Seit November stehen die Deisendorfer vor verschlossenen Türen. Mit der Schließung des letzten Gasthauses "Löwen" ist eine wichtige Versammlungsstätte für die Bewohner weggefallen. Das Leben der sieben örtlichen Vereine fand überwiegend im Löwen statt. Jetzt müssen sich die Deisendorfer umorientieren. Zwar gibt es in Deisendorf bereits ein Dorfgemeinschaftshaus (DGH), doch das alte Schulhaus, das mit viel Eigenleistung der Bürger zum aktuellen DGH umgebaut wurde, könne in Größe und Ausstattung kein Ersatz für einen Neubau sein, sagte Ortsvorsteher Martin Strehl in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. „Schon allein die gastronomischen Möglichkeiten und ein behindertengerechter Zugang sind nicht gegeben."

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Deshalb strebt der Überlinger Teilort den Bau eines neuen, größeren DGH an – zumal Strehl eine Steigerung der Einwohnerzahl von derzeit 560 auf knapp 800 in den kommenden Jahren sieht. Doch die Pläne stehen erst am Anfang. Ein Planungsausschuss aus drei Ortschaftsräten, drei Vertretern des Fördervereins Dorfgemeinschaft und zwei Gemeinderäten soll die Bedürfnisse der Deisendofer ermitteln.

Zumindest ein grobes Konzept steht bereits: Demnach soll das neue DGH Platz für eine Bestuhlung an Tischen für 200 Besucher bieten. Auch soll es eine Bühne geben. Der Küche soll so gebaut werden, dass auch eine Außenbedienung möglich ist. Gewünscht ist auch Vereinszimmer, das von den sieben Vereinen für ihre Versammlungen genutzt werden kann. Die dezentral gelagerten Gerätschaften der Vereine sollen am DGH eine zentrale Unterstellmöglichkeit bekommen.

Das alte Schulhaus dient zur Zeit als Dorfgemeinschaftshaus, wird den Bedürfnissen der Deisendorfer aber weder von der Größe noch von der Ausstattung gerecht.
Das alte Schulhaus dient zur Zeit als Dorfgemeinschaftshaus, wird den Bedürfnissen der Deisendorfer aber weder von der Größe noch von der Ausstattung gerecht. | Bild: Mardiros Tavit

„Das neue DGH soll so gebaut sein, dass spontan eine Veranstaltung organisiert werden kann“, sagte Strehl. Das sei aktuell nicht möglich, da die notwendigen Gerätschaften über das ganze Dorf verteilt seien und allein der Aufbau für ein kleines Fest zwei Tage dauere.

„Diesen Aufwand wird in wenigen Jahren niemand mehr mitmachen“, prognostizierte Strehl. So soll es am neuen DGH auch einen überdachten Terrassenbereich mit Anschluss an die Küche geben. Strehl gab den Wunsch aus, „sich schnell mal zum Platzkonzert treffen zu können“.

Zwei Standorte zur Auswahl

Unklar ist hingegen noch, wo das neue Gebäude entstehen soll: „Für den Standort des neuen DGH haben wir zurzeit zwei Varianten“, so Strehl. Auf dem Bereich hinter dem Kinderhaus mit dem Bolzplatz könnte „auf der grünen Wiese ganz neu gebaut werden“, so Strehl. In der zweiten Variante würde das alte Lehrerhaus abgerissen und auf der Fläche der Neubau hingestellt. Das Kinderhaus würde dabei an das DGH eingebunden werden.

Die stille Hoffnung auf eine dritte Variante hat sich am vergangenen Freitag hingegen zerschlagen: Nachdem es Gerüchte gab, dass der Investor, der das Löwenareal erstanden hatte, von seinem Vorhaben, auf dem Löwen-Areal zu bauen, abgerückt sei, gab es bereits Überlegungen, das neue Dorfgemeinschaftshaus auf dem Löwen-Areal zu bauen. Doch diese Möglichkeit ist vom Tisch. Nun soll bis Mitte des Jahres die Entscheidung fallen, wo gebaut wird.

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Im nächsten Schritt werde der Planungsausschuss aber zunächst mehrere bestehende Dorfgemeinschaftshäuser ansehen – Nußdorf, Bambergen und Bonndorf und das Kultur|O in Owingen stehen auf dem Programm. „Wir wollen von dort mitnehmen, was sich bewährt hat“, sagte Strehl.