Es ist 14.24 Uhr am Strandweg in Überlingen. Ein lauter Schrei durchbricht die Stille. Bei der zehnten Auflage des Weltranglisten-Tennisturniers Überlingen Open hat es zum ersten Mal ein Lokalmatador geschafft, einen Turniersieg zu erspielen. René Schulte aus Konstanz trat mit Peter Terebko aus Wesel im Doppel an. Der Urschrei kam von René Schulte, der sein allererstes Future-Turnier überhaupt gewonnen hat. Für Peter Terebko war es bereist der vierte Doppel-Sieg allein in diesem Jahr. Sie gewannen in zwei Sätzen gegen den Italiener Erik Crepaldi und Peter Heller. Nach dem Matchball wollte der Konstanzer seinen Partner kaum noch loslassen und er war zu Tränen gerührt.

Es war für ihn aber nicht nur eine Achterbahn der Gefühle. Auch wittetrungsbedingt war nahezu alles dabei. Dieses Spiel begann bei hochsommerlichen Temperaturen in der prallen Sonne. Während des Spiels zogen Wolken auf und bei der Siegerehrung fielen dann sogar Regentropfen. Das Einzel-Finale fand aber dennoch im Zeitplan statt. Dort standen sich Louis Wessels, der gestern seinen 19. Geburtstag feierte, und der Schweizer Adrian Bodmer gegenüber. Am Ende behielt Bodmer mit 7:6 und 6:3 die Oberhand und gewann sein zweites Future-Turnier.

Der Finaltag begann aber schon viel früher, denn bereits ab 10 Uhr stand der traditionelle Brunch auf dem Rahmenprogramm. Bei strahlendem Sonnenschein sorgte die „ÜBrassLinger Polka Combo“ musikalisch für zünftige Unterhaltung. In lauschiger und ungezwungener Atmosphäre genossen etwa 200 Besucher das Angebot, bevor der sportliche Teil des Endspiel-Tages begann.

„Es war eine super Woche“, resümierte der Vorsitzende des TC Überlingen, Michael Stehle. „Für unseren Verein sind die Überlingen Open der absolute Höhepunkt der Saison.“ Viele Clubmitglieder identifizieren sich mit dem Turnier, so dass die vielen Arbeitsstunden überhaupt ehrenamtlich geleistet werden können. Der TC Überlingen ist gemeinsam mit dem TC Altbirnau Veranstalter. Außerdem helfen auch die Tennisclubs in Owingen und Pfullendorf mit.

„Es war mal wieder eine unvergessliche Woche in Überlingen“, strahlte Louis Wessels dennoch nach seiner Niederlage und trug es mit Fassung: „Auch im vergangenen Jahr verlor ich an meinem Geburtstag.“ Der 19-Jährige hat schon Turniere auf der ganzen Welt gespielt, betonte aber ausdrücklich: „Ich habe mich ganz selten irgendwo so wohl gefühlt wie in Überlingen.“

"Alle Änderungen wurden sehr gut angenommen"

Die Überlingen Open 2017 sind gestern Nachmittag zu Ende gegangen. Der SÜDKURIER sprach mit dem Turnierdirektor Markus Dufner von MCD Sportmarketing über die Woche und wie es weitergeht.z

Herr Dufner, wie fällt Ihr Fazit der zehnten Auflage aus?

Durchweg positiv, denn wir haben zunm runden Geburtstag einiges geändert, vor allem im Rahmenprogramm, was von den Besuchern sehr gut angenommen wurde. Außerdem hat das Wetter mitgespielt.

Was waren die Höhepunkte der Woche?

Sportlich das Spiel zwischen Louis Wessels und Marc Sieber im Viertelfinale und der emotionale Sieg von René Schulte im Doppel. Und im Rahmenprogramm natürlich die zünftige Oktoberfest-Party am Freitagabend, denn Jung und Alt feierten gemeinsam bis in die Nacht.

Wie viele Zuschauer waren da?

Das ist eine ganz schwere Frage, da es anfangs keine Eintrittsgelder gibt. Ich denke, wir sind aber mindestens sehr knapp an die Schallmauer von 4000 herangekommen oder lagen sogar knapp drüber.

Wie war die Resonanz?

Die Rückmeldungen von Spielern, Offiziellen, Partnern und Zuschauer war durchweg positiv. Sie sagen, dass die Überlingen Open wohl das beste Future-Turnier in Deutschland ist. Das ist die Bestätigung, dass wir, also die Vereine TC Überlingen und TC Altbrinau, die Stadt und wir als MCD Sportmarketing, eine sehr gute Arbeit abliefern.

Wird es die Überlingen Open auch in den kommenden zehn Jahren geben?

Das ist natürlich mein Wunsch und mein Ziel. Ich werde alles geben, dass es so sein wird, wobei die Aufstockung des Preisegeldes finanziell eine sehr große Herausforderung ist.

Fragen: ReinerJäckle