Am 9. Juni 2016 wurde am Überlinger Seeufer eine weibliche Wasserleiche aufgefunden. Bei der Toten handelte es sich um die 28-jährige Isabelle Kellenberger aus Überlingen. Von der Kriminalpolizei in Friedrichshafen wurde zunächst ein Suizidtod durch Ertrinken festgestellt. Viele Ungereimtheiten geben seitdem den Eltern der Toten Rätsel auf und ließen diese auf eigene Faust viele Fakten zusammentragen, die für sie auf eine ungeklärte Todesursache hindeuten.

War es also wirklich Selbstmord, ein tragischer Unfall oder gar Mord, fragen sich Claudia Kellenberger und ihr Mann Karl-Heinz Hulin seit rund einem viertel Jahr. Der offensichtlich überstürzte Aufbruch ihrer Tochter aus deren Wohnung oder ein noch nach ihrem Tod aktives Handy werfen diese Fragen auf.

Karl-Heinz Hulin und Claudia Kellenberger betrauern den für sie ungeklärten Tod ihrer Tochter Isabelle. Bild: Stef Manzini
Karl-Heinz Hulin und Claudia Kellenberger betrauern den für sie ungeklärten Tod ihrer Tochter Isabelle. Bild: Stef Manzini

Für die Eltern steht fest, dass sich ihre Tochter, eine Rettungsschwimmerin, nicht umgebracht hat, auf von der Polizei zunächst angenommene Art und Weise schon zweimal nicht. Isabelle Kellenberger wird von ihren Eltern, dem Freund und dem Freundeskreis als lebensbejahende Persönlichkeit dargestellt, die viele Pläne hatte. Sie war laut Angaben der Eltern nach einem Spieleabend mit Freunden in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni verschwunden. Bei der Obduktion der Leiche wurde ein erhöhter Alkoholpegel sowie Spuren von Kokain im Blut festgestellt. Wer hat die junge Frau möglicherweise zwischen dem 3. Juni und 9. Juni 2016 noch gesehen, eventuell auch auf einem Boot und wer kann Angaben zu den verschwundenen Gegenständen machen, fragen die Eltern. Es handelt sich zum Beispiel um das Handy, Samsung Galaxy Mini schwarz, oder die olivgrüne Adidas Collegetasche, Geldbeutel, Ausweis und Schlüsselbund.


Die Tatsache, dass die Leiche nur in BH und Slip aufgefunden wurde, bei Außentemperaturen von nur 16 Grad ist ebenfalls äußerst merkwürdig für die Eltern. Nach dem Drängen der Eltern, die sich in ihrer Verzweiflung jetzt an verschiedene Presseorgane wendeten, wird mit der Akte seitens der Polizei angeblich weiterermittelt. Laut Aussage des Vaters habe er den Abschlussbericht bereits erhalten und könne dies nicht akzeptieren. Claudia Kellenberger und Karl-Heinz Hulin fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen. Auch hätten sie bisher keinerlei psychologische Unterstützung erhalten, bemängeln sie.

Hinweise über das Auffinden des Handys oder zum Verbleib der Gegenstände nimmt jede Polizeidienststelle oder das Polizeirevier Überlingen unter der Telefon-Nummer 075 51/80 40 entgegen.

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