Hat sich in den letzten 2000 Jahren doch rein gar nichts verbessert. Auch damals schon, als Kaspar, Melchior und Balthasar, mit Gold und Weihrauch in den Satteltaschen, durch die Wüste zogen, mussten sie größte Vorsicht walten lassen. Ihre von einem geheimnisvollen Navi gesteuerten Kamele wählten den kürzsten Weg zum Stall, um nicht unnötigerweise die Koordinaten von Dieben und Wegelagerern zu kreuzen.

Das Myrrhe-Zeug?

Angekommen in Bethlehem, freuten sich Maria und Josef über das kredenzte Gold in ganz besonderer Weise. Was das Myrrhe-Zeug betrifft, wie auch im Film-Klassiker "Das Leben des Brian" verewigt, herrschte freilich damals schon ein geteiltes Echo. Nicht nur wegen des Geruchs, das vom glühenden Gummiharz ausgeht. Sondern wegen seiner Brandgefahr.

Kein Höllenfeuer zum Start der Christenheit

Zimmermann Josef wusste schließlich um die Brandlast in einem Stall, das ganze Stroh, der Holztrog, der Dung von Ochs und Esel – ein Höllenfeuer hätte ausbrechen und die ganze Christenheit schon vom Start weg in die Bredouille bringen können. Dass alles glatt ging, lag höchstwahrscheinlich daran, dass Josef als eine Art Rauchmelder Wache hielt und die Kamele, spuckbereit, in Alarmstellung gebracht worden sind.

Wie gesagt, da hat sich bis heute nichts verbessert. In Villingen, so entnimmt man es dem dortigen SÜDKURIER, bleibt der Weihrauch kalt, weil die Leute Angst davor haben, dass der Rauchmelder auslösen könnte, wenn die Sternsinger bei ihnen zu Hause das Weihrauch schwenken.

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Ob das gestohlene Rauchfass in Lindau einen Feueralarm auslöste, ist nicht bekannt. Die Überlinger Sternsinger, Gott sei Dank, haben noch nie einen Rauchmelder ausgelöst. Das jedenfalls kann Sternsinger-Leiterin Melanie Jäger-Waldau auch nach Abschluss der diesjährigen Spendenaktion versichern.

Dem Stern und der Tradition folgend

In Überlingen, wo in den letzten Tagen schon der Überraschungsbesuch des 400 Jahre alten Jesuskindles im Stall zu Bambergen heftige Diskussionen auslöste, wird Tradition groß geschrieben, und das ist auch gut so. "Klar, wir haben das Rauchfass immer dabei", sagt Melanie Jäger-Waldau. "In Kliniken und Altersheimen legen wir Myrrhe eh nicht neu auf, weil es für die Atemwege der Bewohner problematisch sein könnte."

Ein Segen fürs ganze Haus

Doch wird auf privaten Fluren umso eifriger geräuchert, auf dass es einen Segen ins Haus bringen möge. "In Privathäusern haben wir bisher noch nichts ausgelöst", schrieb Jäger-Waldau in einer Mail an unsere Redaktion. Doch, haben sie, zwar keine Rauchmelder, aber dafür pure Freude und Dankbarkeit für die geschenkte Zuversicht auf 2019.