Der christliche Glaube sei wie ein Haus mit vielen Zimmern, und was man gemeinsam bewerkstelligen könne, finde im Wohnzimmer statt. Mit diesem Bild beschrieb Silvia Johannes, die 33 Jahre lang als Pfarrerin im evangelischen Kirchenbezirk Überlingen-Stockach aktiv war, die gelebte Ökumene während der Nikolaustage in Überlingen. Die finden dieses Jahr ab dem 29. November statt.

Die Bedeutung von Sankt Nikolaus für Überlingen steht als Frage im Mittelpunkt der Nikolaustage, die jetzt wieder beginnen. Das Bild zeigt den Stadtpatron, wie er auf dem Zürn-Altar im Münster thront.
Die Bedeutung von Sankt Nikolaus für Überlingen steht als Frage im Mittelpunkt der Nikolaustage, die jetzt wieder beginnen. Das Bild zeigt den Stadtpatron, wie er auf dem Zürn-Altar im Münster thront. | Bild: Hilser, Stefan

Begeistert und fasziniert zeigte sich der katholische Münsterpfarrer Bernd Walter von der Möglichkeit, durch diese Veranstaltung die verschiedenen Profile der beiden großen Kirchen als einen Reichtum dieser Stadt zu begreifen.

Preis im Namen des Schutzpatrons geplant

Der Münsterpfarrer erntete von den Organisatoren der Nikolaustage viel Zuspruch für seinen Vorschlag, im Namen des Überlinger Schutzpatrons, des heiligen Sankt Nikolaus, einen Zivilcourage-Preis auszuloben. Dieser Preis solle in Überlingens großem Feierjahr 2020 zum ersten Mal verliehen werden.

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Teilnehmen könnten Menschen oder Organisationen, die sich für das Allgemeinwohl der Stadt ganz im Sinne der Werte des Heiligen einsetzen. Über das genaue Prozedere und die Jurymitglieder wolle er noch Gespräche führen, sagte Bernd Walter.

Oberbürgermeister mit viel Lob für Organisatoren

Das weltliche Oberhaupt der Stadt, Oberbürgermeister Jan Zeitler, lobte die Veranstalter der Nikolaustage für die „ökumenische Brücke“, die hier geschlagen werde, und das außergewöhnlich vielfältige Programm. „Wir beobachten die Begegnungen unserer christlichen Wurzeln mit sehr großer Freude.“

Das Programm

Vorträge und Festgottesdienste auf dem Programm

Auf dem Programm der Nikolaustage steht unter anderem die Agape, das gemeinsame Brotbrechen, ein Vortrag der psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Überlingen unter der Überschrift „Wenn‘s unterm Weihnachtsbaum brennt“ und ein Festgottesdienst zum Patrozinium im St.-Nikolaus-Münster.

Freude über viele Mitstreiter

Hauptorganisatorin Karin Walz hat sich für die Aktionen viele Mitstreiter ins Boot geholt. Besonders freute sie sich über die Beteiligung der Franz-Sales-Wocheler-Schule. Unter dem Motto „Die Wocheler Kinder und der Nikolaus“ haben die Schüler seit dem Spätsommer mehr als 30 Bilder gemalt, die ab dem 29. November im Augustinum ausgestellt werden.

„Wir hetzen von einer Besinnung zur nächsten, bis zur Besinnungslosigkeit, und da sind die Nikolaustage doch eine schöne Alternative.“
Münsterpfarrer Bernd Walter

Vom Wunsch, in dieser schnelllebigen Zeit Inhalte anzubieten, sprach Jan Zeitler: „Wir bieten in Überlingen nicht den ganz großen Konsum, aber hiermit doch etwas ganz Feines.“ Bernd Walter stimmte dem zu und sagte:

Veranstaltungen für alle offen

Gemeinsam als Christen ein Alleinstellungsmerkmal gegen Hass und Intoleranz setzen, so sieht Silvia Johannes die politische Seite der Nikolaustage. Organisatorin Karin Walz betonte, dass die Veranstaltungen für alle Menschen offen seien, ganz gleich welcher Glaubensrichtung. So sei beispielsweise auch bei den muslimischen Mitbürgern Interesse vorhanden.

1000 Lichter für den Weihnachtsbaum

1000 Lichter werden am ersten Advent im Rahmen einer feierlichen Illumination den großen Weihnachtsbaum auf der Hofstatt erstrahlen lassen. Auch diese Aktion der Frauen vom Serviceclub Soroptimist steht unter einem sozialen Motto: „Ein Licht. Ein Baum. Wir helfen“.