Noch ist die Biene auf der Infotafel am Rande des Reitplatzes unterhalb St. Leonhard die einzige ihrer Art. Doch in einigen Monaten soll an dieser Stelle ein Blumenmeer wogen und einen gedeckten Tisch auch für viele Insektenarten bieten, deren massiver Rückgang von Biologen beklagt wird. Die Fläche war längst zugewuchert von wilden Büschen und wuchernden Brombeerhecken. Das Gelände unterhalb des sonnigen Spazierwegs hat der Reitverein von der Stadt nach wie vor gepachtet, seit einigen Jahren jedoch kaum mehr genutzt. Enstprechend dicht bewachsen war inzwischen der ehemalige Dressurplatz am Rand der Kleingartenanlage, deren Parzellen nur noch teilweise vermietet sind.

In Absprache mit Wolfgang Rauneker vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und Hartmut Walter vom Naturschutzbund (NABU) hat die Stadt diese Fläche roden lassen und will sie zur Einsaat mit einer insektenfreundlichen Blumenmischung vorbereiten. Aus Sicht der Naturschützer ist der Untergrund hier ideal, da er durch die Einsandung für die Dressurpferde mager und nährstoffarm ist und damit bestens geeignet für die gewünschten Blütenpflanzen. Auf nährstoffreicherem gedüngtem Boden hätten die Blumen keine Chance und würden von der Konkurrenz überwuchert werden.

Gerade in Zeiten der Gartenschau passt die blühende Wiese bestens in die Landschaft. Auch die Kleingärtner haben schon ihre Vorfreude bekundet. Wo einige der Schrebergärten nicht mehr bewirtschaftet und gepflegt werden, ist die Blühwiese für die verbleibenden Hobbygärtner unmittelbar neben ihrer Anlage ein erfreuliches Lebenszeichen im Landschaftspark St. Leonhard, wie Kleingärtner Viktor Schlak sagt. Der rührige Pensionär hätte noch weitere Vorschläge, um das nahe Umfeld hier etwas attraktiver zu gestalten. Schlak empfahl in einem Brief an Baubürgermeister Matthias Längin unter anderem die „Entrümpelung des Wädchens an der Rauensteinstraße“ und des brachliegenden Teils der Kleingärten. Im übrigen empfahl er der Stadt die Überlassung ungenutzter Schrebergärtner auch ohne Verpachtung, um diese zumindest in Schuss zu halten.