In die Pedale treten und dabei möglichst viele Kilometer sammeln: Darum geht es bei der bundesweiten Aktion Stadtradeln, die am Samstag, 12. Juni startet und bis 2. Juli dauert. Die Aktion soll das Bewusstsein für umweltfreundliche Fortbewegung schärfen und für mehr Klimaschutz und Lebensqualität in den Kommunen sorgen. Außerdem möchte die Kampagne die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die Kommunalparlamente einbringen.

„Treten Sie 21 Tage in die Pedale! Sammeln Sie Kilometer für Ihr Team und Ihre Kommune. Egal ob beruflich oder privat – Hauptsache kohlendioxidfrei unterwegs“, heißt es in der Ausschreibung. Alle Radler im Landkreis sind ab Samstag aufgerufen, virtuelle Teams zu bilden und so viele Alltagswege wie möglich mit dem Rad statt dem Auto zurückzulegen. Zugelassen sind alle Fahrzeuge, die im Sinne der Straßenverkehrsordnung als Fahrräder gelten, auch Pedelecs bis 250 Watt.

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Die besten Teams werden mit Preisen belohnt

„Auch Vereine, Verbände, Organisationen, Schulklassen oder Unternehmen können mitmachen und auf diese Weise ein deutliches Zeichen für eine gelebte Radkultur und klimafreundliche Mobilität setzen“, teilt das Landratsamt mit. Nach Ablauf des Aktionszeitraumes werden die Ergebnisse ausgewertet und die besten Teams mit Preisen für ihre Leistung belohnt.

Alles Infos rund um die Aktion Stadtradeln

Auch mit der Stadtradeln-App kann man teilnehmen: die App beim Radeln mitlaufen lassen; ein Tracker zeichnet die Kilometer auf und speichert sie direkt.
Auch mit der Stadtradeln-App kann man teilnehmen: die App beim Radeln mitlaufen lassen; ein Tracker zeichnet die Kilometer auf und speichert sie direkt. | Bild: Klima Bündnis/Laura Nickel

Überlingen, Frickingen und Neukirch neu mit dabei

Wegen der Corona-Pandemie müssen dieses Jahr erneut Sternfahrt und Eröffnungsfeier ausfallen. „Es ist schade, dass wir wie 2020 auf die beiden Veranstaltungen verzichten müssen“, bedauert Stefan Haufs, Radverkehrskoordinator und Projektmanager im Bodenseekreis. Erfreulich sei, dass mit Überlingen und den Gemeinden Frickingen und Neukirch weitere Kommunen für die Kampagne des Klima-Bündnisses gewonnen werden konnten. „Die Stadtradeln-Community wächst stetig weiter“, ist Haufs begeistert.

BUND: Hoffnung, dass Umsteiger weiterhin beim Rad bleiben

Dass das Fahrrad das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist, darauf macht Albin Ströbele vom Kreisverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) aufmerksam. Mit der Kampagne solle verdeutlicht werden, dass der Umstieg auf das Rad „nicht anstrengt, selten Zeit kostet, gesund ist und keine Nachteile für irgendwas und irgendwen hat“, wie Ströbele zusammenfasst. Dadurch werde auch die Motivation gefördert, nach dem Umstieg beim Radfahren zu bleiben und das Auto für Kurzstrecken überhaupt nicht mehr einzusetzen. Nicht zuletzt lasse sich erkennen, wo es noch Schwachstellen in der Rad-Infrastruktur gebe.

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ADFC: Überlingen muss noch mehr für Radler tun

Für eine „ausgesprochen gute Aktion“ hält der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) das Stadtradeln. „Jede Werbung für das Fahrrad ist lobenswert“, sagt Prisca Resch, Ansprechpartnerin des ADFC in Überlingen. Sie verweist darauf, dass gerade die Stadt Überlingen für einen radverkehrstauglichen Ausbau sorgen müsse. Das die Stadt nicht fahrradfreundlich sei, zeige sich derzeit wieder in der Bahnhofstraße. „Dort wurde der Radweg in der Zeit der Landesgartenschau mit Haltebuchten versehen, wegen des Anlieferverkehrs für die LGS, und der Radverkehr wird auf die Straße umgeleitet“, bedauert sie.