In der Kindertagesstätte Bonhoefferhaus herrscht helle Aufregung: Vier Küken sind geschlüpft – und weitere werden noch folgen. Denn Erzieherin Anna Voßbeck hat einen Brutkasten mitgebracht. Jeden Tag besuchen die Kinder die frisch geschlüpften Küken oder betrachten die Eier im Brutkasten. So erleben sie ganz direkt und unmittelbar den Verwandlungsprozess mit, um den es auch beim Osterfest geht. Genau das ist das Ziel der Erzieherinnen, erklärt die Leiterin des Bonhoefferhauses, Claudia Wetzel-Thiel: Sie wollen Auferstehung aus der Natur heraus erklären und damit einen inneren Bezug zu Ostern schaffen. Und es gibt noch weitere Projekte: "Diesen Verwandlungsprozess erleben die Kinder auf vielfältige Weise. Zum Beispiel übernehmen sie ja auch Rollen – wir spielen die Passionsgeschichte. Die Kinder verwandeln sich in die Figuren, die sie darstellen", erzählt sie.

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Vom Samenkorn zur Kresse

Auch bei den vielen kleinen Osterbasteleien geht es um das Thema Verwandlung. Vom Samenkorn zur Kresse zum Beispiel. Ulla Friesenhagen, stellvertretende Kita-Leiterin, erklärt: "Es gibt so viele Ideen, um mit den Kindern zu basteln." Eine davon sei, Kresse in einer Eierschale zu säen. Als Gefäß für die Kresse haben die Kinder die Eierschalen verwendet, aus denen zuvor die Küken geschlüpft sind. Der fünfjährige Philipp erzählt stolz: "Wir haben den Küken Stroh gebracht." Und der vierjährige Leander ergänzt: "Wenn man sie anfasst, pieksen sie." Ulla Friesenhagen will von den Kindern wissen, was die Henne denn für eine Rolle spielt. "Die setzt sich auf das Ei und macht es warm", erklärt der fünfjährige Constantin, woraufhin alle Kinder die Haltung einer Henne nachahmen.

Pappmaschee-Eier, Osterplätzchen und Hennenbilder aus Handabdrücken

Und auch ansonsten gehen die Ideen nicht aus, wie Ulla Friesenhagen erzählt: "Eigentlich ist die Zeit viel zu knapp, um auch nur einen Teil dessen zu machen, was wir machen könnten." Erzieherin Caroline Van de Loo backt mit einer Gruppe von Kindern Osterplätzchen. Die wären, wenn es nach der dreijährigen Lara ginge, ebenso bunt wie die Ostereier.

Erzieherin Caroline Van de Loo backt mit einer Gruppe Osterplätzchen.
Erzieherin Caroline Van de Loo backt mit einer Gruppe Osterplätzchen. | Bild: Eva-Maria Bast

Bunt sind auch die Papiereier, die Tina von Briel mit den Kindern bemalt – und es gibt noch viele weitere Ideen: Kerzen mit bunten Wachsplatten verzieren, aus einem Handabdruck eine Henne zaubern oder aus einem Luftballon und Pappmaschee ein Osterei gestalten.

Die Osterbasteleien der Kindergartenkinder.
Die Osterbasteleien der Kindergartenkinder. | Bild: Eva-Maria Bast

Kinder spielen Passionsgeschichte mit Puppen nach

Neben den Basteleien sprechen die Kinder auch über die Passionsgeschichte – und spielen sie mit Puppen nach. Lennart (fünf Jahre) fragt, warum Jesus das schwere Kreuz tragen muss. Und an der Stelle, als Jesus in die Höhle gebracht und diese mit einem Stein verschlossen wird, erklärt Ulla Friesenhagen: "Jesus ist gestorben und alle sind traurig – aber sie wissen auch, dass Jesus trotzdem ganz nah bei ihnen ist." Es sei wichtig, den Kindern den christlichen Hintergrund von Ostern zu vermitteln, findet die Pädagogin. "Es gibt wunderschöne Kinderbibeln und die Kinder sind von dem Thema auch wirklich fasziniert." Claudia Wetzel-Thiel ergänzt: "Die Passionsgeschichte ist eine traurige Geschichte vom Abschied, aber Abschiede kennen die Kinder ja auch. Durch den Glauben haben wir Hoffnung und Zuversicht und eben diese Hoffnung erleben die Kinder."