Mit dem Preis sollten Menschen geehrt werden, die sich in besonderer Weise um Kunst und Kultur verdient gemacht hätten, sagte der Landrat. Es sei diesmal sogar so, „dass die Preisträgerin den Kunstpreis adelt“, betonte Lothar Wölfle bei seiner Begrüßungsansprache.

Künstlerin ist mit ihrer Heimat verbunden

„Ich habe mich immer getragen gefühlt von den Menschen und Institutionen hier vor Ort“, sagte Andrea Zaumseil bei ihrer Dankesrede in der Klosterbibliothek Salem. Dass die in Berlin lebende Kunstschaffende ihrer Heimat verbunden ist, daran besteht kein Zweifel.

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Gerade erst ist ein Teil ihrer Arbeiten in Schloss Achberg zu sehen, vor vier Jahren stellte sie in Singen aus. Und im Jahr 2004 entstand die Edelstahlskulptur „Die zerrissene Perlenkette“ , die am Waldrand von Brachenreuthe an die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Opfer erinnert.

Klangkünstlerin Dorle Ferber spielt zur Einstimmung

Bevor Christoph Bauer als Leiter des Singener Kunstmuseums die eigentliche Laudatio hielt, entführte die Klangkünstlerin Dorle Ferber die pandemiebedingt überschaubare Gästeschar in eine überraschende Klangwelt. Stimmen- und Violinenklänge ermöglichten es den Besuchern, die streng beachteten Corona-Schutzmaßnahmen kurzzeitig zu vergessen und sich auf die Einführung in Zaumseils Kunst zu konzentrieren.

Andrea Zaumseil unterrichtet an der Kunsthochschule Halle

Plastisch und zeichnerisch arbeitet die 1957 am See geborene Preisträgerin, die zunächst ein Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Konstanz absolvierte, bevor sie sich 1979 der Kunst zuwandte. Sechs Jahre studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Bildhauerei. Seit 17 Jahren unterrichtet sie als Professorin an der Kunsthochschule Halle.

Konzentration auf das Haptisch-Sinnliche

Ihre Skulpturen aus geschwärztem Stahl und ihre schwarzen Pastelkreide-Zeichnungen verbindet die Konzentration auf das Haptisch-Sinnliche des Dargestellten, wie der Laudator betonte. Ihre Kunst führe vor Augen, „wie lustvoll staunend wir der Welt und Wirklichkeit begegnen könnten, wenn wir unsere Augen öffnen.“ Das „exemplarische Pendeln“ zwischen dem Bodensee und Berlin zeige das Hin- und Hergerissensein zwischen Heimat und Ferne.

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