"In der Luft liegt die Magie" – bereits die Zeile aus dem Eröffnungslied des Familienstücks "Aladdin und die Wunderlampe" verspricht eine fantasie- und facettenreiche Vorstellung. Auf dem Basar tummeln sich außer trickreichen Verkäufern, frechen Affen und behäbigen Kamelen auch fotografierende Rucksacktouristen und superreiche Scheichs. Neben den acht Profischauspielern holen 19 Laienschauspieler den Orient im Rahmen des Sommertheaters nach Überlingen.

Regisseur Peter Raffalt inszeniert "Aladdin und die Wunderlampe" als vielschichtiges Familienstück, das Zauber und Poesie verbindet. Das zauberhafte Märchen aus 1001 Nacht erzählt die Geschichte vom Taugenichts Aladdin, der durch den Fund der Wunderlampe zum Multimillionär wird, seine Prinzessin heldenhaft rettet und schließlich mit ihr sein Liebesglück findet. "Aladdin macht hier eine echte Entwicklung durch. Er erkennt im Laufe der Handlung, dass er die Wunderlampe für sein wahres Lebensglück nicht braucht", sagt Raffalt. In seiner Fassung schenkt Aladdin dem Dschinn daher am Ende die Freiheit.

Der Dschinn erfüllt Aladdin jeden Wunsch, von der frischen Pizza bis hin zum großen Schloss für Prinzessin Bedr El Budur.
Der Dschinn erfüllt Aladdin jeden Wunsch, von der frischen Pizza bis hin zum großen Schloss für Prinzessin Bedr El Budur. | Bild: Christiane Hartung

Dschinn als Liebling der jungen Zuschauer

Neben Aladdin ist der Dschinn der erklärte Liebling der jungen Zuschauer. Der Lampengeist kommt als rappender Legastheniker mit Turnschuhen daher. "Der Dschinn ist richtig cool", freut sich Benno Lehmann. Genervt von den Mathehausaufgaben und ohne Lese- und Rechtschreibekompetenz kann er dafür aber Schlösser im Minutentakt bauen und liefert auch mal eine Pizza. Gerade diese Brückenschläge zwischen Orient und Okzident bereiten dem Publikum merklich Spaß. "Der Bezug zur heutigen Zeit ist sehr witzig", sagte Zuschauerin Monika Gindele. Wort- und Situationskomik werden pointiert eingesetzt. Wenn Aladdin mit seinem Widersacher Dschafar im Wettrubbeln der Wunderlampe den großen Showdown einläutet, fühlen sich nicht nur die kleinen Zuschauer gut unterhalten.

Die wahren Gewinner des Stückes sind aber die Pinguine. Mit ihrer Eisscholle in Bagdad gestrandet, avancieren sie nach gelungener Integration zu Großwesiren. Der Sultan höchstpersönlich hat sich als Integrationshelfer ihrer angenommen, vom Sprachunterricht bis hin zur Einführung in arabischer Machtpolitik. "Ein kleines humorvolles Bild mit Deutungspotenzial", betont Raffalt. Immer wieder wird mit kleinen Fingerzeigen neben der aktuellen Integrationspolitik auch auf die Weltpolitik hingewiesen. "Sultan First", reklamiert der arabische Herrscher alle Macht für sich und bietet somit Interpretationsspielraum für die Erwachsenen. "Beste Unterhaltung für die ganze Familie", resümierte Besucherin Ulrike Walz.

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Aufführungstermine des Sommertheaters im Überblick

  • Samstag, 1. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Sonntag, 2. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Dienstag, 4. September: Premiere "Der Kontrabass" 19.30 Uhr
  • Mittwoch, 5. September: Premiere "Heute Abend: Lola Blau" 19.30 Uhr
  • Donnerstag, 6. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Freitag, 7. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Samstag, 8. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Sonntag, 9. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Montag, 10. September: Derniere "Der Kontrabass" 19.30 Uhr
  • Dienstag, 11. September: "Frauen. Leben. Liebe" 19.30 Uhr
  • Mittwoch, 12. September: Derniere "Heute Abend: Lola Blau" 19.30 Uhr
  • Samstag, 15. September: "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr, Derniere "Volpone. Der Fuchs" 19.30 Uhr
  • Sonntag, 16. September: Derniere "Alladin und die Wunderlampe" 15 Uhr

Hier gibt es Karten

  • Karten bei der Tourist-Info am Landungsplatz, unter info@ueberlingen-bodensee.de, oder hier im Online-Shop. Karten kosten vor Ort 2 Euro mehr als im Vorverkauf. Spielort ist der Theaterpavillon der Kapuzinerkirche.
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