Im Kreis ihrer Familie hat Anneliese Stadler am 25. Mai ihren 100. Geburtstag gefeiert. Oberbürgermeister Jan Zeitler gratulierte im Namen der Stadt. Er betonte, dass der 100. Geburtstag ein ganz besonderes Ereignis sei und eine große Würdigung verdiene.

Vater herzensgut, Mutter wie eine Freundin

Die Jubilarin wurde in St. Blasien mitten im Hochschwarzwald geboren. Ihre Großeltern waren „urige Schwarzwälder“, wie sie sich erinnert. Sie war die Älteste von fünf Kindern, ihre vier Geschwister sind bereits verstorben. Ihr Vater war Postbeamter und „ein herzensguter Mensch“, die Mutter sei ihr wie eine Freundin gewesen, erinnert sich die Jubilarin dankbar.

Ausbildung zur Postangestellten im Fernmeldeamt

Nach Abschluss der Volksschule machte sie eine Ausbildung zur Postangestellten im Fernmeldeamt in Waldshut. Bei einem Fest in Waldshut lernte sie Kuno Stadler kennen, den sie 1946 heiratete. Kirchlich getraut wurde das Paar in St. Blasien. „73 glückliche Ehejahre“ habe sie mit ihrem Mann erlebt, bis dieser im Frühjahr 2019 verstarb. In ihrer Erinnerung spielt der Zweite Weltkrieg eine große Rolle. Als Heeresnachrichtenhelferin wurde sie in Russland und Frankreich eingesetzt. In den Nachkriegsjahren erkrankte sie an Gelbsucht.

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Oma für fünf Enkel und sechs Urenkel

Tochter Heidrun und Sohn Klaus gründeten eigene Familien. Für fünf Enkel und sechs Urenkel ist Anneliese Stadler die geliebte Oma. Nicht alle Familienmitglieder konnten den runden Geburtstag mitfeiern, da sie teils in Berlin, München und Hamburg leben. Mit dem Chor „Hoch soll sie leben“ ehrten die Anwesenden die Jubilarin. Das Fest im Foyer der Diakonie hatte Tochter Heidrun Dett organisiert.

Im Rentenalter Zeit für Malen, Musik und Theaterbesuche

Nach ihrem Eintritt ins Rentenalter konnte sich Anneliese Stadler ihren Hobbys Malen, Musik und Theaterbesuchen widmen. Von Freiburg, wo ihre Kinder geboren wurden, war die Familie aus beruflichen Gründen nach Singen gezogen, um hier eine neue Heimat zu finden, wo die Kinder ihre Schul- und Jugendzeit verbrachten. In der evangelischen Kirchengemeinde waren die Eheleute im Besuchsdienst ehrenamtlich tätig. Vater Kuno Stadler war Mitglied im Gremium der Kirchenältesten.

Ehepaar zog 2009 nach Überlingen

Im Jahr 2009 zog das Ehepaar Stadler nach Überlingen in das betreute Wohnen des Altenzentrums der Diakonie. Nach dem Tod ihres Mannes wechselte Anneliese Stadler in das Pflegeheim der Diakonie. Die Bodenseelandschaft und der See gefallen ihr sehr gut, obwohl sie den Touristenandrang kritisch sieht. An ihrem 100. Geburtstag strahlte sie innere Ruhe und Gelassenheit aus.

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