Trotz widrigen Wetters hat die Bürgerinitiative „Rettet den Rauensteinpark“ am Samstag nochmals für ihr Anliegen geworben. Mit Markierungsbändern am Boden und Ballons in der Höhe zeichneten die Mitglieder für Interessierte ein Bild von den Ausmaßen der geplanten Bebauung des Parks mit vier Häusern. Zahlreiche Mitglieder und Interessierte waren gekommen, um sich am Aktionstag zu beteiligen oder sich am Infotisch unterm Regenschirm über das Projekt zu informieren.

„Rettet den Rauensteinpark“ hat sich zum Ziel gesetzt, eine Bebauung des Parks zu verhindern. „Wir wollen den Rauensteinpark in seiner Gesamtheit erhalten“, sagt Mitgründer Winfried Krämer. Man wolle die Schönheit des Parks und seine Bedeutung als grüne Oase, vor allem für die Anlieger im Osten der Stadt, mit der Aktion demonstrieren.

50 Wohnungen in vier Gebäuden geplant

Die Stadt Überlingen, seit 2015 Eigentümerin des Parks samt Schloss, möchte jedoch an ihrem ursprünglichen Vorhaben festhalten und, wie bereits mehrfach berichtet, am oberen Ende des Parks entlang der Rauensteinstraße vier Neubauten realisieren. 50 Wohnungen sind geplant, etwa 15 davon mit sozialverträglichen Mietpreisen. Stadtverwaltung und Gemeinderat argumentieren, es sei nötig, weiteren Wohnraum in Überlingen zu schaffen. Die Bürgerinitiative sieht in dem Bauprojekt allerdings eine Zerstückelung des Anwesens und eine Gefährdung des Baumbestands, obwohl die Stadt Schutzmaßnahmen für die Bäume zugesagt hat. Acht Bäume rund um den Mammutbaum würden den Baumaßnahmen zum Opfer fallen.

Mit Markierungsbändern und Luftballons demonstrierte die neue Bürgerinitiative „Rettet den Rauensteinpark“ am Samstag die ...
Mit Markierungsbändern und Luftballons demonstrierte die neue Bürgerinitiative „Rettet den Rauensteinpark“ am Samstag die Größe der Bebauung, wie sie die Stadt Überlingen auf dem Areal plant. Hier sollen vier Häuser mit insgesamt 50 Wohneinheiten entstehen. | Bild: Stef Manzini

Initiative hat rund 100 Unterstützer

Rund 100 Unterstützer hat die Initiative seit ihrer Gründung vor vier Wochen gewonnen, auch an einem Infostand jeweils samstags vor der Sparkasse wird um Unterstützung geworben. Wie Winfried Krämer sagt, habe die Initiative bisher viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Mindestens 300 Unterschriften brauche es, um einen Einwohnerantrag bis zum 15. Dezember zu initiieren, erklärt Krämer. Bereits am ersten Tag habe die Initiative 80 Unterschriften erhalten. Mit diesem Antrag wolle man erreichen, dass sich der Gemeinderat nochmals mit der Bebauung des Rauensteinparks befasse.

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Zwei Überlinger Gemeinderäte, Walter Sorms (LBU/Die Grünen) und Dirk Diestel (BÜB+), waren bereits bei der ersten Aktion am 26. November im Park vor Ort, um ihre Dialogbereitschaft mit der Initiative zu signalisieren. Beide Stadträte waren sich jedoch einig, dass der Gemeinderat an der Bebauung festhalten wolle, auch um die Kosten für den Kauf von Park und Schloss zu refinanzieren.

Winfried Krämer
Winfried Krämer | Bild: Archiv

Nächster Aktionstag am 11. Dezember im Park

Winfried Krämer hingegen argumentiert: „Wir haben erreicht, dass der Park bei vielen Menschen in Überlingen Thema ist. Wir hoffen und glauben, dass man auch bei der Stadt und im Gemeinderat beginnt, darüber nachzudenken, ob der Plan, diesen wunderbaren Park zu bebauen, eine gute Lösung für die Stadt und ihre Bürger ist.“ Als nächste Aktionen der Bürgerinitiative sind am 11. Dezember zwischen 15 und 16.30 Uhr weitere Führungen durch den Park geplant. Man werde wieder mit Bändern und Ballons das Ausmaß der Bebauung demonstrieren.

Initiative will Wiederaufnahme des Themas im Gemeinderat erreichen

Bis Mitte des Monats müssten genug Unterschriften für den Einwohnerantrag an den Gemeinderat eingegangen sein, den Tagesordnungspunkt „Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Kibler-Rauenstein“ wieder aufzunehmen. 300 Unterschriften sind dafür obligatorisch. Die Initiative ist zuversichtlich, 350 Unterschriften für ihr Anliegen sammeln zu können. Die Listen hierfür liegen jeden Samstag am Infostand vor der Sparkasse aus. Informationen oder Beitrittswünsche an „Rettet den Rauensteinpark“ können per E-Mail gerichtet werden an winfried.kraemer@googlemail.com