Seine ersten Gottesdienste hat Pfarrer Kai Tilgner von der evangelischen Kirchengemeinde zwar schon gefeiert, der im September seine neue Aufgabe in Überlingen übernahm. Doch die Einführungszeremonie musste aus Termingründen bis zum ersten Oktoberwochenende warten, um den feierlichen Wechsel im Beisein von bisherigen und künftigen Wegbegleitern gestalten zu können.

Tatsächlich waren nicht nur Kollege Steffen Mahler als Geistlicher und Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon aus dem Markgräfler Land gekommen, auch viele Mitglieder von Tilgners bisheriger Gemeinde in Schopfheim begleiteten die Amtseinführung. Mit Kantorei und Vokalensemble gestaltete Überlingens Bezirkskantor Thomas Rink den Gottesdienst musikalisch und Christoph Bogon unterstützte ihn als Gast an der Orgel.

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Dank an emeritierte Geistliche für Einsatz während Vakanz

Die offizielle Ernennungsurkunde las Dekanin Regine Klusmann zwar gleich zu Beginn vor, hielt sie allerdings bis zur Einsegnung von Kai Tilgner zurück. Klusmann gab ihrer Freunde Ausdruck, mit dem neuen Kollegen zugleich einen alten Bekannten willkommen heißen zu können. Sie dankte den emeritierten Geistlichen, die zur reibungslosen Überbrückung der einjährigen Vakanz beigetragen hätten.

Tilgner bringt Beispiel von der Leichtathletik-WM

Um die „große Geste des Mitgefuhls, der Solidarität und der Dankbarkeit“ ging es Pfarrer Kai Tilgner in seiner Predigt. Insbesondere um die Tatsache, dass man alles drei von niemandem als Pflicht einfordern dürfe. Sie müssten freiwillig aus der Tiefe des Herzens kommen. Wie dies gehen könne, illustrierte der Geistliche mit einer aktuellen Geschichte von der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Katar. Zwei ermattete Neulinge aus Afrika und Südamerika hatten bei einem Vorlauf über 5000 Meter für Aufsehen gesorgt, als der Vorletzte den Letzten ins Ziel trug, ehe dieser wegen der Hilfe disqualifiziert wurde.

„Schön, wenn der Pfarrer ein Seelsorger sein will“

Beim Stehempfang gratulierte Gisela Bruszt als Vorsitzende der Bezirkssynode dem neuen Pfarrer. Wer mit Leib und Seele Gemeindepfarrer sei, wie dies Kai Tilgner formuliert habe, der sei mit Begeisterung und Leidenschaft bei der Sache. Bruszt sagte: „Es ist schön, wenn der Pfarrer ein Seelsorger sein will.“ Als Vertreter von Oberbürgermeister Jan Zeitler gratulierte Stadtrat Robert Dreher dem Geistlichen und wünschte ihm alle Gute für die neue Aufgabe.

Kollegen freuen sich, mit dem „Neuen“ in einem Boot zu sitzen

Im ökumenischen Doppel traten Münsterpfarrer Bernd Walter und Lindenwiesen-Pastor Thomas Dauwalter auf. Beide freuten sich darauf, mit dem neuen Kollegen in einem Boot zu sitzen. Spätestens bei der Landesgartenschau können sie dies auf dem Kirchenschiff sogar ganz konkret tun.