so Nolte. Anregungen für so eine Diskussion könnte der „Schriftsteller der Revolte“, Theodor Plivier, geben. Dessen Biografie schrieb Wolfgang Haug, der sie bei Noltes vorstellen wird.

Künstler über Kunst

Kunst ist ein Lebenskonzept und nichts, was man nebenbei machen kann, da ist Nolte auf einer Linie mit Kunsthistorikerin Monika Spiller, die in Robert‘s Winery „Künstler über Kunst“ zu Wort kommen lassen will. Kunst, betont Spiller, „fordert den ganzen Menschen.“

Autoren stellen eigene Werke vor

Neben Haug stellen auch andere Autoren eigene Werke vor. Der frühere Konstanzer Theaterintendant Christoph Nix liest aus seinem Afrika-Krimi „Lomé – Der Aufstand“, Katrin Seglitz aus ihrem deutsch-deutschen Roman „Schweigenberg“, Philipp Brotz aus seinem Roman „Termitenkönigin“, Chris Inken Soppa aus ihrer opulenten Romanbiografie „Der große Muntprat“, Tina Schlegel aus ihrem Konstanz-Krimi „Still schweigt der See“, Birgit Rückert aus ihrem historischen Roman „Schatten über Salem“.

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Originell klingen auch diese Angebote: Schauspielerin Sabine Martin liest in der Malerwerkstatt ihres Neffen Oliver Martin skurrile Texte von Klaus Nonnenmann und ihre Kollegin Barbara Stoll gibt heitere Einblicke in die Kurstadt Überlingen – Schatten inklusive.

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