Es ist nicht weiter aufgefallen, liebe Mitseufzergemeinde, aber ich war kurz mal weg. Im Ausland. Im Urlaub, denn selbst das schreibende Volk braucht mal eine Pause. Doch gerade das schreibende Volk vermisst im Urlaub schmerzlich die gewohnten Arbeitsmittel wie den schnellen PC, den großen blendfreien Bildschirm, die vertraute ergonomisch angeordnete Tastatur und die gute Computerbrille und muss sich mit dem einzig verfügbaren Schreibgerät begnügen: dem Smartphone.

Protzige Signatur ist kein Versehen

Eigentlich ja eine total schicke Sache, denn Urlaubsgrüße sind (meist) schnell verfasst, erreichen die Empfänger (meist) zuverlässiger als Postkarten, und mit der Endsignatur kann man sich ordentlich in die Kurve legen: „Diese Nachricht wurde von meinem iPhone 5S, 5c, 6, iPhone 6 Plus oder iPad gesendet.“ Wow! Wer möchte da nicht mitstinken?

Doch erstens habe ich kein iPhone und zweitens sind meine durchschnittlich dimensionierten Finger im Verhältnis zur winzigen Tastatur viel zu dick, was zwangsläufig zu Tippfeleren führt, für die ich mich dann mit der obigen Wow-Signatur entschuldigen müsste.

Unfreiwillige Übersetzung inklusive

Zudem stellte ich zunächst seufzend und danach lauthals fluchend fest, dass die Eingabe fremdsprachlicher (in diesem Fall andalusischer) Ortsnamen unmöglich ist, wenn man nicht auf die Systemsprache Spanisch umgestellt und die Lieben daheim entsprechend vorbereitet hat. So wurden aus meinen Grüßen von der Dachterrasse aus Vejer an der Ruta de los Pueblos Blancos (Straße der weißen Dörfer) „Grüße von der Tasse aus dem Becher der Rita des Roberto Blanco“, und man wunderte sich allseits über die kryptische Nachricht „Tofu nix Biene“, die anstelle von „todo muy bien“ (alles sehr gut) versendet wurde. Der Hotelname „Casa von dem Validator“, der eigentlich „Casa del Califa“ heißen sollte, konnte nicht zugeordnet werden.

Dann doch lieber wieder ganz klassisch

Nachdem nun mehrere Urlaubsgrüße dieser Art weitgehend verhunzt waren, kam es letztendlich auch nicht mehr auf die Signatur an, und so schrieb ich wahrheitsgetreu: „Diese Nachricht wurde mit dicke Fingern auf einer vil zu kleine Tasstatur getipt und von mein popeligen Smatpone gesentet.“ Aus dem nächsten Urlaub gibt’s wieder Postkarten!

An dieser Stelle schreibt Susanne M. Mohr ihre „Stoßseufzer“ nieder. Sie ist Dolmetscherin bei Gerichtsverhandlungen und staatlich geprüfte Fachübersetzerin und wohnt in Salem-Beuren.