Es ist der fünfte Lauf der Regattareihe "Weekend Race" auf dem Bodensee. Die Crew der "Deja Vu" lässt sich den Wettkampf nicht entgehen: Die vier Segler des Segelclubs Unteruhldingen nehmen SÜDKURIER-Volontär Julian Kares mit auf ihre Yacht, der das Rennen mit Bildern und Videos dokumentiert.

Die Startboje zur Regatta liegt vor Überlingen. Bevor es dort losgeht, brauchen die Kollegen aus dem Segelclub Unteruhldingen die Hilfe der "Deja Vu". Der tiefe Wasserstand im Unteruhldinger Hafen macht ihnen zu schaffen, Seegras hat sich im Kiel verfangen. Crewmitglied Berthold Speth bindet den Segler der späteren Regatta-Rivalen fest, sie werden bis auf die offene See in den Schlepptau genommen.

Bild: Kares, Julian

Einer der sogenannten Fallenstopper auf dem Boot: Darüber wird das Fallen-Tauwerk zur Einstellung der Segel gesteuert, beispielsweise beim Großsegelfall oder Spinnakerfall.

Bild: Kares, Julian

Die Regatta ist in vollem Gange und auf dem Segler werden die Zähne zusammengebissen: 100 Minuten dauert der Wettbewerb auf dem Wasser. Immer wieder trimmt Crewmitglied Heino Harmsen mit viel Kraft die Segel auf ihre optimale Position im Wind.

Video: Kares, Julian

Mitten im Wettkampf ist die Konzentration auf dem Boot hoch. Die Aufgaben an Bord sind von links nach rechts klar verteilt: Berthold Speth hat am Heck das Großschottrimm im Griff. Heino Harmsen ist für das Trimmen der Segel verantwortlich. Joe Weber steuert mit der Pinne den Segler durch das Wasser und sagt die Wendemanöver vor der Boje an. Gernot Götz macht als Vorschiffsmann und Taktiker vom Bug des Bootes immer wieder Anweisungen an die Crew.

Bild: Kares, Julian

Die beiden Bojen auf dem Regatta-Kurs sind rund 950 Meter voneinander entfernt, es ist ein sogenannter Up-and-Down-Kurs. Immer wieder muss das Segel bei der Umrundung der Tonne auf die gegenüberliegende Seite gewechselt werden. Wer hier einen Fehler macht, verliert wertvolle Zeit – das Wendemanöver der "Deja Vu" glückt.

Video: Kares, Julian

Vorschiffsmann Gernot Götz wirft einen Blick voraus. Immer wieder überprüft er die Windfäden im Vorsegel und gibt Anweisungen an die Crew. Denn: Mithilfe der Fäden lässt es sich exakt am Wind steuern. Ist das Segel optimal umströmt, flattern alle sechs Windfäden annähernd waagerecht nach hinten zum Heck.

Bild: Kares, Julian

Im Hafen von Unteruhldingen waren die Clubkameraden auf die Hilfe angewiesen, auf dem Kurs der Regatta kennen sie kein Mitleid. Sie setzen mit ihrem leichten– daher schnellen – Segler zum Überholmanöver an und ziehen auf der linken Seite an der "Deja Vu" vorbei.

Video: Kares, Julian

Um Punkt 20.10 Uhr ist Schluss auf dem Wasser: Die Wettkampfleitung hat von der Startboje aus die Umrundungen aller teilnehmenden Schiffe aufgelistet, die Auswertung zur Platzierung wird Tage später mitgeteilt. Bevor es für die Wettkampfrichter in den Feierabend geht, muss noch die orangene Boje aus dem Wasser gezogen werden.

Bild: Kares, Julian

Für die Crew der "Deja Vu" geht es nach der Regatta zurück in den Heimathafen. Im eigenen Clubheim wird sich gestärkt und über die eigene Leistung gefachsimpelt. Joe Weber zieht ein positives Fazit und bedankt sich bei den Ausrichtern der Regattaserie: Die drei Überlinger Vereine, der Segel- und Motorboot-Club, der Bodensee-Yacht-Club und die Seglergemeinschaft richten gemeinsam mit dem Wallhausener Motor-Yacht-Club Überlingersee die sechs Läufe aus. Und eines ist klar: Bei der sechsten und finalen Regatta wird die Crew der "Deja Vu" wieder auf dem Wasser mit dabei sein.