Ein Sommertheater wird es 2019 und 2020 wohl kaum geben, da die Stadt aufgrund der Landesgartenschau als Veranstalter ausfällt. Zwar wurden beim Förderverein Sommertheater auf dessen Jahresversammlung Überlegungen geäußert, sich eventuell in Reinhard A. Weigelts Kulturreihe "Kultur am Kapuziner" einzuklinken. Doch ob und wie dies geschehen könnte, ist derzeit unklar – zumal Weigelt, der der Versammlung beiwohnte, selbst noch nicht genau weiß, wo, wie und wie lange er sein Festival unterbringen kann. Die Veranstaltungsstätte "Kapuziner", die sowohl das Sommertheater als auch Weigelt bis 2017 nutzten, steht frühestens ab 2021 wieder zur Verfügung. Wie dann das Nutzungskonzept aussehen könnte, darüber will der Gemeinderat am kommenden Mittwoch diskutieren.

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Thomas-Michael Becker, der wiedergewählte Vorsitzende des Fördervereins, macht sich wenig Hoffnung, dass es 2019 "etwas wird mit Sommertheater". Die Ankündigung der Stadt, dass sie 2019 und 2020 kein Sommertheater veranstalte, sei "eine große Enttäuschung" gewesen, sagt Becker – umso mehr, da 2018 die Kooperation mit den Festspielen Wangen "super geklappt" und der Verein gehofft habe, diese Kooperation "nach der Euphorie dieses erfolgreichen Sommertheaters 2018" nahtlos fortsetzen zu können. Doch die Stadt brauche die Mittel für das Theaterspiel zum Stadtjubiläum 2020. Beckers Fazit: "Nach dem Theater ist also vor dem Theater und die Querelen dazwischen sind auch bühnenreif."

Gibt es eine Kooperation mit Reinhard Weigelt?

Der stellvertretende Vorsitzende Oswald Burger hatte aber einige Ideen, wie die Theaterfreunde 2019 doch nicht ganz leer ausgehen könnten. So könnte man, wenn eine Kooperation mit Weigelt zustande käme, vielleicht die Wangener für einige Vorstellungen nach Überlingen holen. Ansonsten böte sich zumindest eine Theaterfahrt nach Wangen an. Außerdem schlug Burger eine Wochenendreise zum Hamburger Thalia-Theater vor, um die künftige Intendantin des Theaters Konstanz, Karin Becker, kennenzulernen.

Die Schauspielerin Barbara Stoll, die beim Überlinger Stadtspiel 2020 Regie führen soll,im Gespräch mit den Vorsitzenden des Fördervereins Sommertheater Oswald Burger und Thomas-Michael Becker (von links nach rechts). Bild: Sylvia Floetemeyer
Die Schauspielerin Barbara Stoll, die beim Überlinger Stadtspiel 2020 Regie führen soll,im Gespräch mit den Vorsitzenden des Fördervereins Sommertheater Oswald Burger und Thomas-Michael Becker (von links nach rechts). Bild: Sylvia Floetemeyer

Burger berichtete auch über das geplante Stadtspiel zur 1250-Jahr-Feier der Stadt Überlingen 2020, in dem der Autor Peter Renz in acht Szenen Überlinger Geschichte vom Mittelalter bis in die Nachkriegszeit darstellen will. Geplant sei, die ersten vier Szenen im Museumsgarten, die anderen auf der Hofstatt aufzuführen. Dazu brauche man auch Komparsen, warb Burger schon mal. Regie soll Barbara Stoll führen, die der Förderverein als besonderen Gast eingeladen hatte. Stoll, direkt aus Straßburg kommend, wo sie als deutsche Stimme des Kultursenders "Arte" arbeitet, trug eine Montage gut ausgewählter Texte von Autoren vor, die über Überlingen und den See geschrieben haben, darunter die Droste, Mörike, Hölderlin und Martin Walser.

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Becker hatte sich zuvor auch bei allen Mitgliedern bedankt, die 2018 weit über 1000 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit geleistet hätten, sowie bei den Sponsoren, zuvorderst der Volksbank und der Klinik Buchinger. Eine Spende an die Stadt übergab der Verein, anders als in der Vergangenheit, nicht. Da die Stadt in den kommenden Jahren kein Geld fürs Sommertheater bereitstelle, so Becker, halte der Verein seine Mittel für etwaige Alternativprojekte zusammen. Unter anderem gab er im vergangenen Jahr laut dem Kassenbericht von Erich Ruh 7550 Euro für die Übernachtung der Wangener Schauspieler aus. Zur Diskussion, was der Glaspavillon, die Ersatzspielstätte, denn nun tatsächlich gekostet habe, wollte Becker auf Nachfrage eines Mitglieds nichts sagen. "Die Stadt ist verantwortlich für die Abrechnung. Das ist nicht unser Thema." Der SÜDKURIER wird über die Kostenfrage noch berichten.

Der frisch gewählte Vorstand des Fördervereins Sommertheater Überlingen (von links nach rechts): Vorsitzender Thomas-Michael Becker, stellvertretender Vorsitzender Oswald Burger, Harald Lenski, Christian Kuhn, Schriftführerin Cornelia Kopp, Thomas Weber, Maria Braus, Kassenwart Erich Ruh. Bild: Sylvia Floetemeyer
Der frisch gewählte Vorstand des Fördervereins Sommertheater Überlingen (von links nach rechts): Vorsitzender Thomas-Michael Becker, stellvertretender Vorsitzender Oswald Burger, Harald Lenski, Christian Kuhn, Schriftführerin Cornelia Kopp, Thomas Weber, Maria Braus, Kassenwart Erich Ruh. Bild: Sylvia Floetemeyer