Wäre dieser Zeppelinflug ein Tanz gewesen, so würde man ihn wohl als leichtfüßig bezeichnen. Über dem Bodensee vor Meersburg vollführte ein Zeppelin vor einiger Zeit allerlei Bewegungen. Der Pilot ließ unter anderem die Nase des Zeppelins nach vorne kippen, im Steilflug ging es nach oben und wieder nach unten – alles scheinbar mühelos. Doch nicht nur der Flug an sich war ungewöhnlich, sondern auch die Tageszeit. Denn es wurde bereits dunkel. Fritz Günther, Flugbetriebsleiter und Chefpilot, weiß, was es mit dem Flug auf sich hatte.

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Es handelte sich um Training für gewerbliche Nachtflüge. Darunter fallen beispielsweise die Flüge, bei denen das Seehasenfest-Feuerwerk von oben betrachtet wird. Der Schwerpunkt bei den Trainingsflügen liegt nach Angaben Günthers „über unbewohntem Gelände“. Als Beispiele zählt er den Bodensee, den Tettnanger Wald und dem Markdorfer Gehrenberg auf.

In der Dämmerung geht es los

„Man geht in der Dämmerung raus und landet bei Nacht“, berichtet der Flugbetriebsleiter. Erfahrene Piloten starteten auch mal gleich in der Nacht, so Günther. Beim Start und bei der Landung müsse man sich etwas mehr auf die Geräte konzentrieren, nennt der Chefpilot einen Unterschied zu den Flügen am Tag. Geübt werden normale Verfahren, unnormale Verfahren und Notverfahren. Dazu gehören der Steig- und Sinkflug, aber auch Fehler, Ausfälle – etwa ein Triebwerkausfall – und mehr. „Wir müssen dann eine Checkliste bearbeiten, den Fehler beheben und gegenchecken“, sagt der Flugbetriebsleiter. All dies geschieht ihm zufolge unter Aufsicht. Ziel ist es stets, den Zeppelin „sicher und kontrolliert am Bestimmungsort zu landen“. Passagiere sind bei den Trainingsflügen der Piloten nicht dabei.

Erinnerungen an Nachtflug in USA

Während es bei den Übungen über dem Bodensee draußen vor allem dunkel ist, gibt es ebenso Nachtflüge, die den Piloten noch lange in Erinnerung bleiben. „Es kommt darauf an, wo man ist“, sagt Günther, der schon mal San Francisco bei Nacht aus einem Zeppelin gesehen hat. Das sei eine beeindruckende Sache gewesen. Damals war der Zeppelin in die USA verschifft worden. „Performance-seitig wäre es möglich, über den Atlantik zu fliegen“, sagt Günther. Es braucht nur zusätzliche Betriebssysteme und mehrere Piloten, die im rotierenden System fliegen. Laut Günther wurde dies schon mal ausprobiert. Auch für Forschungsprojekte und in anderen Regionen sind die Zeppeline unterwegs. Nur ein Zeppelin muss nach Aussage des Flugbetriebsleiters immer am Bodensee sein.

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