Im Winterhalbjahr lebt und lehrt Professor Michael Grube in Ecuadors Hauptstadt Quito, in der zweiten Jahreshälfte ist er auf Konzertreise. Zum Start seiner diesjährigen Europa-Tournee gab der Violinist nun ein Konzert im Museumssaal. Arrangiert hatten den Auftritt seine Freunde Gerhard Graf und Siegfried Heudorf.

Besondere emotionale Tiefe

Michael Grube ist 1954 in Überlingen geboren. Schon im Kindesalter erkannten seine Eltern sein musikalisches Talent und förderten ihn. Grube erlangte weltweit viele Auszeichnungen und spielte in mehr als 110 Ländern. Der gefragte Künstler versteht es, das Publikum mit seiner Virtuosität in Erstaunen zu versetzen. Zu seiner kostbaren Violine, die 1683 in der Werkstatt von Nicolò Amati gebaut wurde, pflegt er ein inniges Verhältnis. Bei seinem Konzert im Museumssaal spielte er mehr als eine Stunde lang und verband emotionale Tiefe mit brillanter Technik. Sein Mienenspiel und seine Körperhaltung spiegelten die Klänge wider, die er mit seiner Violine zauberte.

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Unsterbliche Werke aus vier Jahrhunderten

Seinem Programm für die beginnende Tournee gab Michael Grube den Titel „Unsterbliche Violinwerke aus 4 Jahrhunderten“, das den Bogen von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704) bis zu dem Wiener Komponisten und Musikpädagogen Gerhard Track spannt. Die Komposition „Friendship“ hat Track seinem Freund Michael Grube gewidmet. Nicht fehlen durften die klassischen Violin-Solostücke der Barock-Epoche: Caprice Nr. 13 "Das Teufelslachen" von Niccolò Paganini (1782–1840) sowie die Sonate Nr. 1 g-Moll in fünf Sätzen von Johann Sebastian Bach (1785–1750).

Gedenken an Vater Max-Ludwig Grube

Zum Gedenken an das 25. Todesjahr seines Vaters Max-Ludwig Grube (1925–1994) spielte er dessen Sonate Nr. 4 in drei Sätzen, in der Gefühle von schwermütiger Trauer und aufschreiendem Schmerz zum Ausdruck kommen. Nachgefragt, was ihn bewege, wenn er eine Komposition seines Vaters spiele, erzählte Michael Grube: „Ich sehe ihn vor mir und spreche mit ihm, und wenn ich in meinem Heimatort ein Konzert gebe, ist das immer mit einer großen Emotion verbunden, auch weil ich hier die besondere Resonanz des Publikums spüre."

Zuhörer fordern Zugabe

Mit dem rasanten Presto aus der Sonate Nr. 1 von Bach endete das Programm. Doch zum Gefallen des Publikums, das mit Beifall nicht sparte, gab Michael Grube noch zwei Zugaben: zum einen die bekannte Melodie aus der „Humoreske“ von Antonín Dvorak und ein Stück, das er selbst gerne spielt, Prélude Nr. 6 des belgischen Komponisten Eugène Ysaÿe.