In der Generalversammlung des Musikvereins Harmonie ging eine Ära mit dem Ausscheiden des Vorsitzenden Ronny A. Knepple und seines Stellvertreters Ernst Hahn zu Ende, die im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts begonnen hatte. Dieser Einschnitt bestimmte die Versammlung, in der sich im nahtlosen Übergang zu den Nachfolgern Florian Keller (Vorsitzender) und Bernd Sprissler (Stellvertreter) in einstimmiger Wahl die sehr gute Arbeit dieser beiden Musiker auch noch für ihre Nachfolge dokumentierte: „Der Musikverein Harmonie Lippertsreute ist sehr gut aufgestellt“, lobt Florian Keller gleich nach seiner Wahl.

Ronny A. Knepple war 21 Jahre (1995 bis 2016) Vorsitzender oder, wie es in der Laudatio der neu gewählte Stellvertreter Bernd Sprissler sagte, „das Gesicht des Musikvereins Harmonie Lippertsreute“. Nur zwei Jahre weniger fungierte Ernst Hahn in idealer Ergänzung als versierter, stets aktiver Stellvertreter (1997 bis 2016) mit enormem persönlichem Einsatz und als großzügiger Sponsor. Der Applaus für beide dauerte mehrere Minuten und endete in stehenden Ovationen.. Beide wurden mit der Vereinsplakette ausgezeichnet – in Gold für Ronny A. Knepple, in Silber für Ernst Hahn. 1976 waren sie Mitgründer der Jugendkapelle. Inzwischen sind sie Ehrenmitglieder des Vereins. Ronny A. Knepple bleibt weiter Organisator und Sprecher (seit 2008) der fünf das Salemer Schlossseefest ausrichtenden Musikvereine.

Bernd Sprissler fand die richtige Wertung für Ronny A. Knepple, der zudem neun Jahre für die Pressearbeit im Vorstand saß, bevor er Vorsitzender wurde: „Für keine Diskussion zu schade, ein unerbittlicher Kämpfer für die Sache – alles aufzählen, wäre abendfüllend.“ Er gründete im ersten Jahr im Vorsitz federführend den Förderverein, überarbeitete zwei Mal die Satzung samt Geschäfts-, Wahl- und Ehrenordnung. Wo Kritik nötig war, redete Knepple Klartext – bis zu seiner Abschiedsrede mit breitem Dank an viele Mitstreiter und Institutionen, in der er aber das „etwas unwürdige Ende des Salemer Weinfestes“ ohne persönliches Gespräch und Information nur über die Presse, die Querelen um das neue Weiterbildungszentrum des Landesverbandes in Plochingen und die ausgebliebenen Qualifizieruns-D-Kurse für die jungen Musiker bemängelte: „Ein untragbarer Zustand“, so Knepple. Dagegen betonte er den Qualitätsanspruch für das „primär idealistische Schlossseefest“.

Bernd Sprissler lobte die „ausgeprägte Jugendarbeit“ im Verein mit der „tollen Jugendkapelle“ mit dem vereinseigenen Ausbildungssystem. Am Herzen lag Knepple seit 1980 schon das „Corporate Design“ mit sämtlichen Logos, Plakaten, Programmheften, Anzeigen, Festschriften und dem „Harmonie-Info“ in einheitlichem Layout bis zum Wappen des 1956 aus der Taufe gehobenen Vereins mit den vier Gründungsorten Lippertsreute, Bambergen, Daisendorf und Tüfingen in Noten gesetzt am Uniformärmel. Der Webmaster für den Internetauftritt gehörte dazu, ebenso viele andere Funktionen wie zum Beispiel langjähriger Ansager und Moderator. Erwähnt wurden auch die Jubiläen 1996, 2006, 2004 das erste Jugendmusikfestival, 2009 das Musical-Open-Air „Freude“ und 2011 das große Verbandsmusikfest.

Doch bei aller Aktivität: „Die Förderung der Kameradschaft kam nicht zu kurz.“ Sprissler nannte Ausflüge – zuletzt 2015 nach Rom – und Freundschaften mit anderen Vereinen. Ronny A. Knepple – ein Mann „voller Leidenschaft und viel Herzblut im überdurchschnittlich ehrenamtlichen Engagement für den Musikverein Harmonie Lippertsreute“.

Zu den Vereinsplaketten gab's für die beiden auch passende Geschenke: Karikatur-Portraits und – als Mitdank auch für die Ehefrauen – Gutscheine, bis hinauf auf die Zugspitze. Die Musikkapelle ließ den Salemonia-Konzertmarsch als ihren Dank erklingen, denn auch für diese Komposition von Kurt Gäble „hattet ihr eure Finger im Spiel“, wusste Bernd Sprissler, was Salems Bürgermeister Manfred Härle mit dankendem Kopfnicken bestätigte.